{"id":38,"date":"2013-09-02T10:55:00","date_gmt":"2013-09-02T08:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=38"},"modified":"2019-04-21T13:55:16","modified_gmt":"2019-04-21T11:55:16","slug":"2009-languedoc","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=38","title":{"rendered":"2009 Languedoc"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-size: xx-large;\">Die Templer im Languedoc<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Auch im Languedoc waren auf den letztj\u00e4hrigen Reisen noch einige Fragen offen geblieben, ausserdem wollte ich pr\u00fcfen, ob sich die Pr\u00e4senz der Templer entlang der damals sehr wichtigen Fernstrasse, der\u00a0<i>via domitia,\u00a0<\/i>auch auf der anderen Seite des Rh\u00f4ne feststellen lassen w\u00fcrde. Ich untersuchte die Gegend um B\u00e9ziers und Narbonne. Die Suche galt vor allem der in der Literatur vielfach erw\u00e4hnten aber auch heftig umstrittenen fr\u00fcheren Commanderie\u00a0<b>Peirois.\u00a0<\/b>Von den erhaltenen Dokumenten weiss man, dass diese Commanderie recht bedeutsam gewesen sein mu\u00df. Aber wo lag sie? Nur dass sie sich in der R\u00e9gion Languedoc befinden w\u00fcrde, war klar.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Templer-Forscher George Kiess m\u00f6chte\u00a0 diesen Ort gerne in Bezug zu seiner Heimatregion bringen und sie damit in die N\u00e4he des Geheimnisses um Rennes-le-Ch\u00e2teau ziehen:<\/p>\n<p align=\"left\"><i>&#8222;Cette charte concerne le lieu de &#8222;Peirois&#8220; (Peyrolles ?) &#8230; in terminio quem vocant Peirois, in loco vocant Pratum Alibarderium.&#8220; (George Kiess, Des Templiers en Haut-Raz\u00e8s, Quillan, 1990, S. 8)<\/i><\/p>\n<p align=\"left\">Auch die Autoren Andrews und Schellenberger setzen den Ortsnamen &#8222;Perois&#8220; einer (vermutlich der gleichen) \u00dcbertragungsurkunde mit Peyrolles gleich, ohne f\u00fcr diese Behauptung allerdings einen Beleg anzuf\u00fchren (Richard Andrews und Paul Schellenberger, Das letzte Grab Christi, London 1996).<\/p>\n<p align=\"left\">Peyrolles ist u.a. ein kleiner Ort im Departement Aude. Dort gibt es meinen Untersuchungen nach keine beweiskr\u00e4ftigen Spuren f\u00fcr eine einstige Templerniederlassung. Der Forscher \u00c9mile Bonnet, Pr\u00e4sident der arch\u00e4ologischen Gesellschaft von Montpellier schrieb 1934:<\/p>\n<p><i>&#8222;La plus importante maison de l&#8217;Ordre du Temple dans le Narbonnais se trouvait \u00e0\u00a0<strong>P\u00e9rieis<\/strong>, aujourd&#8217;hui sur le territoire de la commune de Nissan (H\u00e9rault), &#8230; Elle est d\u00e9sign\u00e9e dans les textes sous le nom de Petrosio, de Petrosiis, et encore de Peyrosio.&#8220;<\/i>\u00a0(Les Maisons de l&#8217;Ordre du Temple dans le Languedoc M\u00e9diterran\u00e9en, Nimes, 1934).<\/p>\n<p align=\"left\">Diesem vielversprechenden Beitrag wollte ich nachsp\u00fcren. In der N\u00e4he der Stadt B\u00e9ziers im Departement H\u00e9rault befindet sich tats\u00e4chlich eine Gemeinde Nissan. Sie hei\u00dft heute Nissan-lez-Enserune. Dieser Ort befindet sich unmittelbar neben der zun\u00e4chst griechischen, sp\u00e4ter gallo-r\u00f6mischen Siedlung Oppidum d&#8216; Enserune, direkt an der Strasse zwischen B\u00e9ziers und Narbonne, dem alten Fernweg\u00a0<i>via domitia.<\/i><\/p>\n<p align=\"left\">Folgt man der Strasse weiter nach S\u00fcdwesten, findet man zwischen Nissan (Dept. Herault) und Coursan (Dept. Aude)\u00a0 &#8211; noch auf dem Gebiet der Gemeinde Nissan-lez-Enserune, aber schon fast an der Grenze zur Aude &#8211; tats\u00e4chlich einen winzig kleinen Ort namens\u00a0<strong>34440 P\u00e9ri\u00e8s<\/strong>\u00a0(Templerorte haben oft drei gleiche Zahlen in der PLZ<img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/neu.pommesbleues.de\/components\/com_joomlaboard\/emoticons\/tongue.png\" alt=\"\" width=\"20\" height=\"20\" \/>\u00a0).<\/p>\n<p align=\"left\">Den nahmen wir ins n\u00e4her unter die Lupe. Man \u00fcberquert eine Bahnlinie, findet zwei drei Weing\u00fcter und einen winzigen Ort dahinter, mit einigen ca. 20 H\u00e4usern, zumeist aus dem 19. Jh. Ein Teil des Ortes scheint im Karr\u00e9e angelegt zu sein. Die H\u00e4user gruppieren sich um eine Art Platz und irgendwie f\u00fchlte man die Templerpr\u00e4senz mehr, als man sie sah.<\/p>\n<p>Klar wurde schnell, dass von dem Platz drei oder vier Pforten nach draussen f\u00fchrten.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Tor.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>34440 P\u00e9ri\u00e8s,\u00a0<\/strong>Westpforte<\/p>\n<p align=\"left\">Auf dem Bild sieht man den westlichen Eingang zum Hof. Die Fassade des Hauses links daneben zeigt einen mittelalterllichen Rundbogen. Deutlicher zeigte sich das Mittelalter schon an einem sorgf\u00e4ltig gearbeiteten Brunnen. Schilder gabs dazu aber keine:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Brun.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Hinter dem Brunnen ist das Nordtor. Man kann mit M\u00fche rechts von der Bildmitte noch einige Reste des Nordtors erkennen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Languedoc%202009%20161.jpg\" alt=\"\" width=\"667\" height=\"507\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Aber so richtig &#8222;templerisch&#8220; wollte das alles noch nicht recht aussehen. Wir verliessen den innenhofartigen Platz\u00a0durch das Westtor, wendeten uns nach S\u00fcden und begannen den Ortskern zu umrunden. Wir sahen auch nur H\u00e4user aus dem 19 Jh. Als wir aufgeben wollten, kam das ins Blickfeld:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Kap1.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle des Templiers<\/i>,\u00a0<strong>34440 P\u00e9ri\u00e8s,\u00a0\u00a0\u00a0<\/strong><strong>Ansicht von S\u00fcdwesten<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Hier gelang mir eine echte Premiere. Es ist das erste mal, dass ein Bild dieser Kapelle von P\u00e9ri\u00e8s im Internet ver\u00f6ffentlicht wird. Der geneigte Leser mag sich vorstellen, in welche Aufregung man durch den Anblick einer solch unerwarteten &#8222;Jagdbeute&#8220; versetzt wird. Das Gl\u00fccksgef\u00fchl, was einen anl\u00e4sslich\u00a0 so einer &#8222;Entdeckung&#8220; durchstr\u00f6mt, rechtfertigt alle vorherigen Strapazen solch weiter Reisen.<\/p>\n<p align=\"left\">Aubarbier schreibt \u00fcber P\u00e9ri\u00e8s: .. la plus riche commanderie du Bas-Languedoc, commune de Nissan-lez-Enserune, qui conserve son enclos fortifi\u00e9, un vieux puits et une eglise du XIIIe si\u00e8cle au chevet \u00e0 sept pans.<\/p>\n<p>&#8230; die reichste Komturei des Nieder-Languedoc, in der Gemeinde Nissan-les-Enserune, die sich ihren befestigten geschlossenen Bezirk erhalten hat, einen alten Brunnen und eine Kirche aus dem 13 Jh., mit einer siebenseitigen Chorapsis. (F\u00fcr das frz. Wort enclos gibt es keine rechte \u00dcbersetzung, hier am ehesten vielleicht Klosteranlage, sonst ummauertes Geh\u00f6ft).<\/p>\n<p align=\"center\">Chorapsis von Osten:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Kap2.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Detail von der Westfassade:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Detail.jpg\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Mit &#8222;google maps&#8220; bekommt man eine wunderbare Draufsicht auf den Ortskern von P\u00e9ri\u00e8s, dem alten\u00a0<i>enclos du Temple<\/i><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Pic1.jpg\" alt=\"\" width=\"642\" height=\"408\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Copyright: google maps<\/p>\n<p align=\"left\">Mit rot habe ich hier noch die Lage des Brunnens und der Kapelle bezeichnet. Die Eing\u00e4nge von Norden und Westen sind klar zu erkennen, der S\u00fcdeingang ist andeutungsweise zu ahnen. Ein Osttor gab es m\u00f6glicherweise nicht. Insgesamt ist festzustellen, dass weder der Ortskern noch die Kirche nach den Himmelsrichtungen\u00a0 ausgerichtet w\u00e4ren..<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Pic2.jpg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"434\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Das w\u00e4re nicht etwa eine Besonderheit. Obwohl der Magnetkompass im Mittelalter schon recht bekannt und die Benutzung des Standes der Mittagssonne allt\u00e4glich war, kann man bei einem Grossteil der mittelalterlichen Sakralbauwerke &#8211; die an sich nach Osten ausgerichtet sein sollten &#8211; einen gewissen Versatz zu der Ost-West-Achse feststellen.\u00a0 Das liegt gewiss an unberechenbaren Faktoren wie dem Bauuntergrund, der Lage schon vorher vorhandener Strassen und Wege und vor allem der Grundst\u00fccksgrenzen. So etwas l\u00e4sst sich auch am Stadtbild moderner Grosst\u00e4dte feststellen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/HF.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"240\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Cassini-Karte von P\u00e9ri\u00e8s<\/p>\n<p align=\"left\">Als weiteren Beweis f\u00fcr die Lage der gesuchten Komturei in diesem Ort zeige ich noch diesen Ausschnitt aus der sog. Cassini-Karte von 1759. Unter dem Ortsnamen &#8222;<b>Periex<\/b>&#8220; finden sich die vier Buchstaben &#8222;Comm.&#8220; was die Existenz der Commanderie an diesem Ort abschliessend beweist. Der See am linken Bildrand, beschrieben in dieser und auch in aktuellen Karten noch als L&#8217;Etang de la Grangette, (&#8222;Grange&#8220; = Scheune nennt man auch landwirtschaftliche Untereinheiten der Templer) ist heute weitgehend ausgetrocknet. Seine urspr\u00fcngliche Lage wird noch durch den Verlauf zweier Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben kenntlich gemacht. Auf den google Satellitenbildern kann man noch zahlreiche T\u00fcmpelchen an der Stelle entdecken, die fr\u00fcher der See eingenommen haben mu\u00df.<\/p>\n<p align=\"left\">Folgender Link zeigt die Cassini-Karte von der Umgebung des Ortes:<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.notrefamille.com\/34440-nissan-lez-enserune\/cassini-cartes-58-8-4-ville-village.html\">http:\/\/www.notrefamille.com\/34440-nissan-lez-enserune\/cassini-cartes-58-8-4-ville-village.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit war ein Teil des R\u00e4tsels um Peirois gel\u00f6st, aber noch nicht das R\u00e4tsel um die Nennung des Ortsnamens Peyrosio.<\/p>\n<p>Bonnet beschwert sich in seinem zitierten Buch, dass seine beiden Autorenkollegen L\u00e9onard und Sabarth\u00e8s diesen Ort identifiziert h\u00e4tten mit\u00a0<b><em>Peyrens<\/em><\/b>, einem\u00a0<em>hameau<\/em>\u00a0(Weiler), der sich auf dem Gebiet der Gemeinde Bizanet bef\u00e4nde.<\/p>\n<p>Die Nachschau ergab ein Peyrens bei Castelnaudary und eines bei Villerouge-Termenes, alles viel zu weit weg. Den Ort Bizanet gibt es selbstverst\u00e4ndlich, er ist nahe bei Narbonne, aber man findet auch in der hochaufgel\u00f6sten Karte kein\u00a0<i>hameau Peyrens\u00a0<\/i>bei Bizanet.<\/p>\n<p>Bonnet schreibt:<br \/>\n<i>&#8222;.. si on se r\u00e9f\u00e8re \u00e0 la carte de Cassini, on peut constater qu&#8217;il existait une commanderie \u00e0 Perieis, alors qu&#8217;\u00e0 notre connaissance aucune tradition ne place une maison du Temple a Peyrens. Enfin tous les textes connus invitent \u00e0 rechercher la\u00a0<\/i><em>domus de Petrosio<\/em><i>\u00a0dans les environs de B\u00e9ziers et non dans le voisinage de Narbonne.&#8220;<br \/>\n<\/i><br \/>\n(Wenn man die Cassini-Karte nimmt, kann man best\u00e4tigen, dass in Perieis eine Komturei bestand, ferner gibt es unseres Wissens nach keine \u00dcberlieferung eines Templerhauses in Peyrens. Schliesslich laden alle bekannten Texte dazu ein, das domus de Petrosio in der Umgebung von B\u00e9ziers zu suchen und nicht in der Nachbarschaft von Narbonne.)<\/p>\n<p>Die modernere Forschung scheint ihn widerlegt zu haben.<\/p>\n<p>Aubarbier schreibt \u00fcber Peyrens:<\/p>\n<p>De Narbonne d\u00e9pendaient deux autres commanderies: Peyrens, sa jumelle, sur la commune de Bizanet&#8230;<\/p>\n<p>Auch nach Daniel Gaillard, Les haut-lieux Templiers, Nimes, 2005, Seite 425, befindet sich ein Peyrens auf dem Gemeindegebiet von Bizanet im Canton Narbonne. Die Templer von Peyrens h\u00e4tten sich in 1261 zus\u00e4tzlich noch in Laroque-de-Fa niedergelassen.<\/p>\n<p>bei\u00a0<a href=\"http:\/\/templis.free.fr\/r_langue.htm\" target=\"_new\">http:\/\/templis.free.fr\/r_langue.htm<\/a>\u00a0hei\u00dft es trocken:<\/p>\n<p><i>&#8222;- Peyrens, Bizanet, Narbonne, Commanderie&#8220;<\/i><\/p>\n<p>zus\u00e4tzlich wird P\u00e9ri\u00e8s best\u00e4tigt:<\/p>\n<p>&#8222;<i>&#8211; P\u00e9ri\u00e9s, Nissan lez Enserune, Commanderie principale, reste l&#8217;enclos fortifi\u00e9, un vieux puits &amp; la chapelle du 13e.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Ein Grund, sich in Bizanet n\u00e4her umzusehen. Das findet sich etwa 25 Km (Eine Tagesetappe !) s\u00fcdwestlich entlang der alten Trasse der via domitia in der N\u00e4he des bekannten Inqusitionsklosters Fontfroide. Hier stiess die ebenfalls von den R\u00f6mern befestigte Fernstrasse zum Atlantik \u00fcber Toulouse und Carcassonne auf die via domitia, die sich dort weiter an der K\u00fcste nach S\u00fcden \u00fcber Perpignan zur (heutigen) spanischen Grenze erstreckt. Der Grossteil der Santiago-Pilger aber verliess hier die via domitia, um dieser einm\u00fcndenden Fernstrasse in Richtung Atlantik weiter zu folgen. Das zeigt die ungeheuer wichtige Bedeutung diese Wegekreuzes f\u00fcr das mittelalterliche Fernstrassennetz. Es verwundert nicht, dass sich die Templer gerade diese wichtige strategische Stelle f\u00fcr eine ihrer Niederlassungen aussuchten.<\/p>\n<p>(Apropos: Habe ich schon erw\u00e4hnt, dass es in Frankreich vielleicht mehr Niederlassungen des Templerordens [Man sch\u00e4tzt die Anzahl der commanderies dort auf bis zu 1600] gab, als Filialen einer weltbekannten US-amerikanischen Gastst\u00e4ttenkette f\u00fcr Schnellgerichte oder als Niederlassungen eines bekannten, mit einem roten Buchstaben beworbenen franz\u00f6sischen Netzwerk-Systems von Superm\u00e4rkten?)<\/p>\n<p>Der mutmassliche Templerort\u00a0<b>Nevian<\/b>\u00a0liegt auch an dieser Wegverzweigung, aber dort war nichts templerisches zu finden. Auch der Ort\u00a0<b>11200 Bizanet\u00a0<\/b>erwies sich zun\u00e4chst auch als Flop. Kein Schild. Kein Hinweis auf die Templer. Eine Kirche, garantiert nicht aus der Templerzeit. Mehr eigenm\u00e4chtig &#8222;zog&#8220; uns das Navi nach S\u00fcden aus der Gemeinde heraus. Ehrlich gesagt gel\u00fcstete es uns auch schon eher nach einer gepflegten Abendmahlzeit unter Platanen. Und dann sahen wir ausserhalb des Ortes einen Friedhof mit einer Ruine:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Biz1.jpg\" alt=\"\" width=\"668\" height=\"446\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das schien doch noch ein Volltreffer zu werden.\u00a0Auf dem Friedhofsgel\u00e4nde stand die Ruine einer Kapelle mit romanischem Schiff und gotischer Chorapsis:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Biz2.jpg\" alt=\"\" width=\"668\" height=\"446\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Zudem gab es Reste anderer Geb\u00e4ude bei der Kirchenruine zu entdecken. Anbauten, die nicht sakralen zwecken dienten. Sind das vielleicht die Reste der ehemaligen\u00a0<i>logis\u00a0<\/i>des Kommandeurs? Wie das bei einer bedeutenden Templerkomturei zu erwarten w\u00e4re?<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Biz3.jpg\" alt=\"\" width=\"668\" height=\"446\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Es gab zwar kein Hinweisschild auf die Templer, aber die Gr\u00f6sse des Areals entsprach durchaus einer Komturei, ausserdem befanden sich noch weitere Geb\u00e4udereste in der N\u00e4he der Kirche, die weder neben einer Kirche noch auf einem Friedhof etwas verloren hatten und vielleicht die Scheune und andere Nebengeb\u00e4ude der Komturei darstellten. Von der Gr\u00f6\u00dfe her passte das wunderbar zusammen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Biz4.jpg\" alt=\"\" width=\"668\" height=\"446\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Komturei von Peyrens\/Bizanet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Biz5.jpg\" alt=\"\" width=\"668\" height=\"446\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Es beschlich uns das Gef\u00fchl, hier Neuland entdeckt zu haben. Aber es ist bislang nur pure Theorie, wir fanden nicht einen einzigen Beweis. Dennoch war das ein gelungener Tag und hat uns grossen Spass gemacht. Nach einem Pastis unter Platanen und einem anschliessenden \u00fcppigen Abendmahl zog ich folgendes<\/p>\n<p align=\"left\">Fazit:<\/p>\n<p>1. Es gibt in\u00a0<strong>34440 P\u00e9ri\u00e8s<\/strong>\u00a0(H\u00e9rault) eindeutige Reste, die den Schlu\u00df zulassen, dass hier eine ausserordentlich m\u00e4chtige Commanderie errichtet worden war. Die Commanderie lag nicht irgendwo, sondern genau an der Strecke zwischen B\u00e9ziers und Narbonne und damit auf der Trasse der\u00a0<em>via domitia<\/em>, die die R\u00f6mer zwar befestigt, aber nicht gebaut haben. Diese Fernstrasse existierte schon in vorr\u00f6mischer Zeit, wie die unmittelbare N\u00e4he zum Oppidum von Enserune beweist. Auch im provenzalischen Teil der via domitia reihen sich Keltenst\u00e4tten an dieser Fernstrasse auf. Im Mittelalter verwandelte sich die via domitia zu dem s\u00fcdlichsten Santiago-Pilgerweg durch Frankreich. Damit unterstreicht sich die wichtige Funktion dieser Lage f\u00fcr die Templer.<\/p>\n<p>2. Im S\u00fcden des Gebiets der Gemeinde\u00a0<strong>11200 Bizanet<\/strong>\u00a0(Aude) &#8211; ebenfalls an dieser Fernstrecke &#8211; befinden sich Reste mehrerer mittelalterlicher Profangeb\u00e4ude und die Ruine einer Kirche aus dem 12.\/13. Jh., die in ihrer Anordnung zueinander, ihrer Gr\u00f6sse und der Gr\u00f6sse des bestandenen Areals Anlass f\u00fcr die Vermutung geben, dass es sich hierbei um die in der Literatur nur schlecht beschriebene Komturei Peyrens in Bizanet handeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>3. Es gibt danach in relativer N\u00e4he zueinander wohl zwei Templereinrichtungen im Gebiet von B\u00e9ziers und Narbonne, mit \u00e4hnlichem Namen. Ob es sich bei der einem oder der anderen um das Petrosio gehandelt hat, vermag ich aus den arch\u00e4ologischen Befunden nicht sicher zu schliessen. Nach der Aktenlage scheint P\u00e9ri\u00e8s die wichtigere Kommanderie gewesen zu sein, denn es sind zahlreiche W\u00fcrdentr\u00e4ger des Ordens namentlich bekannt. Die Gr\u00f6sse der Anwesen vor Ort und die geografische Lage spricht auch daf\u00fcr, dass P\u00e9ri\u00e8s die m\u00e4chtigere Einrichtung des Ordens war.<\/p>\n<p align=\"left\">P.S. Nachtrag zu den Templern in der Provence.<\/p>\n<p align=\"left\">Eine Teilnehmerin der diesj\u00e4hrigen Reise in das Languedoc sandte mir das auf ihrer R\u00fcckreise nach \u00d6sterreich entstandene Foto der festungs\u00e4hnlichen Templerkirche von Hy\u00e8res. Dort hatten die Templer einen nicht unbedeutenden Mittelmeerhafen f\u00fcr ihre m\u00e4chtige Flotte. Vielen Dank f\u00fcr das Bild!<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Gig.jpg\" alt=\"\" width=\"688\" height=\"968\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>\u00e9glise des Templiers<\/i>,\u00a0<b>83400 Hyeres\u00a0<\/b>(Dept. Var)<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: small;\">Foto: Elisabeth\u00a0<\/span><span style=\"font-family: Tahoma; font-size: small;\">Neufeldt-Schoeller, Wien<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Templer im Languedoc Auch im Languedoc waren auf den letztj\u00e4hrigen Reisen noch einige Fragen offen geblieben, ausserdem wollte ich pr\u00fcfen, ob sich die Pr\u00e4senz der Templer entlang der damals sehr wichtigen Fernstrasse, der\u00a0via domitia,\u00a0auch auf der anderen Seite des Rh\u00f4ne feststellen lassen w\u00fcrde. Ich untersuchte die Gegend um B\u00e9ziers und Narbonne. 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