{"id":36,"date":"2013-09-02T10:54:31","date_gmt":"2013-09-02T08:54:31","guid":{"rendered":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=36"},"modified":"2019-04-21T12:40:19","modified_gmt":"2019-04-21T10:40:19","slug":"2009-provence","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=36","title":{"rendered":"2009 Provence"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-size: xx-large;\">Die Templer in der Provence<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Den diesj\u00e4hrigen Osterurlaub verbrachten wir famili\u00e4r in der Provence. So bot es sich an, einige Ausfl\u00fcge in die Umgebung mit der Templerrecherche zu verbinden, allerdings nur in Massen, denn der Familie geht nat\u00fcrlich die Erholung vor. Eine ersch\u00f6pfende Erkundung der Spuren der Templer in dieser riesigen Region w\u00fcrde zudem Wochen dauern. Leider ist die Literaturlage f\u00fcr die f\u00fcr uns erreichbare Umgebung nicht g\u00fcnstig, so dass die ausgew\u00e4hlten Ziele mit aller Vorsicht zu untersuchen waren.<\/p>\n<p align=\"left\">Was man heute unter &#8222;der Provence&#8220; versteht, ist etwas unscharf. Das liegt vor allem daran, dass der Begriff fr\u00fcher eine andere Bedeutung hatte. Der Name kommt von einer Einteilung des r\u00f6mischen Reiches<i>: provincia Narbonnensis\u00a0<\/i>und umfasste die gesamte Mittelmeerk\u00fcste des heutigen Frankreich und deren Hinterl\u00e4nder. Diese Gebiet ist im heutigen Frankreich in zwei\u00a0<i>R\u00e9gions\u00a0<\/i>aufgeteilt, n\u00e4mlich die R\u00e9gion Languedoc-Roussillon, westlich des Flusses Rh\u00f4ne bis hinunter zur Grenze nach Spanien und der R\u00e9gion Provence-Alpes-C\u00f4te-d&#8217;Azur. Sie schlie\u00dft am \u00f6stlichen\u00a0 Rh\u00f4ne-Ufer an und reicht bis an die italienische Grenze. Im heutigen Sinne versteht man unter Provence damit wohl nur noch das Hinterland der C\u00f4te-d&#8217;Azur und die K\u00fcstenlinie von Toulon \u00fcber Marseille zum Rh\u00f4ne-Delta. In der geographischen Mitte dieser Provence befand sich unser Urlaubsdomizil am Fusse der Montagne du Luberon in der N\u00e4he der Stadt Apt.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Forschungsradius wurde auf ca. 50 Km gesteckt, bis auf eine Fahrt an die K\u00fcste, an den &#8211; heute wie fr\u00fcher &#8211; legend\u00e4ren Badeort Les Saintes-Maries-de-la-Mer, die es erlaubte, Angenehmes mit N\u00fctzlichem zu verbinden.<\/p>\n<p align=\"left\">Zur Vorbereitung der Recherche habe ich mich zun\u00e4chst auf das grunds\u00e4tzlich verl\u00e4ssliche Standardwerk von Jean-Luc Aubarbier, La France des Templiers, Sites, histoire et l\u00e9gendes, \u00c9ditions Sud Ouest, 2007 beschr\u00e4nkt und daraus einige Templerorte ausgew\u00e4hlt, die von unserem Domizil ohne M\u00fche erreichbar schienen. Vor Ort ist mir allerdings klar geworden, dass Aubarbier &#8211; dessen allgemeine Schw\u00e4che darin besteht, seine Quellen nicht nachvollziehbar genug zu nennen &#8211; sein Wissen \u00fcber die Templerorte in der Provence offenbar fast ausschlie\u00dflich auf die Ver\u00f6ffentlichungen eines Bernard Falque de Bezaure st\u00fctzt. Dieser Autor, der als fr\u00fcherer Archivar einer Bibliothek in Aix-en-Provence Zugang zu historischer Detail-Literatur seiner Region und zu Manuskripten aus fr\u00fcheren Jahrhunderten hatte und wohl auch \u00fcber ein Familienarchiv verf\u00fcgt haben d\u00fcrfte (seine Familie besass ein Chateau und hatte selbst dem Templerorden sowohl Ritter als auch G\u00fcter gestellt), hat fleissig in seiner Heimat vor Ort recherchiert und bis 1996 zehn B\u00fccher \u00fcber Templerspuren in verschiedenen Teilgebieten der Provence ver\u00f6ffentlicht. Seine B\u00fccher sind inzwischen offenbar vergriffen und im Buchhandel derzeit nicht zu beschaffen, was dem Autor einen zusa\u00e4tzlichen Hype verschafft, denn im e-bay steigen die Preise rasch auf \u00fcber sechzig Euro, wenn mal eines seiner B\u00fccher auftaucht. Mir gelang es, das Buch &#8222;Sur les Traces des Templiers de Vaucluse&#8220; zu ergattern und ich war damit f\u00fcr unsere Expedition ausreichend ger\u00fcstet, denn unsere Ziele waren nur im Departemenet 84 Vaucluse gesteckt.<\/p>\n<p align=\"left\">Trotz aller M\u00fchen, die Falque de Bezaure auf sich genommen haben mu\u00df, ist zu bem\u00e4ngeln, dass er die Scheidelinie zwschen Forschung und Legende nicht scharf genug zieht, was den wissenschaftlichen Wert seiner Darstellungen arg in Mitleidenschaft zieht. So beginnen viele Beitr\u00e4ge mit Wendungen wie &#8222;selon une tradition locale&#8230;&#8220; (\u00f6rtlichen Ger\u00fcchten folgend&#8230;), was diese Berichte weitgehend entwertet.<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">1. Ausflug<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">F\u00fcr den ersten Tag nach unserer Anreise w\u00e4hlten wir leicht erreichbare Ziele in n\u00e4chster Umgebung zu unserer Bleibe.<\/p>\n<p align=\"left\">Nach Aubarbier und de Bezaure sollen die Templer auf dem Gebiet der Gemeinde 84400 Saignon ein Schloss besessen haben, was sich aus den Cartulaires der Kirche von Apt erg\u00e4be. Im (nicht vollst\u00e4ndigen) Verzeichnis des Kulturministeriums \u00fcber die Sehensw\u00fcrdigkeiten der Gemeinde findet sich ein Eintrag \u00fcber ein Kloster St. Eus\u00e8be aus dem 12 Jh.\u00a0 Der Ort liegt malerisch auf einem der Ausl\u00e4ufer des Luberon:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Saig1.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<b>84400 Saignon<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Saig2.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Aufgang zur Burg<\/p>\n<p align=\"left\">Oben angekommen, bot sich uns ein verwirrendes Bild. Offenbar hat man versucht, aus den mittelalterlichen Ruinen vor einer Kapelle auf der Spitze der Erhebung irgendwelche bewohnbaren R\u00e4ume zu (re-)konstruieren, wobei ohne es ohne detaillierte \u00dcberpr\u00fcfung nicht mehr m\u00f6glich erscheint, zu erkennen, was da noch original sein k\u00f6nnte.\u00a0 Wie es scheint, wurden Fensterlaibungen und -st\u00fcrze wahllos aus Schuttbergen herausgezogen und mit alten Mauersteinen zu R\u00e4umen zusammengezimmert.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Saig3.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Die Kapelle scheint mir hingegen echt zu sein. Ihre Basis k\u00f6nnte aus der Templerzeit stammen, auch wenn die Fassadengestaltung\u00a0 auf das 17 Jh. hinweist. Das Anwesen ist in Privatbesitz.<\/p>\n<p align=\"left\">Zweifel sind m.E. auch an der Echtheit dieses Gargoyles und des darunter befindlichen &#8222;Baphomets&#8220; erlaubt.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Saig4.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Die n\u00e4chste Etappe unseres Ausfluges stellt das in der Region recht bekannte Fort von\u00a0<b>Buoux\u00a0<\/b>dar. Der Ort soll nach den Feststellungen de Bezaures im Jahre 1209 vom Grafen Guillaume IV de Fourcalquier testamentarisch an den Orden abgetreten worden sein. (de Bezaure, S. 123 ff.) . Laut de Bezaure sollen die Templer sogar die Festung Buoux gebaut haben, und zwar nach dem Vorbild einer Templerburg in Pal\u00e4stina. Die \u00f6ffentlichen Tafeln vor Ort enthalten leider keinen Hinweis auf die Templer. Die offizielle website Patrimonie de France auch nicht. Vor Ort ist festzustellen, dass viele Ruinen der ausgedehnten Anlage aus der Templerzeit stammen.<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Buoux1.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Fort,\u00a0<b>84480 Buoux,\u00a0<\/b>zweiter Wallgraben<\/p>\n<p align=\"left\">Der Aufenthalt auf dieser Festungsruine ist nicht ungef\u00e4hrlich. Die R\u00e4nder des Felsplateaus sind nicht befestigt und es geht steil in die Tiefe.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Buoux2.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"410\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Links im Bild die Festungsruine aus dem 13. Jh., der Blick ist gerichtet auf den dritten, obersten Wall.<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Buoux3.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Dieses letzte Bollwerk besteht u.a. aus einem ca. 4 Meter tief in den Fels gehauenen Wassergraben und hatte eine Zugbr\u00fccke.<\/p>\n<p align=\"center\">Blick hinab in die Tiefebene von Apt<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Bux2.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Nach der offiziellen Lesart sind das vorgeschichtliche oder fr\u00fchmittelalterliche Kornspeichergruben. Nach Falque de Bezaure Templergr\u00e4ber. Ich meine, da irrt er. So etwas w\u00e4re mir neu. Daf\u00fcr gibt es nirgendwo sonst andere Beispiele. Vorgeschichtliche Kornspeichergruben gibt es z.B. in in der Iberer-Siedlung Ullastret in Katalonien. Sie sehen denen hier sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Bux1.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">2. Ausflug<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Etwas s\u00fcdlich von Apt befindet sich die Gemeinde\u00a0<b>84160 Vaugines,\u00a0<\/b>die ebenso wie die Nachbargemeinde\u00a0<b>84160 Lourmarin\u00a0<\/b>Templerbesitzungen<b>\u00a0<\/b>beinhaltet haben soll. W\u00e4hrend in Lourmarin keine charakteristischen Geb\u00e4udereste entdeckt werden konnten, befindet sich vor dem Ortseingang von Vaugines eine sehr alter Geb\u00e4udekomplex mit\u00a0 Kirche (genannt: La commanderie), der aus der Templerzeit stammen k\u00f6nnte:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Vaug.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>La commanderie<\/i>,\u00a0<b>84160 Vaugines<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">3. Ausflug<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Der dritte Ausflug f\u00fchrte uns zun\u00e4chst in die entz\u00fcckende Kleinstadt L&#8217;Isle-sur-la-Sorgue, die sich r\u00fchmt, neben Paris\u00a0 die bedeutensten Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler Frankreichs zu beheimaten. Regelm\u00e4ssig wird die ganze Stadt in einen Flohmarkt verwandelt, in dem es Nahrungsmittel, Feinkost, Produkte der Region wie K\u00f6rbe, Seifen und Tonwaren, M\u00f6bel, Kleidung und eben auch echte Antiquit\u00e4ten zu erstehen gibt. Die Ausfallstrassen sind kilometerweit zugeparkt. Aber die M\u00fche lohnt sich, es war sehr vergn\u00fcglich. Nachdem die Familie hier voll auf ihre Kosten kommen konnte, durfte ich auf der R\u00fcckfahrt noch zwei mutmassliche Templerorte &#8222;einbauen&#8220;.<\/p>\n<p align=\"left\">Nach Aubarbier soll sich in der Gemeinde\u00a0<b>Le Thor\u00a0<\/b>ein Beispiel einer Kooperation der Templer mit einer Bruderschaft von Maurersleuten zeigen. Ich will nicht missverstanden werden. Das ist kein versteckter Hinweis auf eine angebliche Verbindung der Templer mit den Freimaurern. So etwas gab es damals noch nicht. Die Freimaurerbewegung entstand erst im 18. Jahrhundert. Zur Zeit der Templer gab es aber auch Vereinigungen von Bauleuten. Die werden ihre Berufsgeheimnisse nat\u00fcrlich auch schon geh\u00fctet und gewiss nicht mit jedem geteilt haben, soda\u00df man auch den mittelalterlichen Maurern ein gewisses Ma\u00df an Geheimniskr\u00e4merei nachsagen darf. Ob das schon den Namen Geheimgesellschaft verdient, mag dahingestellt bleiben.<\/p>\n<p align=\"left\">Es ist naheliegend, dass die Templer eine besondere N\u00e4he zu solchen Bauh\u00fctten gesucht haben, denn sie hatten in der recht kurzer Zeit ihrer Entwicklung einen enormen Bedarf an der Errichtung von Geb\u00e4uden und Kirchen. Man wird sagen k\u00f6nnen, dass der Orden der Tempelritter einer der gr\u00f6\u00dften institutionellen Bauherren des Mittelalters gewesen sein d\u00fcrfte. Die Abteien der M\u00f6nchsorden und die \u00fcberall aus dem Boden spriessenden Kathedralen waren zwar &#8211; f\u00fcr sich besehen &#8211; jeweils viel gr\u00f6\u00dfer und viel spektakul\u00e4rer.\u00a0\u00a0 Das Netz der Templereinrichtungen war aber erheblich dichter. Aus diesem &#8211; ohne besondere historische Kenntnisse abzuleitendem &#8211; Befund unterstelle ich eine sehr enge Bindung, wenn nicht gar gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit der Tempelherren von den Maurersleuten &#8211; et vice versa.<\/p>\n<p align=\"left\">Vor Ort fanden wir eine eigenwillige Kirche<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Thor1.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Eglise<b>, 84250 Le Thor<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">\u00dcberall liessen sich\u00a0 Steinmetzzeichen entdecken, wie dieses:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Thor2.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Solche Steinmetzzeichen zeigen sich aber auch an anderen mittelalterlichen Bauwerken, wie etwa dieses sogar sehr \u00e4hnliche Zeichen an der Aussenwand der sog. Barbarossa-Pfalz in Gelnhausen (Hessen):<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Gelnhausen.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"421\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Zuf\u00e4llig entdeckte ich noch eine weitere \u00dcbereinstimmung von \u00e4hnlichen Zeichen, die sich in Le Thor und in Gelnhausen zeigen. Zum Beispiel ein\u00a0\u00a0<b>N<\/b>\u00a0in Le Thor:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/NThor.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">und in Gelnhausen:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/NGeln.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"499\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Das wird nicht allzuviel zu sagen haben. Die Steinmetze werden den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen als ihr Zeichen auserw\u00e4hlt haben und so mag es zuf\u00e4llig bei beiden Bauh\u00fctten M\u00e4nner mit den Anfangsbuchstaben A und N gegeben haben. Dieses Zeichen gibt aber meines Erachtens einen recht eindeutigen Bezug zum Templerorden:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Tatz.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"480\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Das\u00a0<b>Tatzenkreuz<\/b>\u00a0des Templerordens<\/p>\n<p align=\"left\">In der n\u00e4heren Umgebung sollen sich nach Falque de Bezaure noch weitere Templerorte befinden, aber es war Urlaub und so mu\u00dfte man sich beschr\u00e4nken. In\u00a0<b>84300 Les Vign\u00e8res\u00a0<\/b>sollte die die Kirche Notre Dame de Vign\u00e8res befinden. In der Tat entdeckten wir eine Kapelle unzweifelhaft aus dem 12. Jahrhundert neben eine Fu\u00dfballplatz:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Vigneres.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Notre Dame de Vign\u00e8res,\u00a0<b>84300 Les Vign\u00e8res<\/b><\/p>\n<p align=\"center\">Ein reizvolles Detail von der S\u00fcdseite: Eine Sonnenuhr<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Sonnenuhr.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Das Alpha-Omega Zeichen \u00fcber der Sonnenuhr, sog. Chrismon, befindet sich auf zahlreichen Templerkirchen der n\u00f6rdlichen Pyren\u00e4en, etwa in Montsaunes, aber auch auf anderen Kirchen der Region aus der Zeit. Das beweist immerhin, dass auch die Sonnenuhr aus dem 12 Jahrhundert stammt, denn die Meisselarbeit ist einheitlich. Eine Sonnenuhr fanden wir auch an der Templerkirche von Magrinne bei Bordeaux. Vielleicht kein Beweis, aber ein Indiz, dass es sich hier tats\u00e4chlich um eine Templerkirche handelt.<\/p>\n<p align=\"left\">Einige Kilometer weiter westlich auf der heutigen D 900, die Apt und die Haute Provence mit Avignon verbindet und die schon zur R\u00f6merzeit eine Hauptverbindungsader (<i>via domitia<\/i>) darstellte, befindet sich an einer strategisch ausserordentlich geschickten Stelle eine Burgruine mit einer Kapelle aus dem 12. Jahrhundert. Es ist erwiesen, dass diese Anlage von den Templern stammte. Das Geb\u00e4ude nennt sich jetzt Chartreuse de\u00a0<b>Bonpas<\/b>, beherbergte fr\u00fcher ein Kloster und jetzt ein Weingut. Es geh\u00f6rt zu der Gemeinde 84510 Caumont-sur-Durance. Die Trasse der uralten Fernstrasse passiert hier eine Engstelle zwischen dem recht beachtlichen Flu\u00df Durance und einem Bergausl\u00e4ufer, soda\u00df von der Lage dieser Burg der gesamte Fernverkehr ohne jede M\u00fche kontrolliert werden konnte.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Bonpas.jpg\" alt=\"\" width=\"662\" height=\"522\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle des Templiers, Chartreuse de Bonpas,\u00a0<\/i><b>84510 Caumont-sur-Durance<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Noch heute ist hier ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Provence. Direkt neben der ehemaligen Templerburg \u00fcberquert jetzt die A 7 Nizza-Lyon das Tal der Durance und in unmittelbarer N\u00e4he davon befindet sich der Airport von Avignon. Die Fernstrasse\u00a0<i>via domitia\u00a0<\/i>spielte wohl zu allen Zeiten &#8211; m\u00f6glicherweise auch schon zu vorr\u00f6mischen &#8211; eine ausserordentliche Rolle. Sie startet in Turin, \u00fcberwindet bei Susa die Alpen und landet in 05100 Brian\u00e7on in der Haute Provence. Von dort f\u00fchrt sie \u00fcber Apt nach N\u00eemes, B\u00e9ziers und von dort weiter \u00fcber Narbonne\u00a0 nach Spanien. Vermutlich benutze Hannibal diesen Weg bereits, als er mit einer grossen Armee 218 v. Chr. nach Italien einmarschierte. Im Mittelalter war diese Trasse von Brian\u00e7on\u00a0 nach Avignon Bestandteil des s\u00fcdlichsten franz\u00f6sischen Pilgerwegs nach Santiago de Compostela. Von der einstigen Wichtigkeit dieser Strasse f\u00fcr das r\u00f6mische Verkehrsnetz zeugt die ebenfalls in unmittelbarer N\u00e4he befindliche\u00a0 Br\u00fccke Pont . Julien, die vor 2000 Jahren so massiv und dauerhaft gebaut wurde, dass bis vor wenigen Jahren dort sogar noch LKWs dr\u00fcber donnern durften.<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">4. Ausflug<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Ein Ausflug planten wir nach Orange, wo sich das am besten erhaltenste Theater des ehemaligen r\u00f6mischen Reiches befindet. Auf dem Weg dahin befanden sich zwei Templerziele, die Gemeinde\u00a0<b>84570 Blauvac<\/b>, in deren N\u00e4he sich die angebliche Templerkapelle\u00a0<i>Notre Dame des Neiges\u00a0<\/i>befinden soll.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Neige.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle Notre Dame des Neiges<\/i>,\u00a0<b>84570 Blauvac<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Ob es sich hierbei wirklich um eine Kapelle der Templer handelt, lie\u00df sich vor Ort nicht kl\u00e4ren. Es ist eine Wallfahrtskapelle, die nur zu Fu\u00df zu erreichen ist, aber es gab keine Hinweisschilder auf die Templer. Von dwer Gr\u00f6\u00dfe und vom Baustil her k\u00f6nnte es passen. Ihre Namen tr\u00e4gt die Kapelle zu recht, denn von ihr hat man einen herrlichen Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Mont Ventoux, der h\u00f6chsten Erhebung der Provence.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Ventoux.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Mont Ventoux<\/p>\n<p align=\"left\">Der n\u00e4chste Templerort auf meiner Liste hei\u00dft\u00a0<b>84380 Mazan<\/b>. Das wird von mehreren &#8211; aber nicht allen\u00a0 &#8211; Quellen best\u00e4tigt. Nach Falque de Bezaure, S. 174 ff, gibt es mehrere Literaturstellen, in denen die Pr\u00e4senz der Templer in diesem Ort behauptet werden. Es sind auch zwei Namen von W\u00fcrdentr\u00e4gern diese Ordens aus dem Ort \u00fcberliefert. Bis 1847 erschien der Name der Strasse hinter der Pfarrkirche St. Nazaire und St. Celse noch als &#8222;rue des Templiers&#8220; im Kataster der Gemeinde. Die Kirche kann durchaus schon im 12 Jh.gestanden haben, aber sie hat sp\u00e4ter zahlreiche \u00c4nderungen erfahren:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/eglise.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">\u00e9glise paroissiale,\u00a0<b>84380 Mazan<\/b><\/p>\n<p align=\"center\">Detail vom Portal aus dem 12 Jh.:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Port.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/crx.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Innen finden sich diese Kreuze an der Wand, aber so etwas gibt es auch in anderen Kirchen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Schluss.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Dieser Schlussstein \u00e4hnelt auch sehr dem Templerkreuz, aber das ist auch kein Beweis. Ich glaube, der ist moderner.<\/p>\n<p align=\"left\">Interessant ist die Gemeinde auch weil sie der Stammsitz der Familie de Sade darstellt, die schon zur Kreuzugszeit dort existierte und aus der ein gewisser Schriftsteller mit etwas absonderlichen Neigungen hervorgegangen ist. Eines seiner Schl\u00f6sser kann dort besichtigt werden, falls man das m\u00f6chte.\u00a0 Das Wappen der Stadt sieht irgendwie &#8222;hermetisch&#8220;, nach Alchimie aus:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Provence%202009%20245.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"507\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Die Inschrift: &#8222;in mano dei omnia sunt&#8220; (- soweit reichen meine Lateinkenntnisse hoffentlich noch -)\u00a0 bedeutet: Alle sind in Gottes Hand. Das tr\u00f6stete uns, also setzen wir unsere Fahrt fort.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Ausflug endete in der von den R\u00f6mern gegr\u00fcndeten Stadt\u00a0<i>arausio,\u00a0<\/i>die sich heute Orange nennt. Was wenig bekannt ist, das F\u00fcrstenhaus, das heute die Monarchen der Niederlande stellt, stammt aus dieser ehemaligen Grafschaft von Orange, deren Gr\u00fcndung auf die Zeit Karls des Grossen zur\u00fcckgeht. Insoweit ist auch die Wahl der Farbe f\u00fcr das Trikot der niederl\u00e4ndischen Nationalmannschaft kein Zufall.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Orange.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">r\u00f6m. Theater von Orange<\/p>\n<p align=\"left\">In Orange waren die Templer auch beg\u00fctert. Die H\u00e4user sollen sich in der N\u00e4he des Theaters befunden haben, aber es ist davon wohl nichts mehr \u00fcbrig. Den Templern von Orange ist es gelungen, sich in den Jahren 1307 und 1308 ihrer Verhaftung zu entziehen. Sie konnten sich durch die Benutzung unterirdischer Geheimg\u00e4nge in Sicherheit bringen.<\/p>\n<p align=\"left\">In Orange gibt es eine Statue des Grafen und Kreuzfahrers Raimbaud\u00a0 II von Orange zu bestaunen. Er ist gewissermassen ein Urahn der niederl\u00e4ndischen K\u00f6nigin wird als Eroberer von Antiochien und Jerusalem im Jahre 1099 gefeiert. Die Grafen von Orange standen den Templern zun\u00e4chst sehr wohlwollend gegen\u00fcber. Es ist anzunehmen, dass ihre Familie auch Ordensbr\u00fcder stellten.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Provence%202009%20309.jpg\" alt=\"\" width=\"617\" height=\"922\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">5. Ausflug<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Der n\u00e4chste Ausflug f\u00fchrte uns wieder in das Comtat Venaissin, dort haben Sie, verehrte\/r Leser\/in mich im Juni 2008 schon einmal begleitet, als ich Ihnen dort die\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/menzendorff.de\/Templer10.htm\">commanderie von Richerenches<\/a>\u00a0zeigte. Die ehemalige Enklave des Papstes in Frankreich ist heute noch eine geographische Besonderheit. Ein St\u00fcck des Departements 84 Vaucluse befindet sich &#8211; getrennt vom \u00fcbrigen Gebiet &#8211; in dem Departement 26 Dr\u00f4me. Dort hofften wir, die Templerorte Roaix, Buisson und Villedieu zu erforschen und schlie\u00dflich in der Stadt Vaison-la-Romaine die gr\u00f6\u00dften Ausgrabungen der R\u00f6merzeit in ganz Frankreich anzusehen.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Templerkapelle von Roaix ist nicht ohne weiteres zu besichtigen. Sie befindet sich auf einem abgeschlossenen Privatbesitz und nach Meinung von Passanten aus dem Ort sei es schwierig, das Einverst\u00e4ndnis des Eigent\u00fcmers zu erlangen. Nach Aubarbier geh\u00f6rt das Gel\u00e4nde heute einer der modernen Organisationen, die den Templerorden als Namensbestandteil f\u00fchren.. Die Tatsache, dass es in Roaix eine Templercommanderie gegeben hat, ist \u00fcberall in der Literatur best\u00e4tigt und ausnahmsweise einmal unstreitig.<\/p>\n<p align=\"left\">Auf diesem Link kann man die chapelle Notre-Dame des Crottes der ehemaligen Templerkomturei von Roaix betrachten:<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.roaixinformatique.com\/index.php?page=99\">http:\/\/www.roaixinformatique.com\/index.php?page=99<\/a><\/p>\n<p align=\"left\">Die Nachbargemeinde\u00a0<b>84110 Buisson\u00a0<\/b>ist ebenfalls mit Gewissheit eine Niederlassung der Templer gewesen. Nach einer noch vorhandenen Urkunde hat ein Bernard de Saint V\u00e9ran am 14.01.1205 den Ort dem Templerorden geschenkt (de Bezaure, S. 122). Es gibt noch Reste mittelalterlicher Verteidigungsanlagen zu sehen.\u00a0 Die Kirche Notre-Dame de Buisson ist von den Templern gegr\u00fcndet worden (Aubarbier, S. 277):<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/buisson.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>\u00e9glise Notre-Dame<\/i>,\u00a0<b>84110 Buisson<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">3 km \u00f6stlich davon liegt die Gemeinde\u00a0<b>84110 Villedieu.\u00a0<\/b>Auch hier ist die ehemalige Templerpr\u00e4senz gesichert. Es gibt eine Urkunde aus 1219. In ganz Frankreich verstreut existieren zahlreiche Ortschaften oder Ortsteile des Namens Villedieu, an deren Gr\u00fcndung der Templerorden Anteil hatte. Ich werde das zu gegebener Zeit einmal gesondert untersuchen und eine Liste erstellen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Vil1.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>84110 Villedieu<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Vil2.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Geb\u00e4ude auf dem Commanderiegel\u00e4nde<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Vil3.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">ehem. Donjon der\u00a0<i>commanderie<\/i>\u00a0und heute Kirchturm der Pfarreikirche<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Vilkr.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Templerkreuz an der Aussenwand der Geb\u00e4ude<\/p>\n<p align=\"left\">Der Tagesausflug endete in der Stadt Vaison-la-Romaine, wo man ausgedehnte Teile der gallo-r\u00f6mischen Stadt freigelegt und zur Besichtigung zug\u00e4nglich gemacht hat. Die Anlagen sind so weitl\u00e4ufig, dass man sie nur schlecht mit der Kamera einfangen konnte. Hier ist ein recht gut erhaltenes Gemeinschaftsklo mit wesentlichen Einzelheiten zu erkennen. Ein solches Gemeinschaftsklo habe ich schon einmal am Hadrianswall im Norden Englands gesehen. Es ist offensichtlich bei den R\u00f6mern \u00fcblich gewesen, gewisse Gesch\u00e4fte in Gesellschaft zu verrichten.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Vais.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"411\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">r\u00f6misches Gemeinschaftsklo in 84110 Vaison-la-Romaine<\/p>\n<p align=\"left\">Abschliessend noch der Blick auf eine richtige Einkaufsstrasse aus der R\u00f6merzeit. Der rechte B\u00fcrgersteig war mit Arkaden \u00fcberw\u00f6lbt und dahinter befanden sich dann die Ladenlokale.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Einkauf.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Der Urlaub neigte sich dem Ende zu. Aber ein R\u00e4tsel sollte ungel\u00f6st bleiben. Nach der mir vorliegenden Literatur soll es in meinem Urlaubsort selbst, in Saint Saturnin-l\u00e8s-Apt eine sch\u00f6ne romanische Templerkapelle gegeben haben und zwar an einem Ort namens Saint-Marin (Aubarbier, S. 383). Anderen Quellen zufolge k\u00f6nnte der Ort auch St. Morin, St. Maurin oder St. Maurice-de-la-Cavalerie gehiessen haben. Im Ort gab es ein Hinweisschild auf einen Ortsteil St. Morin. Ich fragte meine Vermieterin, eine Dame die ihre Kindheit schon in der Gegend verbracht hatte. Sie erz\u00e4hlte, dass es tats\u00e4chlich einen Ort St. Marin g\u00e4be, es handele sich um eine\u00a0<i>ferme,\u00a0<\/i>also ein Geh\u00f6ft ausserhalb des Ortes. Fr\u00fcher sei dort irgendeine kirchliche Organisation ans\u00e4ssig gewesen, es befinde sich deshalb ein grosses Holzkreuz vor dem Anwesen. Das Haus sei k\u00fcrzlich verkauft worden, der neue Besitzer lasse sich aber wohl nur selten sehen, zumeist sei das Anwesen verschlossen. Sie habe auch geh\u00f6rt, dass sich dort eine Kapelle befinden w\u00fcrde.<\/p>\n<p align=\"left\">Ich fuhr mit dem Auto vor das mir beschriebene Geh\u00f6ft und das grosse Holzkreuz war gut zu sehen. Das Navi zeigte exakt vor dem Anwesen die Ortsbezeichnung St. Marin an. Ich hatte also das Anwesen gefunden. Es ist jedoch verschlossen und rundherum eingemauert bzw. eingez\u00e4unt. Es gelang also nur ein Blick von aussen in das Anwesen. Eine Kapelle oder dergleichen war nicht zu entdecken.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Sat.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>ferme St. Maurin<\/i>,<b>\u00a084490 Saint\u00a0 Saturnin-l\u00e8s-Apt<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Das Geheimnis mu\u00df ich das n\u00e4chste mal l\u00f6sen, wenn wir da noch mal Urlaub machen. Der Altar der Templerkapelle von St. Saturnin soll im Museum von Apt zu besichtigen sein. Aber: man mu\u00df auch noch ein paar R\u00e4tsel \u00fcbrig lassen, sonst lohnt es sich nicht, da noch einmal hinzufahren.<\/p>\n<p align=\"left\">Auch wenn es wegen der vielen Templerorte, die wir diesmal besichtigten, hier vielleicht nicht so aus sah: Es war ein sehr sch\u00f6ne Urlaub, das Wetter lud nicht zum Faulenzen sondern ehr zu Ausfl\u00fcgen ein und in allen Orten, die wir besuchten, gab es stets auch alles andere, was man sich auf Reisen w\u00fcnscht. Gesch\u00e4fte, Caf\u00e9s, Restaurants und Boutiquen, soda\u00df jeder von uns auf seine Kosten kam.<\/p>\n<p align=\"left\">Immerhin gelang in diesem Teil der Provence auch wieder der Beweis, dass die Templer sich an alten und wichtigen Fernstrassen niederliessen, hier entlang der Trasse der r\u00f6mische\u00a0<i>via domitia,\u00a0<\/i>die von Turin \u00fcber die Alpen f\u00fchrt und dann stets am rechten Ufer der Durance\u00a0 entlang l\u00e4uft. Die R\u00f6mer sich hier schon niedergelassen und vor ihnen die Kelten, die wahrscheinlich auch vor den R\u00f6mern schon diese Fernstrassentrasse benutzten. Es gibt entlang des Fernweges in der Provence einige keltische Siedlungen &#8211; auf unserem &#8222;Hausberg&#8220; hinter unserem Ferienhaus gab es eine &#8211; und Ortsnamen wie Opp\u00e8de (ein klarer Hinweis auf\u00a0<i>oppidum<\/i>, wie die Keltensiedlungen genannt werden).<\/p>\n<p align=\"left\">N\u00e4chsten Monat werde ich mir ansehen, wie die Templer sich auf der anderen Seite des Rh\u00f4ne an die alte Fernstrasse gesetzt haben, im Languedoc, dem Ziel der n\u00e4chsten Templerreise&#8230;.<\/p>\n<p align=\"left\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Templer in der Provence Den diesj\u00e4hrigen Osterurlaub verbrachten wir famili\u00e4r in der Provence. 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