{"id":44,"date":"2013-09-02T10:56:42","date_gmt":"2013-09-02T08:56:42","guid":{"rendered":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=44"},"modified":"2019-04-21T12:41:07","modified_gmt":"2019-04-21T10:41:07","slug":"2010-provence","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=44","title":{"rendered":"2010 Provence"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-size: xx-large;\">Die Templer in der Provence, Teil 2<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Der diesj\u00e4hrige Osterurlaub wurde wieder in der Provence verbracht. Aber weil es uns im Burgund im Februar so gut gefallen hatte, beschlossen wir, auf der Hinfahrt einen Zwischenstop einzulegen und einnoch mal eine Nacht in dem Ch\u00e2teau La Romagne zu verbringen. Ein feines Abendessen gab es in einem benachbarten, mittelalterlichen Ort namens B\u00e8ze in einem sehr urigen Gasthaus am offenen Grill-Kamin. Fr\u00fchst\u00fcck wie gewohnt bei Monsieur Quenot, unserem Zimmerwirt und Schlossherrn, im Rittersaal.<\/p>\n<p align=\"left\">Das ist eine TOP Empfehlung:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.romagne.com\/\">http:\/\/www.romagne.com<\/a>, wenn Sie mal richtig romantisch im Burgund \u00fcbernachten wollen!!<\/p>\n<p align=\"left\">Seine Croissants und sein Brot l\u00e4\u00dft sich Mr. Quenot von &#8222;seiner&#8220; Banette-Filiale direkt ans Schloss liefern. Wenn Sie mal wieder in Frankreich sind, probieren Sie doch mal eines dieser Erzeugnisse aus einem &#8222;Banette&#8220;-Laden. Es ist keine Kette, sondern ein freiwilliger Zusammenschlu\u00df von einigen Tausend B\u00e4ckereien in Frankreich, die sich auf die Einhaltung bestimmter, h\u00e4ufig \u00e4ltere Rezepte und Zutatenqualit\u00e4ten verpflichtet haben. Glauben Sie mir, sSie werden das nicht bereuen.<\/p>\n<p align=\"left\">Das Fr\u00fchst\u00fcck war jedenfalls wesentlich besser als das Wetter. Bevor wir uns schleunigst auf die Autobahn Richtung S\u00fcden aufmachten, gab es noch einen Templerort f\u00fcrs Burgund nachzutragen, den ich im Februar leider nicht mehr schaffte. Von La Romagne bis zum n\u00e4chsten Templerort sind es 17 Kilometer. D.h. das Burgund ist eigentlich dort schon zu Ende, denn la Romagne befindet sich an der nord\u00f6stlichen Grenze des Departements C\u00f4te d&#8217;Or, welches noch zur heutigen R\u00e9gion Bourgogne geh\u00f6rt. Die R\u00e9gion Bourgogne ist mehr oder weniger aus dem fr\u00fcheren Herzogtum Burgund hervorgegangen. Das Nachbardepartement im Osten heisst Haute-Sa\u00f4ne und liegt in der heutigen R\u00e9gion Franche-Comt\u00e9.\u00a0 Das ist die fr\u00fchere sogenannte Freigrafschaft Burgund. Die geh\u00f6rte im Mittelalter zum heiligen r\u00f6mischen Reich deutscher Nation. Die Franche Comt\u00e9 gelangte erst 1678 nach Frankreich, nachdem Louis XIV, der &#8220; Sonnenk\u00f6nig&#8220;, zuvor dort mit seinen Truppen einmarschiert ist .<\/p>\n<p align=\"left\">Dieser n\u00e4chste Templerort heisst\u00a0<b>Autrey-l\u00e8s-Gray:<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Autrey.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>eglise templi\u00e8re,\u00a0<\/i><b>70100 Autrey-l\u00e8s-Gray<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Und dann ging es non stop in den S\u00fcden. Wir bezogen die gleiche Bleibe, wie das Jahr zuvor. Sie eignet sich f\u00fcr Ausfl\u00fcge ebenso wie f\u00fcr Relaxen. Man hat einen fantastischen Fernblick auf die n\u00f6rdlichen Ausl\u00e4ufer des Luberon-Gebirges. Das Wetter war nicht jeden Tag f\u00fcrs Faulenzen auf der Terrasse geeignet, also machten wir h\u00e4ufig Ausfl\u00fcge, z.B. zum ber\u00fchmten Flohmarkt von L&#8217;Isle-sur-la-Sorgue, der sich r\u00fchmt, neben Paris die bedeutensten franz\u00f6sischen Antiquit\u00e4ten-H\u00e4ndler zu beherbergen. Ob es stimmt, kann ich nicht beurteilen, jedenfalls ist es da sehr sch\u00f6n. Ausserdem waren wir in Avignon und in Aix-en-Provence.<\/p>\n<p align=\"left\">Nein, das war nicht als Templerreise geplant sondern sollte der Erholung dienen und so steuerten wir diesmal eher keine Templerorte an, sondern nahmen nur das mit, was zuf\u00e4llig auf dem Weg lag. Auf unserem Ausflug nach Avignon lagen zwei Templerorte, die mittalalterlichen St\u00e4dte\u00a0<b>84210 Pernes-les-Fontaines\u00a0<\/b>und\u00a0<b>Saint-Saturnin d&#8217;Avignon<\/b>. Letzeres liessen wir aus, um die Geduld der Mitreisenden nicht \u00fcberzustrapazieren. Das nehme ich mir n\u00e4chstes Jahr vor. In Pernes-les-Fontaines erwarteten uns die sogenannten Trois Pilons, \u00fcbersetzt: drei Stampfer oder Keulen. Gemeint sind damit offenbar mittelalterliche T\u00fcrme, die die Templer gebaut haben sollen (Aubarbier, S. 282)<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Img0000.jpg\" alt=\"\" width=\"445\" height=\"594\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Ein rechteckiger Templerturm in\u00a0\u00a0<b>84210 Pernes-les-Fontaines<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Img0005.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Die Seitenflanke zeigt ein Fenster mit romanischem Fenstersturz<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Img0004.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Eingang zum Turm, eindeutig 12 Jahrhundert.<\/p>\n<p align=\"left\">Hinweisschilder auf die Templer waren keine zu entdecken. Nach einer kurzen Erfrischung setzten wir die Fahrt nach Avignon fort, wobei der Schwerpunkt aber doch eindeutig eher auf Schuhgesch\u00e4ften, Schuhgesch\u00e4ften und &#8230;. Schuhgesch\u00e4ften lag. Avignon ist schon eine Perle. Es gibt so viel, was man sich unbedingt ansehen muss, die ber\u00fchmte Br\u00fccke, den Papstpalast aus dem 14.\/15. Jahrhundert, immer und immer wieder umgebaut<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Img0010.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Der\u00a0<i>Palais des Papes<\/i>\u00a0in\u00a0<b>Avignon<\/b>\u00a0war zwischen 1335 und 1430 die Residenz verschiedener P\u00e4pste und Gegenp\u00e4pste, Foto Johannes Hallenberger<\/p>\n<p align=\"left\">und die Altstadt mit ihren Caf\u00e9s und Boutiquen. Ganz zuf\u00e4llig entdeckte meine Gattin in einer Seitenstrasse ein Schild an dem Eingang zu einer Passage zwischen zwei Ladengesch\u00e4ften.<\/p>\n<p align=\"left\">Ihr geb\u00fchrt der Applaus, ich w\u00e4re &#8211; mit meiner Eist\u00fcte besch\u00e4ftigt &#8211; locker daran vorbei gelaufen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Img0013.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">&#8222;Kapelle Unserer Lieben Frau von Bethlehem, errichtet zwischen 1273 und 1281 durch die Templer, \u00fcbertragen, nach der Aufl\u00f6sung des Ordens im Jahre 1312 auf die Hospitaliter von Sankt Johannes von Jerusalem. Dieses Geb\u00e4ude, dem hl. Johannesgewidmet, blieb Sitz der Hospitaliter von St. Johannes von Jerusalem, von Rhodos und von Malta bis zum Jahr 1793&#8220;. Es war eigentlich keine Passage, eher eine Sackgasse, in der wir dann den Eingang zur Templerkirche von Avignon &#8222;entdeckten&#8220;:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Img0011.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Templerkapelle von\u00a0<b>Avignon<\/b>, Foto: Johannes Hallenberger<\/p>\n<p align=\"left\">Sie befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche Saint Agricol, ich meine, die Strasse heisst auch Rue Saint Agricol.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Avignon.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"445\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Templerkapelle von\u00a0<b>Avignon<\/b>, Foto: Johannes Hallenberger<\/p>\n<p align=\"left\">Ein weiterer Ausflug war zum Shoppen nach Aix-en-Provence angedacht. Wer mich kennt, wei\u00df, dass ich meine Zustimmung zu einem Shopping-Nachmittag nur gegen eine &#8222;Gegenleistung&#8220; erteile. Mindestens ein Templerort mu\u00dfte also auf dem Weg liegen und &#8222;abgehakt&#8220; werden. Es gab einiges an Templerorten um Aix. Wir verst\u00e4ndigten uns auf Saint-Antonin-sur-Baylon. Dort sollte es nach Aubarbier einiges an Resten aus der Templerzeit geben, eine Kirche, eine Scheune mit zwei T\u00fcrmen usw. Die Fahrt zog sich recht lange hin. Am Ziel angekommen, waren wir uns alles andere als sicher, ob wir hier \u00fcberhaupt richtig waren. Das Navi zeigte uns den Ort zwar an, es gab auch ein Ortsschild. Nur gab es kein Dorf oder dergleichen zu sehen. Rechts von der Landstrasse erhob sich eine m\u00e4chtige Villa oder besser ein Ch\u00e2teau und es gab einen grossen, gepflegten Parkplatz. Offenbar gab es hier einen Reitbetrieb und ein Restaurant. Es war nicht zu erfahren, wer das Ch\u00e2teau bewohnt, das von einem riesigen Gel\u00e4nde und \u00fcbermannshohen\u00a0 Mauern umgeben ist. Mit M\u00f6rtel aufgeklebte Glasscherben sollen das Her\u00fcberklettern erschweren. Niemand weit und breit, den man hier h\u00e4tte nach den Templern fragen k\u00f6nnen. Man hatte einen wunderbaren Blick auf die Montagne St. Victoire und wir spazierten etwas entlang der Grundst\u00fccksgrenze des Anwesens.<\/p>\n<p align=\"left\">Pl\u00f6tzlich sahen wir das da:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Provence%20123.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Eine Kapelle, ganz sicher aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Gr\u00f6\u00dfe und Rechteckbauweise entspricht der einer Templerkapelle. Eine Kapelle, die in der Grundst\u00fccksmauer intergriert ist? Eventuell bedeutet das, dass sie auch von ausserhalb des Gem\u00e4uers h\u00e4tte besucht werden d\u00fcrfen. Sie war stark vom Verfall bedroht. Man hatte mit Notbaumassnahmen (noch keinen Reparaturen) begonnen, um dem fortschreitenden Verfall Einhalt zu gebieten. Das stand auf der blauen Tafel zu lesen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Provence%20119.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Aber kein Schild, kein Hinweis, der uns h\u00e4tte Aufschluss geben k\u00f6nnen, ob es sich hier wirklich um die\u00a0<i>commanderie<\/i>\u00a0von Bayle handeln w\u00fcrde. Das Schloss war jetzt auch nicht gerade eines von der Sorte, bei der man einfach klingelt und halt mal fragt. \u00dcberall Kameras, Stacheldraht usw..\u00a0 Manw\u00fcrde also da rein m\u00fcssen, hilfsweise die Kamera einmal in das Fenster reinhalten. Alle guckten pl\u00f6tzlich unsere Patrycja an. Sie war die leichteste. Sie konnte am besten von allen klettern und sie war diejenige, die sich bei unserer Reise nach Polen im Februar 2009 schon als katzenhafte Fassadenbezwingerin bew\u00e4hrt hat.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Provence%20133.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Was z\u00e4hlten da Kratzer und Lehmspritzer. Sowas darf der Forschung nicht im Wege stehen. Gottlob sind nicht alle Menschen gleich, mancher ist Violinenvirtuose. Ein anderer beherrscht Stabhochsprung. Wieder andere k\u00f6nnen singen. Ich h\u00e4tte &#8211; so sagt man mir nach &#8211; eine &#8222;recht flotte Schreibe&#8220; (ich hoffe sehr, dass das stimmt.) Patrycja kann singen. Und klettern. Singen k\u00f6nnte ich auch ein bisschen. Aber wenn man versucht h\u00e4tte, mich dort hochzuwuchten, w\u00e4re die Welt gewiss schlagartig um ein Kulturerbe \u00e4rmer geworden&#8230;<\/p>\n<p align=\"left\">Machen wir es nicht so spannend. Das findet sich innen, auf dem Altar und hinter provisorischen St\u00fctzbalken:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Narty%20i%20templer%20149.JPG\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"453\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Das &#8222;Tatzenkreuz&#8220; der Templer ?<\/p>\n<p align=\"left\"><b><span style=\"font-size: large;\">Nachtrag Juni 2011: Alles Falsch!!!<\/span><\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Man muss auch Irrt\u00fcmer zugestehen k\u00f6nnen. Wir haben uns geirrt, die Templerkomturei befindet sich weiter \u00f6stlich im Wald. Thorsten Stute hat sie nach beharrlicher Suche im Satellitenbild gefunden. Diese Kapelle hier stammt zwar dennoch aus der Templerzeit, muss aber nichts damit zu tun haben. Ich habe so eine Idee, dass am Fusse der Montagne St. Victoire sich einmal eine Fernstrasse hin\u00fcber nach Italien befunden haben k\u00f6nnte und dass St. Antonin eine Station an dieser Strasse war, die vielleicht vonmehreren geistlichen Institutionen betreut worden war. Templer oder nicht, die Kapelle war trotzdem interessant und so habe ich einen Grund, da noch einmal hinzufahren, und am richtigen Ort nachzusehen.<\/p>\n<p align=\"left\">Herzlich, Ihr Markus Menzendorff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Templer in der Provence, Teil 2 Der diesj\u00e4hrige Osterurlaub wurde wieder in der Provence verbracht. Aber weil es uns im Burgund im Februar so gut gefallen hatte, beschlossen wir, auf der Hinfahrt einen Zwischenstop einzulegen und einnoch mal eine Nacht in dem Ch\u00e2teau La Romagne zu verbringen. 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