{"id":19,"date":"2013-09-02T10:48:24","date_gmt":"2013-09-02T08:48:24","guid":{"rendered":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=19"},"modified":"2019-04-21T12:16:40","modified_gmt":"2019-04-21T10:16:40","slug":"2007-roussillon","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=19","title":{"rendered":"2007 Roussillon"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: xx-large;\">5. Exkurs nach Westen<\/span><\/p>\n<p>Nach der Aufregung \u00fcber geheime Templerkreise, -Pfade und Goldvorkommen, wenden wir uns auf der\u00a0<i>via aquitania\u00a0<\/i>wie die Jakobspilger nach Westen, von dem Departement 11 Aude, \u00fcber das Departement 09 Ari\u00e8ge hinweg in das Departement 31 Haute-Garonne. Wir haben damit die Region Languedoc-Roussillon verlassen sind jetzt in der Region Midi-Pyr\u00e9n\u00e9es. Dort hatten die Pilger etwa Gelegenheit, in dieser interessanten Komturei Halt zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Mazeres-sur-Salat.jpg\" alt=\"\" width=\"645\" height=\"484\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle de Sainte Matrone,\u00a0<\/i><b>Maz\u00e8res-sur-Salat<\/b>, 31 Haute-Garonne<\/p>\n<p align=\"left\">Nur nebenbei: Der Flu\u00df\u00a0<i>Le Salat\u00a0<\/i>war noch bis ins ausgehende vorletzte Jahrhundert bekannt f\u00fcr seine nat\u00fcrlichen Goldvorkommen, die man bis in j\u00fcngste Zeit in lohnender Weise ausbeuten konnte. Ob sich daran auch schon die Templer beteiligt haben, ist nicht bekannt. Dass sie\u00a0 \u00fcber lange Strecken d\u00fcnn besiedelt sind &#8211; im ganzen Dept. Ari\u00e8ge gab es wom\u00f6glich keine Templer! &#8211;\u00a0 aber ausgerechnet hier wieder massiv auftauchen, kann genausogut ein purer Zufall sein.<\/p>\n<p align=\"left\">Diese Kapelle steht weit au\u00dferhalb der Ortschaft auf dem Feld.\u00a0 Andere Reste der Templercommanderie sind nicht zu erkennen. Ein Blick ins Innere:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Mazinnen.jpg\" alt=\"\" width=\"645\" height=\"484\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Noch 5 Kilometer weiter westlich gelangen wir zu einer der ber\u00fchmtesten Kirchen der Tempelritter: Die Mysterien-Kirche von Montsaunes:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Monts1.jpg\" alt=\"\" width=\"484\" height=\"645\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Montsaunes<\/b>, 31 Haute-Garonne<\/p>\n<p align=\"left\">Diese Kirche weist aussen wie innen bemerkenswerten Schmuck vor. Die Bemalungen der Innenseite werden der Alchimie zugeschrieben. Sie wirken in der Tat sehr esoterisch. Man sieht u.a. Maurerwerkzeug, wie ein Senkblei und Winkel. Sicher hatten die Tempelritter gute Beziehungen zu den Bauleuten, aber Geheimgesellschaften der Maurer, wie man sie aus viel sp\u00e4teren Jahrhunderten kannte, gab es damals so noch nicht. Auch wenn die Maurer weit davon entfernt waren, jemand aussenstehenden an ihrem Sonderwissen teilhaben zu lassen.<\/p>\n<p align=\"left\">Leider kamen wir nicht hinein. Der Nachbar, der den Schl\u00fcssel verwahrt, war partout nicht aufzutreiben. Aber von aussen gibt es sch\u00f6ne Fotos, auch recht ungew\u00f6hnlich, zum Teil geheimnisvoll:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Mont2.jpg\" alt=\"\" width=\"645\" height=\"484\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Das sog.<i>\u00a0chrismon\u00a0<\/i>\u00fcber dem Portal ist kein Geheimzeichen. Es findet sich gerade in den Pyren\u00e4en sehr h\u00e4ufig an mittelalterlichen Kirchen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Mont4.jpg\" alt=\"\" width=\"645\" height=\"484\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Ein &#8222;umgedrehter Gekreuzigter&#8220; d\u00fcrfte da doch schon etwas seltener anzutreffen sein. Ein Seiteneingang zeigt dieses seltsame Symbol mit &#8222;G\u00e4nsef\u00fc\u00dfchen&#8220;:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Mont3.jpg\" alt=\"\" width=\"645\" height=\"484\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Diese Herrschaften &#8211; die Augen vor Entsetzen geweitet &#8211; scheinen sich enorm vor etwas oder jemanden zu f\u00fcrchten:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC07%20159.jpg\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"461\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Und schlie\u00dflich die beeindruckende R\u00fcckseite der Kirche:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC07%20174.jpg\" alt=\"\" width=\"717\" height=\"538\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-size: xx-large;\">6. Templer im Roussillon<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Das Roussillon geh\u00f6rte zur Templerzeit noch nach Spanien, genauer gesagt zu Katalonien, sp\u00e4ter zum K\u00f6nigreich Mallorca. Die Hauptstadt Perpinya (= Perpignan) beherbergte sowohl einen K\u00f6nigspalast, als auch eine ganze Reihe von Stadth\u00e4usern der Templer, die sich ausserhalb der Stadtmauern, in einem durch sie erst entw\u00e4sserten Sumpfgebiet niedergelassen haben, im Bereich der heute noch vorhandenen Kirche St. Mathieu. Die Hauptkomturei der katalonischen Templer war\u00a0<a href=\"http:\/\/menzendorff.de\/Seite1.htm\">Mas Deu<\/a>. Hiervon sprachen wir schon.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Grenze zwischen den K\u00f6nigreichen verlief damals auf dem gut erkennbaren Bergr\u00fccken mit den weltber\u00fchmten Katharerburgen\u00a0<i>chateau de Peyrepertuse<\/i>\u00a0und\u00a0<i>chateau de Qu\u00e9ribus<\/i>, was man heute noch auf der Landkarte durch den abrupten Wechsel katalanischer und franz\u00f6sischer Ortsnamen erkennen kann. Orte wie Prats-de-Mollo, Castelnou, Banyuls-dels-Aspres, Molitg-les-Bains, Lloncet, St. Feliu- d&#8217;Avall, Baixas, Belpuig oder Montbolo u.v.m tragen eindeutig katalanische Namen, die jenseits der Bergkette abrupt aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p align=\"left\">Das Becken s\u00fcdlich von Perpignan weist das dichteste Netz von Templerniederlassungen \u00fcberhaupt auf. Auf einem Quadrat mit einer Kantenl\u00e4nge von nur 15 Km gibt es &#8211; sage und schreibe &#8211; 16 Templerorte:<\/p>\n<p align=\"left\">Canoh\u00e8s, Nyls, Ponteilla,\u00a0<strong>Trouillas, Ste. Colombe-de-la-Commanderie,\u00a0<\/strong>Villemolaque, Tresserre, Pollestres, Villeneuve-de-la-Raho,\u00a0<strong>Bages, Banyuls-dels-Aspres,\u00a0<\/strong>Brouilla, Ortaffa,\u00a0<strong>Palau-del-Vidre, P\u00e9zilla und Perpignan.<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Das sind fast alle Ortschaften in diesem Viereck. Sie sind nur zwei, drei oder vier\u00a0 Km voneinander entfernt. Alle Strassen in dem Gebiet wurden damit von der Truppe bewacht. Ausserdem liegen die Ortschaften &#8211; strategisch geschickt &#8211; am Fu\u00dfe des gro\u00dfen \u00f6stlichsten Pyren\u00e4en\u00fcbergangs, wo &#8211; damals wie heute &#8211; die Hauptstrecke zwischen Spanien und Frankreich liegt. Die ehemalige\u00a0<i>via domitia\u00a0<\/i>l\u00e4uft paralell zur bestens bekannten Autobahn\u00a0 A 9. 14 Km s\u00fcd\u00f6stlich von Palau-del-Vidre (Was ein klangvoller Name: Das hei\u00dft Glaspalast!) unterhielten die Templer einen Hafenbetrieb in dem kleinen heute noch verschwiegen idyllischen Badeort Collioure:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Collioure.jpg\" alt=\"\" width=\"645\" height=\"484\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Collioure<\/b>, 66 Pyr\u00e9n\u00e9es-Orientales<\/p>\n<p align=\"left\">Dieser Hafen war m.E. nicht ger\u00e4umig genug, um von ganz gro\u00dfen Fahrzeugen der Templer &#8211; es gab Schiffe f\u00fcr mehrere hundert Passagiere &#8211; angelaufen zu werden, obwohl der Hafen im Mittelalter durchaus etwas tiefer gewesen sein wird. Aber f\u00fcr kleine, wendige und schnelle Frachtsegler mit 5 bis 20 Mann Besatzung war der Hafen ideal. Hier konnten die Fahrzeuge ohne gro\u00dfe Anteilnahme der \u00d6ffentlichkeit &#8211; anders etwa als in Marseille, Toulon oder Hy\u00e8res &#8211; Fracht aufnehmen und ablegen &#8211; Edelmetallfuhren vielleicht?<\/p>\n<p align=\"left\">Die 14 Km zum n\u00e4chsten Templerort Palau-del-Vidre konnte eine Pferdekutsche auch mit nicht allzu schwerer Last in einer Stunde und ohne Pause bequem schaffen.<\/p>\n<p align=\"left\">Meine These: Es gab einen m\u00f6glicherweise geheimen aber gut bewachten Weg von den franz\u00f6sischen Templern aus der Gegend um Carcassonne \u00fcber das Gebiet der spanischen Templer zum Mittelmeerhafen Collioure, \u00fcber den alles, was man in dem Tal der Aude produziert oder zu Tage gebracht hatte, bequem sicher und schnell verschifft werden konnte \u00fcber einen Hafen, den man ebenfalls gut unter Kontrolle halten konnte.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Ort Serres k\u00f6nnte der Ausgangspunkt dieses Weges sein. Ich habe bereits mit dem Tatzenkreuz nachgewiesen, dass er den Templern zugerechnet werden mu\u00df. Der Umstand, dass der Ort nicht von den Urkunden erw\u00e4hnt wird, beweist, dass er nicht zu den franz\u00f6sischen Templern aus Douzens oder La Nougar\u00e8de geh\u00f6rt hat. Also unterstand er wohl der Komturei von Mas Deu, den spanischen Templern. \u00dcber die gibt (und gab es damals?) es so gut wie keine Urkunden. Das galt schon auch f\u00fcr die Templer auf dem Chateau de Templiers auf dem B\u00e9zu, denn auch diese St\u00e4tte wird von den<i>cartulaires<\/i>\u00a0nicht erw\u00e4hnt. Von Serres sind es nur ca. 10 Km zum B\u00e9zu und dort gegen\u00fcber endet eine angebliche Fernstrasse nach Spanien an dem Hof La Jacotte, fr\u00fcher angeblich ein Hospital. 15 Km weiter s\u00fcd\u00f6stlich war Frankreich zu Ende, die letzte Ansiedlung vor der Grenze Camps-sur-Agly, nach Meinung neuerer Forschungen ebenfalls ein Templerort, obwohl ebenfalls nicht in Urkunden genannt.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Agly.JPG\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"461\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Camps-sur-Agly<\/b>, 11 Aude<\/p>\n<p align=\"center\">(Dieses Foto wurde mir dankenswerter Weise von Sachbuchautor Udo Vits \u00fcberlassen)<\/p>\n<p align=\"left\">Unmittelbar an diesen Ort schlie\u00dfen sich die Gorges de Galamus an, ein Durchbruch durch die Grenzbergkette, den sich der Flu\u00df Agly dort hineingefressen hat, mit dramatischen Wasserf\u00e4llen und gef\u00e4hrlichen Abgr\u00fcnden.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Galamus.jpg\" alt=\"\" width=\"705\" height=\"532\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Gorges de Galamus, Grenze zwischen Dept. 11 Aude und 66, Pyr\u00e9n\u00e9es-Orientales<\/p>\n<p align=\"left\">am rechten Bildrand sieht man die Eremitage de St. Antoine, eine Einsiedelei aus dem 7 Jahrhundert. Die heutige (recht enge und unangenehme) Strasse stammt aus 1880. Vorher galt die Schlucht als unpassierbar. Sie spielte aber schon in Mittelalter als geheimer Weg der Katharer eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Templer standen nicht etwa im Lager der Katharer. Aber man hatte &#8211; regelm\u00e4ssig &#8211; auch nichts weiter gegeneinander und lebte zumeist in friedlicher Nachbarschaft. Es ist anzunehmen, dass den Templern dieser geheime Grenz\u00fcbergang der Katharer bekannt war. Denn am Eingang sowie am Ausgang dieser Schlucht befand sich ein Templerort.<\/p>\n<p align=\"left\">Den s\u00fcdlichen Endpunkt zu finden, war wieder einmal nicht sehr leicht.\u00a0 Etwas s\u00fcdlich von St.\u00a0 Paul-de-Fenouillet sollte sich die\u00a0<i>Preceptorie de Centernach<\/i>\u00a0befinden. Kein sehr franz\u00f6sich klingender Name und nat\u00fcrlich nicht auf der Karte zu finden. Der Name des Ortes erfuhr im Laufe der Jahre durch die unterschiedlichen Mundarten \u00c4nderungen wie Cantarnac oder Santernac. Warum nicht gleich Saint Arnac? Das gibts tats\u00e4chlich, knapp unterhalb von St. Paul:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/StArnac.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"437\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle des templiers<\/i>,<b>\u00a0St. Arnac,<\/b>\u00a066 Pyr\u00e9n\u00e9es-Orientales<\/p>\n<p align=\"left\">Im Ort gibt es ein Weingut, das ein edles Getr\u00e4nk des Namens Preceptorie de Centernach bis nach Asien vertreibt. Falls noch ein Beweis gew\u00fcnscht wird: Die Strassen im Ort sind nach Gro\u00dfmeistern der Templer benannt, z.B. Rue Hugues de Paganis oder Rue Bernard de Tramelay. Das ist die n\u00f6rdlichste Dienststelle der Mas Deu Ritter im Roussillon. Hier hatte man jetzt die Wahl. Entweder eine bequeme Fahrt durch das Tal der Agly, das sogenannte Fenouilledes, auf einer ebenen gut ausgebauten geraden Strasse nach Perpignan. Einfach. Aber wie auf dem Pr\u00e4sentierteller.<\/p>\n<p align=\"left\">Oder man entschied sich f\u00fcr den\u00a0 steilen, aber versteckten Gebirgspass, \u00fcberquerte den T\u00e8t bei Ille-sur- T\u00e8t\u00a0 und gelangte sogleich in die sch\u00fctzende Obhut der vielen Templerorte in der Tiefebene von Perpignan. Gro\u00dfe Lasten wird man diesen Gebirgspass nicht freiwillig und ohne Not ziehen wollen. Aber 20 Kilo Gold vielleicht schon. Dazu w\u00fcrde ein Esel gen\u00fcgen. Unauff\u00e4llig. Der Gegenwert von 20 Kilo Gold war allerdings eher nicht unauff\u00e4llig, sondern damals ein dramatisches Verm\u00f6gen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5. 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