{"id":17,"date":"2013-09-02T10:47:49","date_gmt":"2013-09-02T08:47:49","guid":{"rendered":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=17"},"modified":"2019-04-21T12:15:40","modified_gmt":"2019-04-21T10:15:40","slug":"2007-languedoc","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=17","title":{"rendered":"2007 Languedoc"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-size: xx-large;\">&#8222;Bewegungsbilder&#8220; des Templerordens<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Untersuchungen des laufenden Jahres ergaben in manchen Regionen Frankreichs eine bemerkenswerte Verdichtung der Anwesenheit der Templer. Wir sahen ja schon mehrfach, dass der Zuerwerb von L\u00e4nderein weniger zuf\u00e4llig, sondern eher planm\u00e4\u00dfig ablief. Vielfach gelang der Nachweis, dass die Ausbreitung der Machtzentren mehreren Zwecken nebeneinander (oder besser hintereinander) diente. Offiziell konnten sich die Tempelritter stets damit r\u00fchmen, sie verfolgten den Pilgerschutz. Auf diese Weise sicherten sie sich das Wohlwollen des Papstes und die weitgehende Steuerfreiheit. Dahinter konnten sie bequem kommerzielle Interessen verfolgen, nat\u00fcrlich haupts\u00e4chlich zur Unterhaltung der k\u00e4mpfenden Truppe in\u00a0<i>outre-mer<\/i>.<\/p>\n<p>Und wer wei\u00df, wozu sonst noch.<\/p>\n<p>Folgende Regionen geraten durch besondere Templerpr\u00e4senz ins Blickfeld<\/p>\n<p>1. Region Bretagne, dort befinden sich insbesondere im Departement 56 Morbihan\u00a0 zahlreiche und \u00fcberdurchschnittlich gut erhaltene Bauwerke der Templer. Erkl\u00e4rt wird das damit, dass hier die Pilger aus Irland, Schottland und England anlandeten, um sich f\u00fcr die weitere Reise zu Fu\u00df nach Santiago zu sammeln.<\/p>\n<p>2. Region Poitou-Charentes, dort insbesondere die beiden Departements 17 Charente-Maritime und 18 Charente. Hier befand sich der wohl wichtigste Hafen der Tempelritter am Atlantik in La Rochelle. Umschlagstark d\u00fcrfte er wohl wegen des Seehandels mit Portugal, Galicien, Nordspanien einerseits und England, Irland und Schottland andererseits gewesen sein. Das Hinterland von La Rochelle war morastig. Hier mu\u00dfte die Landschaft erst geh\u00f6rig durch Gr\u00e4ben umgestaltet werden. Kein Problem f\u00fcr die Templer.<\/p>\n<p>Gemunkelt wird immer wieder, dass die Templer von La Rochelle aus schon Amerika bereisten. Nun: Beweise gibt es daf\u00fcr nicht. Aber gewisse Indizien, soda\u00df man es auch nicht von vorneherein ausschlie\u00dfen k\u00f6nnte. Dazu sp\u00e4ter mehr. Ich hoffe, dass ich Ende Juli, Anfang August in diese Gegend reisen kann.<\/p>\n<p>3. Regionen\u00a0 Champagne-Ardenne und Bourgogne. Die Gr\u00fcndung des Orden konzentrierte sich auf die Umgebung von Troyes, der damaligen Hauptstadt der Champagne. Das Burgund hatten wir schon untersucht.<\/p>\n<p>und schlie\u00dflich<\/p>\n<p>4. die Region Languedoc-Roussillon. W\u00e4hrend man die Anwesenheit der Tempelritter sonst bequem mit dem Pilgerschutz erkl\u00e4ren konnte, wird das hier nicht \u00fcberzeugend gelingen k\u00f6nnen. Es gibt keine Hauptpilgerstrecke entlang der Mittelmeerk\u00fcste. Es w\u00e4re vielmehr f\u00fcr die meisten Fernpilger ein ungeheurer Umweg. Also, was wollten die Tempelritter dort?<\/p>\n<p>Der Pilgerstrom f\u00fcr das s\u00fcdliche Frankreich sammelte sich, wie schon bemerkt, in Arles und vereinte dort, auf der alten R\u00f6merstrasse\u00a0<i>via domitia<\/i>\u00a0&#8211; dem ersten Machtbauwerk der R\u00f6mer in Gallien\u00a0 &#8211; die S\u00fcd-Pilger aus Italien, der Schweiz und dem s\u00fcdlichen Deutschland, die \u00fcber Genf oder Briancon und Avignon eintrafen. Die\u00a0<i>via domitia\u00a0<\/i>zweigte bei Narbonne an der K\u00fcste nach S\u00fcden ab. Nat\u00fcrlich gab (und gibt) es zwischen Perpignan und Girona einen recht bequemen Pyren\u00e4en-\u00dcbergang. Man kam dort aber in Katalonien viel zu weit s\u00fcdlich heraus und konnte erst bei Barcelona oder sogar Tarragona nach Westen abbiegen. Das war f\u00fcr die meisten Pilger ein Umweg von einigen hundert Kilometern. Darum verlie\u00df der Hauptpilgerstrom die\u00a0<i>via domitia\u00a0\u00a0<\/i>bei Narbonne und folgte der dort ehemals beginnenden R\u00f6merstrasse<i>\u00a0via aquitania\u00a0<\/i>\u00fcber Carcassonne, Toulouse, Oloron und den Somport-Pass nach Spanien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-large;\">4. Die Templer im Languedoc<\/span><\/p>\n<p>Warum h\u00e4uften die Tempelritter also ausgerechnet in dieser Region, insbesondere in den Departements 11 Aude und 66 Pyr\u00e9n\u00e9es-Orientales, solche enormen Massen an G\u00fctern und Niederlassungen an?<\/p>\n<p>Um dieser Frage nachzugehen, begaben wir uns im Juni 2007 erneut in die Gegend von Rennes-le-Chateau. Dass die Templer in der Strecke zwischen Narbonne und Carcassonne dicht besetzt waren, l\u00e4\u00dft sich noch ganz zwanglos mit dem Pilgerschutz erkl\u00e4ren. Hier begann schlie\u00dflich die uralte Fernstrasse\u00a0<i>via aquitania,\u00a0<\/i>die die beiden Meere am n\u00f6rdlichen Pyren\u00e4enrand miteinander verband. So ist es kein Wunder , dass sich die Templerorte &#8211; inzwischen f\u00fcr uns wie gewohnt &#8211; wie die Perlen an einer Kette im Abstand von 10 bis 30 Km aufreihen: N\u00e9vian, Douzens, Barbaira (St. Jean de Carri\u00e8re), Floure und Carcassone (dort mind. drei Niederlassungen: Montredon, St. Jean de Brucafel und ein Stadt<i>maison in<\/i>\u00a0der<i>\u00a0Cit\u00e9<\/i>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Douzens.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>Eglise de la Commanderie de Douzens,<\/i>\u00a0<b>Douzens<\/b>, Dept. 11 Aude, Languedoc-Roussillon<\/p>\n<p align=\"left\">Doch das wirkt sehr vordergr\u00fcndig. Denn: Die weitere Pilgerstrecke von Carcassonne nach Toulouse ist nur noch recht schwach von den Templern besetzt. Die &#8222;geheime Templerstrasse&#8220;, der ich hier nachgehen wollte, knickt vielmehr\u00a0 &#8211;\u00a0 ganz \u00fcberraschend\u00a0 &#8211;\u00a0 in Carcassonne\u00a0<b>nach S\u00fcden ab<\/b>\u00a0und setzt sich durch das Tal des Flusses Aude in st\u00e4ndig s\u00fcdlicher Richtung \u00fcber Pomas, Pieusse, Limoux, Magrie und Campagne-sur-Aude nach Quillan ab. Dort gibt es keinen Pilgerpass!<\/p>\n<p align=\"left\">Doch dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p align=\"left\">Es steht fest, dass Douzens die Hauptkomturei der franz\u00f6sischen Templer im westlichen Languedoc, besser, der Aude-Region war. Das besagen die\u00a0\u00a0<i>cartulaires de Douzens,\u00a0<\/i>eine wohlerhaltene Sammlung von \u00fcber einhundert St\u00fcck Original-Akten aus der Templerzeit, die Grundst\u00fcckstransaktionen zum Gegenstand haben. Offenbar gab es in der Stadt Barbaira &#8211; noch heute ein recht wohlhabender Ort der Weinbarone &#8211; n\u00f6rdlich der Montagne d&#8216; Alaric, wo heute die Creme de la Creme der Corbi\u00e9res-Weine herkommt\u00a0 &#8211; eine superreiche Adelsfamilie, die den Templern reichlich was schenkte. Warum? Sicher f\u00fcr das Seelenheil. Wer wei\u00df.<\/p>\n<p align=\"left\">(nur eine kleine Notiz am Rande. Es gibt in ganz Frankreich und Nordkatalonien 7 Orte mit dem Namen Barbeira, Barbaira oder Barberey . Jede ist entweder selbst ein Templerort, oder aber nur wenige Kilometer vom n\u00e4chsten Templerort entfernt. Fragen Sie mich bitte nicht, was es damit auf sich hat).<\/p>\n<p align=\"left\">Schauen wir uns die Templerkomtureien der Hauptniederlassung Douzens im n\u00f6rdlichen Aude-Tal einmal n\u00e4her an:<\/p>\n<p align=\"left\">Etwas s\u00fcdlich von Carcassonne befand sich die einzige milit\u00e4rische Anlage der Templer der Aude, die Burg Mas-des-Cours.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Cours.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Chateau des Templiers,\u00a0<b>Mas-des-Cours<\/b>, Dept. 11 Aude<\/p>\n<p align=\"left\">Einige Kilometer \u00f6stlich davon befand sich eine Templerkapelle, die heute nicht mehr existiert. Aber die Glocke und das Taufbecken hat man noch etwas weiter \u00f6stlich nach Fajac-en-Val geschafft und dort neu aufgebaut.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Fajac.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>cloche-mur de la chapelle templiere<\/i>,\u00a0<b>Fajac-en-Val<\/b>, 11 Aude<\/p>\n<p align=\"left\">Zur\u00fcck ins Aude-Tal folgen wir dem Fluss-Verlauf aufw\u00e4rts und erreichen die Templer\u00f6rtlichkeit Pomas:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Pomas.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">evtl. Templerkirche( ?),\u00a0\u00a0<b>Pomas<\/b>, 11 Aude<\/p>\n<p align=\"left\">Exakt gegen\u00fcber, auf der anderen Flu\u00dfseite befindet sich die ehemalige Templerdom\u00e4ne Gaure, heute ein gro\u00dfes Weingut. Die meisten Geb\u00e4ude sind aus dem achtzehnten Jahrhundert. Einige Mauerreste k\u00f6nnten aus der Templerzeit stammen. Aber man war dort nicht sehr gespr\u00e4chig und will angeblich nichts von der Templervergangenheit wissen. Diese ist aber durch Urkunden erwiesen.<\/p>\n<p align=\"left\">Ca 5 Km flu\u00dfaufw\u00e4rts erreichen wir den r\u00e4tselhaften Ort\u00a0<b>Pieusse<\/b>.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Pi1.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Diese Kirche stammt unzweifelhaft aus der Zeit der Templer. Ob es eine von den Templern errichtete Kirche ist, liess sich nicht feststellen. F\u00fcr eine spezielle Templerkapelle w\u00e4re sie zu gro\u00df. Die Templer hatten aber h\u00e4ufig auch das Recht erworben, die Pfarrei zu f\u00fcr den ganzen Ort zu betreiben, in dem sie einen ihrer Kapl\u00e4ne die Messe halten (und die Geb\u00fchren vereinnahmen) liessen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Pi2a.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Dieses Chateau in Pieusse stammt unzweifelhaft aus dem 12. Jahrh. Die roten &#8222;Templerkreuze&#8220; im Mauerwerk sind leider nicht Original, sondern viel sp\u00e4ter zur Standsicherheit eingef\u00fcgt worden. Es handele sich um ein Katharer-Schlo\u00df, war dort zu lesen. Bedauerlicherweise habe ich bislang nichts n\u00e4heres in Erfahrung bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Pi3.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">gotisches sog.\u00a0\u00a0<i>Oratoire,\u00a0<\/i><b>Pieusse<\/b>, 11 Aude<\/p>\n<p align=\"left\">Ein merkw\u00fcrdiges Gebetsh\u00e4usschen schlie\u00dft die Ortschaft zum Flu\u00dfufer hinunter ab. Es stammt auch aus der Templerzeit. Einige hundert Meter weiter s\u00fcdlich von Pieusse befindet sich die bekannte Kirche Notre Dame de Marceille mit einer ber\u00fchmten\u00a0<i>vierge noire,\u00a0<\/i>einer dunkelh\u00e4utigen Madonnenfigur. Dieses Ph\u00e4nomen der besonderen Verehrung dunkelh\u00e4utiger Madonnen finden wir in ganz Europa verbreitet und noch recht wenig erforscht. Man findet sie in z.B. Polen (Tschenstochau), Deutschland (Alt\u00f6tting), Schweiz (Einsiedeln) und Spanien (Montserrat) u.v.m.<\/p>\n<p align=\"left\">Aber ihre haupts\u00e4chliche Verbreitung erfuhr die dunkelh\u00e4utige Madonna in Frankreich. Wir werden sp\u00e4ter noch sehen, dass sich hier jeweils im Abstand von einigen Kilometern zu einer der Wallfahrtspl\u00e4tze mit\u00a0 solchen Statuen sehr h\u00e4ufig eine Templereinrichtung befindet&#8230;..<\/p>\n<p align=\"left\">Hier in Notre Dame de Marceille, n\u00f6rdlich der Stadt Limoux endete wohl der Einflu\u00dfbereich der Templer von Douzens und es beginnt der Machtbereich der zweiten bedeutsamen Commanderie des Aude-Tals.\u00a0<i>La Nougar\u00e8de.<\/i><\/p>\n<p align=\"left\">Diesen Ortsnamen w\u00fcrde man auf Landkarten vergeblich suchen. Die Gemeinde hei\u00dft inzwischen\u00a0<b>Magrie<\/b>:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Magrie1.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Eine wahrhaft wuchtige und trutzige Kirche hat man da zum Zeichen \u00e4u\u00dferer und innerer Macht in die Gegend gestellt, dass keine Zweifel aufkommen k\u00f6nnen, wer in dieser\u00a0<i>seigneurie\u00a0<\/i>das Sagen hat. Die Templer!<\/p>\n<p align=\"left\">Das wird auch am Eingang der inneren Stadtmauer deutlich demonstriert.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Magrie2.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Von La Nougar\u00e8de aus wurden folgende Templereinrichtungen kontrolliert:<\/p>\n<p align=\"left\">Campagne-sur-Aude, Croux,\u00a0 (da waren Sie mit mir, lieber Besucher , bereits im letzten Jahr) , Salza, Laroque-de-Fa, St. Julia-de-Bec, Camps-sur-Agly und dann gibt es da noch ein R\u00e4tsel um ein kleines \u00d6rtchen. Aber erstmal eins nach dem anderen:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Salza.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle de Salza<\/i>,\u00a0<b>Salza<\/b>, 11 Aude<\/p>\n<p align=\"left\">Der umgedrehte F\u00fcnfzack \u00fcber dem Eingang (Teufelssymbol) ist nicht etwa ein R\u00e4tsel der Templer, sondern eine esoterische Spielerei aus der Zeit der Akkuschrauber.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Jul2.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>eglise<\/i>,\u00a0\u00a0<b>Ste. Julia-de-Bec<\/b>, 11 Aude<\/p>\n<p align=\"left\">Die Kirche stammt urspr\u00fcnglich aus dem 12. Jahrhundert, das fr\u00fchere Niveau wird vorgegeben durch das Portal und das niedrige Fenster in Bildmitte. Die hohen Fenster entstammen einer Erweiterung der 14. Jahrhunderts.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Julie.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Tatzenkreuz mit F\u00fcnfstern \u00fcber dem Portal in St. Julia-de-Bec<\/p>\n<p align=\"left\">Und jetzt kommt das kleine \u00d6rtchen Serres ins Spiel. Es befindet sich an dem Fl\u00fc\u00dfchen Rialsesse kurz vor der Einm\u00fcndung in die Sals. Eine sehr alte Br\u00fccke gibt es dort, ein bedrohlich d\u00fcster wirkendes Chateau und eben eine Kapelle, von der gemunkelt wird, es sei eine Kapelle der Templer.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Serres.jpg\" alt=\"\" width=\"726\" height=\"498\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chateau de Serres<\/i>,\u00a0<b>Serres<\/b>, 11 Aude<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RLC%20und%20Umgebung%20178.jpg\" alt=\"\" width=\"685\" height=\"517\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Die alte Steinbr\u00fccke von Serres,<\/p>\n<p align=\"left\">\u00fcber sie lief noch bis zum 18 Jahrhundert ein Fernweg am rechten Ufer der Sals entlang. Und schlie\u00dflich die angebliche Templer-Kapelle von Serres:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC07%20203.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle de Serres<\/i>, Serres, 11 Aude<\/p>\n<p align=\"left\">Aus der Templerzeit stammt dieses Geb\u00e4ude unzweifelhaft. Aber es gibt keinerlei Urkunden \u00fcber eine Templergr\u00fcndung an diesem Ort. Sonst sind alle Templerbesitzungen bestens dokumentiert, das gilt jedenfalls f\u00fcr den franz\u00f6sischen Teil der Region. Jede Schenkung, jede Grundst\u00fcckstransaktion wurde dokumentiert und auch schon fr\u00fch in der Templerliteratur erfasst. Man wei\u00df, wer wann welche Grundst\u00fccke erworben und eine Commanderie darauf errichtet hat:<\/p>\n<p align=\"left\">&#8211; Carcassonne 1132<br \/>\n&#8211; Brucafel (bei Carcassonne) 1133<br \/>\n&#8211; Mas-des-Cours 1136<br \/>\n&#8211; Pieusse 1139<br \/>\n&#8211; Pomas 1138<br \/>\n&#8211; Esperaza 1140<br \/>\n&#8211; Saint-Jean-de-Carriere 1153<br \/>\n&#8211; Douzens 1133<\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: small;\">Quelle: Georges Bordonovo, la vie quotidienne des Templiers au XIIIe siecle, Hachette, 1975<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Von Serres keine Spur. Kein schriftlicher\u00a0 Hinweis. Im inneren der Kirche gibt es uralte Wandmalereien, rote Kreuze auf wei\u00dfem Grund. Ich konnte sie nicht fotografieren. Seitdem die Ger\u00fcchte um die Templerkapelle Serres brodeln, mag der B\u00fcrgermeister den Schl\u00fcssel offenbar nicht mehr herausgeben und die sonst immer hilfsbereiten Nachbarn, die immer wissen, wer den Schl\u00fcssel ihrer Kirchen hat, beenden abrupt das Gespr\u00e4ch und machen ihre Fensterl\u00e4den dicht.<\/p>\n<p align=\"left\">Auf der R\u00fcckseite der Kapelle &#8211; man mu\u00df etwas klettern &#8211; verr\u00e4t sie mir aber ihre Herkunft:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC07%20207.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Das ist m.E. ein eindeutiges Zeichen. Ein Tatzenkreuz w\u00e4re noch nicht mal der Durchbruch, aber diese beiden Abw\u00e4rtsstriche verraten die Templerherkunft dieses Steins. Man findet das gleiche Symbol u.a. in Bure-les-Templiers im Burgund, dort auf einem Grenzstein der Templer:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Borne.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"448\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0 oder auf zahlreichen Grabplatten oder -stelen von Tempelrittern:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/M%C3%A4rz%202006%20022.jpg\" alt=\"\" width=\"571\" height=\"593\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Nachgestellter<i>\u00a0cimeti\u00e9re des Templiers,<\/i>\u00a0La Couvertoirade, 12 Aveyron, Midi-Pyr\u00e9n\u00e9es<\/p>\n<p align=\"left\">F\u00fcr mich ist das bewiesen. Serres war ein Templerort. Auch wenn es keine Dokumente gibt. Das w\u00e4re nicht das erste Mal. Warum ist das so wichtig?<\/p>\n<p align=\"left\">Achtung: Jetzt gibt es eine kleine\u00a0<b>Sensation.<\/b>\u00a0Nur wenn man\u00a0 die nicht unbestrittenen Templerbesitzungen in Salza und Serres anerkennt, f\u00e4llt einem auf,\u00a0 dass die meisten Templerorte in dem Aude-Gebiet einigermassen genau auf einer\u00a0<b>KREISLINIE\u00a0<\/b>errichtet wurden:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Templerkreis.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"669\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Am rechten Bildrand, bei 16:00 ist Salza, man sieht nur das S. Bei 19:00 liegt Serres, bei 10:00 Pieusse, bei 11:00 Gaure und Pomas, bei 13:00 Mas-des-Cours und bei 14:00 Fajac-en-Val.<\/p>\n<p align=\"left\">Das ist kein exakter Kreis, aber schon bemerkenswert. Bevor man jetzt in irgendwelche esoterischen oder pseudoastronomischen Schw\u00e4rmereien verf\u00e4llt: In der Gegend haben schon viele Autoren irgendwelche obskure Geheimgeometrie &#8222;hineingeheimnist&#8220; und wie toll Landkarten bemalt und beklebt mit Figuren, die einer wissenschaftlichen \u00dcberpr\u00fcfung nie standhielten.<\/p>\n<p align=\"left\">An solchen Spekulationen werde ich mich nicht beteiligen. Zum Auspacken der Klappspaten ist es auch noch zu fr\u00fch, denn der Kreis hat immerhin einen Durchmesser von 24 Kilometern und sein Mittelpunkt steht nicht fest. Es fragt sich auch, ob die Templer zur Erzeugung einer exakten Geheimgeometrie in einer Landschaft schon geeignete Mittel zur Verf\u00fcgung hatten. Ich bezweifele das.<\/p>\n<p align=\"left\">Ein befreundeter RlC-Forscher aus der Skeptiker-Ecke, Mariano Tomatis Antoniono,<\/p>\n<p align=\"left\">(ein begnadeter Mathematiker, Computerexperte und Mysterienentlarver, der mit selbstentwickelten satellitengest\u00fctzten Computerprogrammen okkulte Drei-, F\u00fcnf- oder Sechsecke als unsignifikanten Bl\u00f6dsinn entlarvt.<\/p>\n<p align=\"left\">Auf seiner Homepage (leider italienisch, seufz)<\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.renneslechateau.it\/rennes-le-chateau.php\">http:\/\/www.renneslechateau.it\/rennes-le-chateau.php<\/a><\/p>\n<p align=\"left\">gibt es ein Programm, mit dem sich jeder beliebig viele F\u00fcnfecke in der Region selber basteln kann. Sie sehen alle ungeheuer beeindruckend aus, besagen aber nichts. )<\/p>\n<p align=\"left\">\u00e4u\u00dferte die geniale Idee, dass eine solche Struktur entsteht, wenn viele Einrichtungen gleichweit von einer zentralen Versorgungseinrichtung (Quelle, Wald, Acker, Steinbruch\u00a0 usw) entfernt sein, aber sich nicht gegenseitig ins Gehege kommen sollen. Dann w\u00e4hlte man in fr\u00fcheren Siedlungsstrukturen zweckm\u00e4ssigerweise solche Kreisformen. Also bitte wieder Platz nehmen&#8230;.<\/p>\n<p>Um gleich wieder aufzustehen: Es k\u00f6nnte einen trifftigen, einen sehr trifftigen Grund f\u00fcr die besonders\u00a0<b>massive<\/b>\u00a0Templerpr\u00e4senz gerade hier geben, wo sich kein Santiago-Pilger verirren muss:<\/p>\n<p>Das kleine \u00d6rtchen Salsigne beispielsweise, zwischen Mazamet und Carcassonne, abseits der D 118 gelegen, befindet sich fast genau n\u00f6rdlich \u00fcber Mas-des-Cours. Es ist nur 33 Kilometer vom Punkt des Geschehens entfernt.<\/p>\n<p>Wie ich aus dem Schulatlas meiner Tochter erfuhr, ist dort die einzige Stelle in ganz Frankreich, in der heute noch industrieller (=lohnender ) Goldabbau betrieben wird. Ein guter Grund f\u00fcr die Spekulationen, dass sich die Templer da unten doch am Edelmetallgesch\u00e4ft beteiligt haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ich werde noch beweisen, dass es von Serres, dem s\u00fcdlichen Teil des &#8222;Templerkreises&#8220; aus &#8211; unter Ausnutzung von Schmugglerpfaden und vielleicht Katharerwegen \u00fcber die damalige Grenze nach Katalonien &#8211;\u00a0 eine geheime Verbindung \u00fcber die spanischen\/katalonischen Templergebiete hinweg ans Mittelmeer gegeben hat. Dort befindet sich ein kleiner, feiner, ebenso unspektakul\u00e4rer wie abgeschiedener Mittelmeerhafen, der ebenfalls ma\u00dfgeblich unter Kontrolle der Templer stand. Sp\u00e4testens alle 10 Kilometer war diese Strecke von einer oder mehreren Templereinrichtung bewacht, eine Strecke die kein Pilger je gebraucht h\u00e4tte. M\u00f6glicherweise die dichteste Strecken\u00fcberwachung \u00fcberhaupt. So dicht waren nicht einmal die Pilgerpfade in Palaestina bewacht!<\/p>\n<p><b>Gab es im Zentrum des Templerkreises vielleicht ein Bergwerk?<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Bewegungsbilder&#8220; des Templerordens &nbsp; Die Untersuchungen des laufenden Jahres ergaben in manchen Regionen Frankreichs eine bemerkenswerte Verdichtung der Anwesenheit der Templer. Wir sahen ja schon mehrfach, dass der Zuerwerb von L\u00e4nderein weniger zuf\u00e4llig, sondern eher planm\u00e4\u00dfig ablief. Vielfach gelang der Nachweis, dass die Ausbreitung der Machtzentren mehreren Zwecken nebeneinander (oder besser hintereinander) diente. 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