{"id":11,"date":"2013-09-02T10:27:18","date_gmt":"2013-09-02T08:27:18","guid":{"rendered":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=11"},"modified":"2019-04-21T12:14:41","modified_gmt":"2019-04-21T10:14:41","slug":"2007-alsace-lorraine-und-bourgogne","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=11","title":{"rendered":"2007 Alsace, Lorraine und Bourgogne"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-size: xx-large;\">Auf den Spuren der Templer im Elsass, Lothringen und Burgund<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Der Winter war kaum vorbei, da wurde die dicken Schwarten zur Seite gelegt und das Templerstudium am Schreibtisch wieder gegen &#8222;Feldversuche&#8220; vor Ort ausgetauscht. Sie sind unersetzlich. Die Literatur ist l\u00fcckenhaft, auch weil kaum Autor je an allen Templerst\u00e4tten, \u00fcber die er berichtet, selbst zugegen gewesen sein kann. Es sei denn, er berichtet nur \u00fcber eine \u00fcberschaubare Region. Es gibt kein einziges Werk, in dem etwa nur s\u00e4mtliche Templerst\u00e4tten eines Landes (oder was davon \u00fcbriggeblieben ist) zusammen gefa\u00dft beschrieben werden. Auch die &#8211; immer wieder vom einen Autor dem anderen abgeschriebenen &#8211; Listen solcher St\u00e4tten enthalten viele Fragezeichen. Etwa, weil ein Templerort nur urkundlich erw\u00e4hnt ist und heute vielleicht eine andere Schreibweise hat. Oder weil der Orden an dem Ort nur Grundst\u00fccke, aber keine Geb\u00e4ude unterhalten hat. Oder weil die Lage wegen fehlender Hinweise im Gel\u00e4nde heute nicht mehr sicher best\u00e4tigt werden kann.<\/p>\n<p align=\"left\">Anfang M\u00e4rz f\u00fchrte die erste Recherchefahrt des Jahres 2007 ins benachbarte Elsass und in die Lorraine. Im Elsass soll es nach Beschreibungen mehrerer Autoren zwischen 5 und 10\u00a0<i>commanderies<\/i>\u00a0gegeben haben. Es stehe aber kein Stein mehr auf dem anderen. Gehandelt werden Orte wie u.a. Andlau, Bergheim oder Ottrott.\u00a0 Letzeres liegt am Fu\u00df des weltber\u00fchmten Mt. Ste\u00a0 Odile, heute wie im Mittelalter ein Wallfahrermagnet. Auf dem Odilienberg wird es eine keltische oder vorkeltische Kultst\u00e4tte gegeben haben, die mit einer riesigen Mauer, der sog. Heidenmauer umzogen ist. Diese Mauer ist 11 km lang (300.000 Steine verbaut) und gibt den Wissenschaftlern immer noch R\u00e4tsel auf. Milit\u00e4rischen Zwecken &#8211; darin ist man sich einig &#8211; kann diese Mauer nicht gedient haben, denn es g\u00e4be auf dem Areal nicht genug Quellwasser, um die Menschen zu versorgen, die hinter solch einer enormen Mauer Schutz gesucht h\u00e4tten.<\/p>\n<p align=\"left\">Ergo: ein Kultplatz, wohl aus einer unbekannten Megalith-Kultur.<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0\u00a0<img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Templkap%20146.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0\u00a0 Die typische Schwalbenschwanztechnik.\u00a0 Keile aus Bronze oder Holz sorgten f\u00fcr eine unglaubliche Stabilit\u00e4t dieser Mauer<\/p>\n<p align=\"left\">Es ist das gr\u00f6\u00dfte vorgeschichtliche Bauwerk in ganz Europa.<\/p>\n<p align=\"left\">Nun ereignete es nicht eben selten, dass\u00a0 christliche Kultst\u00e4tten auf\u00a0 fr\u00fchere Heiligt\u00fcmer \u00e4lterer Kulturen errichtet wurden. F\u00fcr die einen sind das &#8222;Kraftpl\u00e4tze&#8220;, Orte mit hoher Energie, die\u00a0 angeblich besonders von den Kelten aufsp\u00fcren werden konnten und zu denen sich nat\u00fcrlich sp\u00e4ter auch Christen hingezogen f\u00fchlten.<\/p>\n<p align=\"left\">Andere bemerken zynisch, dass die christliche Kirche sich solche heidnischen Kultpl\u00e4tze einfach zueigen gemacht hat, etwa wenn man merkte, dass man dem heimlichen Hingezogensein der Bev\u00f6lkerung zu alten Kultpl\u00e4tzen anders nicht Herr werden konnte.<\/p>\n<p align=\"left\">Man f\u00fchlt sich gewiss besonders an diesem Ort. Solange man mir aber kein zuverl\u00e4ssiges Messverfahren zeigt, aus dem sich so ein &#8222;Kraftfeld&#8220; anzeigen l\u00e4\u00dft, ists f\u00fcr mich einfach ein beeindruckender Ort mit einem tollen Ausblick ins Rheintal und zum Schwarzwald r\u00fcber.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Templer wollen wir nicht aus dem Auge verlieren. Sie hatten sich dem Schutz der Pilger verschworen und ihre &#8222;Dienststellen&#8220; befinden sich sehr h\u00e4ufig tats\u00e4chlich an den wichtigen Knotenpunkten des weitverzweigten und gut erforschten Systems an sog. Jakobswegen.\u00a0 Auch hier l\u00e4\u00dft sich ein wichtiger Jakobsweg feststellen: Er kommt aus Prag und f\u00fchrte \u00fcber N\u00fcrnberg, Speyer, an der Ostflanke der Vogesen und eben dem Odilienberg vorbei, an Stra\u00dfburg und Dijon nach Vezelay.<\/p>\n<p align=\"left\">In\u00a0 <strong>Ottrott<\/strong> zeugt von der einstigen Templerpr\u00e4senz der Name einer Strasse und es gibt auf dem Stadtplan ein\u00a0<i>quartier des templiers.\u00a0<\/i>Ausser einiger mittalalterlicher Steinhaufen kann man aber sonst nichts mehr ausmachen<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Templkap%20135.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Ottrott<\/b>, 67 Bas-Rhin, Alsace<\/p>\n<p align=\"left\">Der Legende entsprechend waren die Rittersleut&#8216; an der Entwicklung eines kr\u00e4ftigen Rotweines beteiligt, dem der Ort seinen Namen verdankt.<\/p>\n<p align=\"left\">Wenden wir uns etwas weiter westlich \u00fcber die Vogesen hinweg nach Lothringen. Auch dort stehen heute nur wenig Templergeb\u00e4ude. Sp\u00e4rliche Literatur, noch sp\u00e4rlichere Wegbeschreibungen machen es schwer, seine Ziele &#8211; wie dieses hier &#8211; zu finden:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Xugney%20024.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Commanderie de<b>\u00a0Xugney<\/b>, Commune de Rugney, 88 Vosges, Lorraine<\/p>\n<p align=\"left\">Ausserhalb der Gemeine Rugney hat sich diese Komturei als landwirtschaftlicher Betrieb erhalten. Aus der Zeit der Templer ist &#8211; wie fast immer &#8211; nur noch die Kapelle erhalten. Diese ist zwar bauf\u00e4llig, aber sehr ergreifend.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Xugney%20018.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Da \u00e4ndert auch ein Bagger nichts dran:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Xugney%20007.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Ende M\u00e4rz ein neuer Vorsto\u00df, noch weiter westlich. Das n\u00f6rdliche Burgund, besonders die benachbarten Departements 89 Yonne und 21 Cote-d&#8217;Or versprechen lohnende Ausbeute an sichtbaren Resten der Templermacht. Die H\u00e4ufigkeit, mit der der Ritterorden &#8211; durch Schenkungen und Zuk\u00e4ufe &#8211; versuchte, seine Macht dort \u00fcberdurchschnittlich zu repr\u00e4sentieren, beruht meines Erachtens auf zwei von einander unabh\u00e4ngigen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p align=\"left\"><b><span style=\"font-size: xx-large;\">1. Pilgerschutz im Dept. 89 Yonne<\/span><\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Wir m\u00fcssen uns die Compostella-Pilgerei als gigantische Wirtschaftsmaschinerie des Mittelalters vorstellen. Da hat nicht gelegentlich mal irgend ein vereinzelter, armer Tropf sein B\u00fcndel geschnappt und erkl\u00e4rt, er sei dann mal weg. Laufend sind Tausende Pilger aus allen Gegenden Europas aufgebrochen.\u00a0 Sammelstellen, zumeist selbst Wallfahrtsziele, auf den wichtigen Hauptwegen fungierten als Treffpunkte f\u00fcr Pilger der verschiedenen Nationen, die sich zu Gruppen zusammenschlie\u00dfen konnten, um die Pilgerei sicherer und bequemer zu machen.<\/p>\n<p align=\"left\">Einer der wichtigsten Sammelpl\u00e4tze in Frankreich war neben Paris f\u00fcr den Norden, Puy-en-Velay in der Auvergne und Arles im tiefen S\u00fcden, die Stadt Vezelay im Burgund, Departement 89 Yonne,\u00a0 In Vezelay startet die\u00a0<i>via lemovicensis\u00a0<\/i>\u00fcber Nevers, Limoges und Perigueux zu<i>\u00a0<\/i>dem sog. Somport-Pass \u00fcber die Pyren\u00e4en. Die Kirche Ste. Madeleine in Vezelay war schon im Jahre ihrer Fertigstellung zu klein, um die Pilgermassen aufzunehmen , dass man ihr noch eine Vorhalle hinzuf\u00fcgen mu\u00dfte.<\/p>\n<p align=\"left\">In der Krypta dieser Kirche befindet sich angeblich die Grablege der hl. Maria Magdalena, der &#8222;reuigen S\u00fcnderin&#8220;. Sie wird herk\u00f6mmlich mit langen Haaren und einem Salbgef\u00e4\u00df abgebildet. F\u00fcr die einen ist Maria Magdalene die gestrauchelte Dirne, die durch die Kraft des Glaubens und die G\u00fcte des Herrn zum rechten Weg zur\u00fcckfinden konnte. Andere meinen, diese Annahme beruhe auf einer ungenauen \u00dcbersetzung aus dem Zusammenhang gerissener Bibelstellen und passe nur in die &#8222;Frauenfeindlichkeit&#8220; der fr\u00fchen Christenkirche. Wiederum andere sehen in Maria Magdalena die Geliebte oder die Ehefrau von Jesus, ja gar die Mutter eines geheimnisvollen Kindes.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20352.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Reliquienschrein in der Krypta von Vezelay<\/p>\n<p align=\"left\">Man sieht sich gest\u00fctzt durch fr\u00fchchristliche Dokumente, die keinen Eingang in die Bibel fanden. Es gibt zudem nicht wenige Werke alter Meister, die die Frau mit dem Salbgef\u00e4\u00df in herrschaftlicher Kleidung mit recht eindeutigen Schwangerschaftsmerkmalen zeigen. Auch ist da Vincis Abendmahlbild durchaus nicht das einzige, das die Person neben Jesus mit sehr weiblichen Z\u00fcgen zeigt.<\/p>\n<p align=\"left\">Ein Gro\u00dfteil der Christenheit in Frankreich nahm an, dass Maria Magdalena mit Gefolge in S\u00fcdfrankreich gelandet sei (etwa in Maguelonne oder in Les\u00a0 Stes-Maries-de-la-Mer) und dass sie in einer Grotte lebte und starb, von der aus ihre Gebeine wegen anhaltender Sarazeneneinf\u00e4lle nach Vezelay gebracht werden mu\u00dften. Andere bleiben skeptisch. Es ist mit den &#8222;echten&#8220; Reliquien immer so eine Sache.<\/p>\n<p align=\"left\">Bei einem derartig hochrangigen Pilgerzentrum durften die Templer nicht weit sein. Zwischen Vezelay und der Nachbarstadt mit dem klangvollen Namen Avallon findet man &#8211; auf halben Wege, noch\u00a0 ca. einen Stundenfu\u00dfmarsch vom Etappenziel entfernt in einem landwirtscahftlichen Ambiente dieses Templergeb\u00e4ude:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20326.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Le\u00a0<b>Saulce d&#8216; Island<\/b>, 89 Yonne, Bourgogne<\/p>\n<p align=\"left\">Es ist meines Erachtens das gr\u00f6\u00dfte Sakralgeb\u00e4ude der Templer in Frankreich. Die Gr\u00f6\u00dfe entsprach wohl den Pilgerstr\u00f6men in das nahe Vezelay. Die Templer werden jedenfalls den betuchteren Pilgern sicher auch andere, kostenpflichtige Dienste erwiesen haben, wie Beherbergung und &#8222;Bankgesch\u00e4fte&#8220;.<\/p>\n<p align=\"left\">Rund um diese\u00a0<i>commanderie\u00a0<\/i>befinden sich sehr zahlreiche andere Einrichtungen der Templer.<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0\u00a0<img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20132.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Chassignelles<\/b>, 89 Yonne<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20387.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Commanderie de\u00a0<b>Marchesoif<\/b>, Commune de Marsoif, 89 Yonne<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20368.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Escolives-Ste-Camille, 89 Yonne<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20367.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Ein Templerbezug dieses Geb\u00e4udes k\u00f6nnte noch fraglich sein. Das agnus dei \u00fcber der Pforte spricht aber sehr daf\u00fcr.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20098.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Fontenay-pres-Chablis<\/b>, 89 Yonne, hier sollen sich die Templer im Weinanbau verdient gemacht haben.<\/p>\n<p align=\"left\">Und schlie\u00dflich noch eine kleine Sensation in dem \u00d6rtchen\u00a0<b>St. Bris-le-Vineux<\/b>, ein intaktes Templergeb\u00e4ude gibts dort nicht mehr. Aber am Postamt prangt ein Bas-Relief von der fr\u00fcheren Templerkomturei.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20374.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Das Bild zeigt einen b\u00e4rtigen Teufelskopf und ein Lamm, was von Engeln einem Taufritual unterzogen wird, der Engel dar\u00fcber tr\u00e4gt ein Stein oder ein Buch. Von den Ankl\u00e4gern der Templer wurde vor allem dieses Bild als Beweis f\u00fcr eine unzul\u00e4ssigen G\u00f6tzenanbetung angef\u00fchrt.<\/p>\n<p align=\"left\">Aber ist es wirklich etwas besonderes, dieses Bild? Von irgendwoher kam mir das nicht unbekannt vor. Ich durchsuchte wieder und wieder die Fotos meiner Recherchereisen und wurde endlich f\u00fcndig:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Feb%202006%20081.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Zwei Details &#8211; das Tier links und die beiden H\u00f6rner der Fratze &#8211; sind sich so \u00e4hnlich, dass man meint, sie stammen aus der gleichen Hand.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Bris.jpg\" alt=\"\" width=\"428\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Jedenfalls hat der Erzeuger des einen Bildes das andere gekannt oder es gab eine gemeinsame Vorlage, wie die Haltung des Schwanzes des Tiers zeigt. Was merkw\u00fcrdig ist, denn die Orte sind 650 km voneinander entfernt. Bei dem anderen Ort handelt es sich um die Kirche von W\u00f6lchingen, Gemeinde Boxberg in der Region Hohenlohe (Ba\/W\u00fc). Man nennt die Kirche den &#8222;Frankendom&#8220;, sie erscheint viel zu gro\u00df f\u00fcr die kleine Gemeinde und soll nach der offiziellen Geschichtsschreibung von den Johannitern der &#8222;Konkurrenzorganisation&#8220; der Templer erbaut worden sein.<\/p>\n<p align=\"left\">Betrieben etwa die Johanniter auch heimlich Anbetung irgendwelcher Idole und hatten nur Gl\u00fcck, nicht &#8222;erwischt&#8220; worden zu sein? F\u00fcr mich\u00a0 ist die Verwendung solcher geh\u00f6rnten Wesen nichts besonderes. D\u00e4mone und &#8222;unchristliche&#8220; Darstellungen finden sich \u00fcberall, oft sogar sind extreme Motive erstaunlich weit verbreitet:<\/p>\n<p align=\"left\">Hier haben wir einen Menschkopf, aus dem eine Pflanze oder Schlange herausquillt. Es ist eher ein esoterisches Motiv einer nichtchristlichen Religion, und zwar starten wir in W\u00f6lchingen, dem Frankendom<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Feb%202006%20086.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: small;\">(Ferdinand Wilcke, Die Geschichte des Ordens der Tempelherren, Halle 1860, 2 Aufl., Bd. 2, S. 29 schreibt\u00a0 diese &#8222;sch\u00f6ne Kreuzkirche zu W\u00f6lfingen&#8220; den Templern zu, es gibt daf\u00fcr aber wohl keine Beweise)<\/span><\/p>\n<p align=\"center\">finden das gleiche Motiv zwei Tagesritte auf der Siegfriedstrasse nach Westen wieder, in Worms:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Worms%20+%20Speyer%20Sept%202005%20010.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">und 1200 km weiter westlich in St. G\u00e9nis-des-Fontaines, 66 Pyr\u00e9n\u00e9es-Orientales, Languedoc-Roussillon<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RLC%2013.08.-26.08.2005%20295.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Es steht also fest, dass die Verwendung solcher esoterischer Symbole nicht spezifisches der Templer w\u00e4re. Meines Erachtens hatten die Baumeister\u00a0 in ihren nach aussen abgeschotteten Gilden ihre recht eigenen Regeln und haben nicht immer nur das getan, was der Auftraggeber gerne gehabt h\u00e4tte. Man sp\u00fcrt einen tabulosen Umgang mit heidnischen Motiven. Der Bischof, der zu laut meckerte, hatte gute Chancen, sein Konterfei verzerrt in einem wasserspuckenden Affen am oberen Rand der Kirche wieder zu finden.<\/p>\n<p align=\"left\">Zur\u00fcck zu den Templern ins Burgund:<\/p>\n<p align=\"left\"><b><span style=\"font-size: xx-large;\">2. &#8220; Transportgesch\u00e4ft&#8220; im Dept. 21 Cote d&#8217;Or<\/span><\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Nur auf den allerersten Blick scheinen die Templereinrichtungen rein zuf\u00e4llig in der Gegend verstreut zu liegen. Wenn man die Lagen mit anderen bekannten Faktoren oder der Geografie in Beziehung setzt, kommt zumeist ein durchdachtes Konzept heraus, manchmal strategisch brilliant und andersmal religi\u00f6s motiviert, letzteres vielleicht auch nur vordergr\u00fcndig.<\/p>\n<p align=\"left\">Denn: So wie die Pilger den Schutz der Templer auf ihrer Reise durchs ungewisse Land sch\u00e4tzten und sogar ben\u00f6tigten, waren die Kaufleute gewi\u00df auch froh, regelm\u00e4ssig auf eine Templereinrichtung treffen zu k\u00f6nnen. H\u00e4ufig liegen Templereinrichtungen in Tagesmarschdistanz an wichtigen Strassen, z.B. zwischen Narbonne, Carcassonne und Quillan (<span style=\"font-size: small;\">vgl. Emile Bonnet, Les Maisons de l&#8216; Ordre du Temple dans le Languedoc M\u00e9diterran\u00e9en, Nimes 1934<\/span>) .<\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0Man kann sich gut vorstellen, dass ein Kaufmann mit wertvoller Ware sich auf diese Weise eine Eskortenstaffel zugelegt , oder einfach nur die Beherbergungseinrichtungen und Pferdedienste der Templer gern in Anspruch genommen haben wird. Wom\u00f6glich gab es damals schon so etwas wie eine<i>corporate identity,\u00a0<\/i>gleiche Preise, verl\u00e4\u00dflicher Service im ganzen Land = kalkulierbares Risiko f\u00fcr vielreisende Gesch\u00e4ftsleute. Man wei\u00df zudem, dass die Templer regelrecht Bankdienstleistungen gew\u00e4hren konnten. Das Geld, was sie in Mainz bei den Templern in bar eingezahlt hatten, konnten sie mittels Kreditbrief etwa nach Avignon mitf\u00fchren und dort in in bar und in jeweiliger Landesw\u00e4hrung wieder zur\u00fcckverlangen.<\/p>\n<p align=\"left\">In dem Bereich zwischen Dijon und Chatillon-sur-Seine gibt es ebenfalls eine bemerkenswerte Dichte bekannter Templerniederlassungen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20225.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Commanderie\u00a0<b>Avalleur<\/b>, Bar-sur-Seine, 10 Aube, Champagne-Ardennes<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20248.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Commanderie\u00a0<b>La Courroirie<\/b>, Leuglay, Voulaines-les-Templiers, 21 Cote d&#8217;Or<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20304.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Bure-les-Templiers<\/b>, 21 Cote d&#8217;Or<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Burgund%20027.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>abbaye<\/i>\u00a0de\u00a0<b>Mormant<\/b>, 52 Haut Marne, Champagne-Ardenne<\/p>\n<p align=\"left\">Wir d\u00fcrfen getrost davon ausgehen, dass vom barmherzigen Verk\u00f6stigen armer, zerlumpter Pilger alleine die Templer nicht einen so machtvollen &#8222;Handels- und Dienstleistungskonzern&#8220; mit vielen Tausend &#8222;Filialen&#8220; \u00fcberall in der damals bekannten Welt errichten konnten. Die Strategie hier ist leicht gefunden. Das Chatillonais liegt nicht nur extrem verkehrsg\u00fcnstig, es ist ein Fernwegekreuz allerersten Ranges!<\/p>\n<p align=\"left\">Hier treffen die Pilgerwege (und damit Fernstrassen) nach Nancy, Metz, K\u00f6ln, M\u00fcnster, Hamburg usw. sowie nach Stra\u00dfburg, Speyer, N\u00fcrnberg, Prag, Krakau usw. auf die noch u.U. wichtigere Strassenverbindung von Dijon nach Marseille.\u00a0 (nach Ulrich Wegner, Der Jakobsweg, Freiburg i.Br. 2000)<\/p>\n<p align=\"left\">Ausserdem liegt Chatillon-sur-Seine auf der franz\u00f6sischen\u00a0<b>Hauptwasserscheide<\/b>, der Trennlinie von den zu den Nordmeeren und den zu dem Mittelmeer abflie\u00dfenden Gew\u00e4ssern. Seit der Antike konnte man in Marseille angelandete Waren mit Lastk\u00e4hnen zun\u00e4chst den Flu\u00df Rhone, ab Lyon dann die Saone heraufziehen.<\/p>\n<p align=\"left\">Bei Chatillon betr\u00e4gt der Abstand zu dem damals schon schiffbaren Teil\u00a0 Seine in Richtung Paris und Nordsee nur ca. 70 bis 100 km. Schon die Kelten haben diesen erheblichen Lagevorteil ausgenutzt und sind am Umschlag von Waren regelrecht reich geworden (Vix am Mont-Lassois, Schatzfunde usw.). Denn die Kaufleute waren auf Einrichtungen angewiesen, mit denen man die vom S\u00fcden heraufgekommenen Waren f\u00fcr die Landstrecke uml\u00e4dt und zum n\u00f6rdlichen Flu\u00dfsystem bringt, wo sie erneut umgeladen werden mu\u00dften.<\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: xx-large;\">Die Hypothese und ihr Beweis<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Ich wage die Theorie, ja bin sogar davon \u00fcberzeugt, dass die Templer das Transportgesch\u00e4ft dort wiederbelebt und neu organisiert haben. Ich habe davon zwar noch nichts gelesen, f\u00fchle mich aber dadurch best\u00e4tigt, dass es im s\u00fcdlichen Deutschland, zwischen Hohenlohe und Ingolstadt ein \u00e4hnliches Ph\u00e4nomen zu beobachten gibt. Davon sp\u00e4ter mehr&#8230;.<\/p>\n<p align=\"left\">Und wie k\u00f6nnte sie ausgesehen haben, diese Landverbindung zwischen den beiden Flu\u00dfsystemen? Die Aufgabe bestand jetzt darin, aus den zahlreichen &#8211; in Internetlisten oder B\u00fcchern &#8211; erw\u00e4hnten Templerorten des Departements solche auszusuchen, die &#8211; m\u00f6glichst in einer &#8222;Kette&#8220; &#8211; auf dem Landr\u00fccken (= der Wasserscheide) zwischen dem Oberlauf\u00a0 beider Fl\u00fcsse Saone und Seine liegen.<\/p>\n<p align=\"left\">Auf Karten mit zu kleinem Massstab konnte man mit M\u00fche die Templerorte ausmachen, hatte aber keine \u00dcbersicht \u00fcber die grobe Richtung. Gro\u00dfe Karten zeigen den Flu\u00dfverlauf und die Templerorte nicht deutlich.\u00a0 Ich nahm Chatillon-sur-Seine als Ausgangspunkt. Voulaines-les-Templiers (mit der Kapelle La Courroirie) hatten wir besucht. Es liegt im Tal der Ource und ist etwa 19 Km von Chatillon in osts\u00fcd\u00f6stlicher Richtung entfernt. Die Richtung zur Saone stimmte schon mal.<\/p>\n<p align=\"left\">Von dort folgt man der heutigen Stra\u00dfe 928 in Richtung S\u00fcd-S\u00fcdost noch einmal so weit. Dort trifft man auf Bure-les-Templiers\u00a0 (15 Km). Von einer bekannten Internetseite, die im Departement 21, Cote-d&#8217;Or knapp zwanzig Templerpl\u00e4tze listet (leider nicht ganz zuverl\u00e4ssig) entnahm ich einen angeblichen Templer-Ort Busserotte-et-Montaille, (best\u00e4tigt u.a. durch Wikipedia) . Diese n\u00e4chste Templerstation liegt danach ebenfalls in Richtung S\u00fcds\u00fcdost auf der D 959 13 Km von Bure entfernt.<\/p>\n<p align=\"left\">Bekannt war mir noch eine gro\u00dfe Templerstation weiter \u00f6stlich, eine sehr aufw\u00e4ndige Anlage mit beachtlichen Verteidigungsanlagen, die\u00a0<i>commanderie La Romagne\u00a0<\/i>bei St. Maurice-sur-Vingeanne. Die lag zwar in der richtigen Richtung, aber es tat sich eine L\u00fccke von mehr als 40 Kilometern auf, die sp\u00e4ter noch geschlossen werden mu\u00dften. Von dort konnte man eine Strasse in entsprechender Richtung auf die Saone ausmachen, der Ort Gray mu\u00dfte dann wohl die Umladestation sein. Richtig, Autrey-les-Gray erwies sich ebenfall als Templerort und befindet sich 14 Km von der letzten Station entfernt.<\/p>\n<p align=\"left\">Die ber\u00fchmte Templerkomturei Fontenotte, deren Kapelle 1960 abgebrochen und etwas s\u00fcdwestlich von Dijon (Corcelles-les-Monts) wieder Stein-f\u00fcr-Stein aufgebaut wurde, lag tats\u00e4chlich urspr\u00fcnglich auf dem Gebiet der Gemeinde Til-Chatel!<\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small;\">(Literatur: Frizot, Julien, Sur les pas des Templiers, 2005, Rennes, Edition Ouest-France)<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Diese Spur erwies sich als Volltreffer, denn Til-Chatel lag auf dem Weg und damit konnte die L\u00fccke geschlossen werden. Von hier waren es sowohl herauf nach Busserotte als auch herab nach La Romagne jeweils ca. 24 Km. Sp\u00e4ter erfuhr ich noch, dass sich\u00a0 etwas n\u00f6rdlich von Fontenotte, n\u00e4mlich in Selongey \u00fcbrigens auch eine Templereinrichtung befindet, ein\u00a0<i>maison<\/i>, das k\u00fcrzt die Wege zwischen Busserotte und St. Maurice jeweils auf nur 20 km ab.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Verbindung Dijon, Til-Chatel und Selongey d\u00fcrfte der Beginn der alte Fernstrasse nach Deutschland gewesen sein, denn diese trifft hier auf dem Landr\u00fccken der Wasserscheide ebenfalls ein.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Vollbeweis einer &#8222;Templerstrecke&#8220; zwischen den beiden Fluss-Systemen war damit erbracht und die These, dass die Templer das einst von den Kelten betriebene, \u00e4u\u00dferst lukrative Transportgesch\u00e4ft wieder aktiviert haben, scheint dadurch best\u00e4rkt.<\/p>\n<p align=\"center\">.\u00a0<img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Landweg.jpg\" alt=\"\" width=\"634\" height=\"614\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Wie gesagt, eine solch erstaunliche Entdeckung wird sich noch wiederholen&#8230;..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den Spuren der Templer im Elsass, Lothringen und Burgund Der Winter war kaum vorbei, da wurde die dicken Schwarten zur Seite gelegt und das Templerstudium am Schreibtisch wieder gegen &#8222;Feldversuche&#8220; vor Ort ausgetauscht. Sie sind unersetzlich. Die Literatur ist l\u00fcckenhaft, auch weil kaum Autor je an allen Templerst\u00e4tten, \u00fcber die er berichtet, selbst zugegen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11"}],"collection":[{"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1771,"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11\/revisions\/1771"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/menzendorff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}