{"id":46,"date":"2013-09-02T10:57:08","date_gmt":"2013-09-02T08:57:08","guid":{"rendered":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=46"},"modified":"2019-04-21T13:56:02","modified_gmt":"2019-04-21T11:56:02","slug":"2010-roussillon","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=46","title":{"rendered":"2010 Roussillon"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<span style=\"font-size: xx-large;\">Templer im Roussillon<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Es ist uns inzwischen eine liebe Gewohnheit geworden, jedes Jahr im Mai nach Rennes-le-Ch\u00e2teau und Umgebung zu fahren. Die Templerhinterlassenschaften in der Gegend haben es mir irgendwie angetan. Sie sind besonders geheimnisumwittert. Das mag auch daran liegen, dass hier Templer aus Spanien mit den franz\u00f6sischen Templern zusammentrafen. Das Roussillon hat zur Templerzeit (und noch lange danach) zu Spanien, genauer zur Krone Aragon geh\u00f6rt. Die Templer hatten sich im Befreiungskampf um Spanien verdient gemacht und waren deshalb anf\u00e4nglich bei den spanischen Herrschern sehr beliebt. Sie wurde sehr grossz\u00fcgig mit L\u00e4ndereien ausgestattet. Die fruchtbare Tiefebene des Roussillon ist\u00a0 sehr dicht von den Templern in Besitz genommen worden. Meiner Ansicht nach handelt es sich um die dichteste Ansiedlung des Ordens im heutigen Frankreich. Fast jeder zweite oder dritte Ort befand sich mehr oder weniger in den H\u00e4nden des Ordens.<\/p>\n<p align=\"left\">Es wird vielleicht auch deshalb vielfach die Ansicht vertreten, die Templer k\u00f6nnten die Absicht gehegt haben, hier im S\u00fcden Frankreichs einen eigenen Ordensstaat\u00a0 &#8211;\u00a0 mit dem Kern in Perpignan &#8211; zu gr\u00fcnden. In der N\u00e4he von Perpignan, wo der mit den Templern allerbestens befreundete K\u00f6nig von Mallorca sich ein m\u00e4chtiges Schloss bauen liess,<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC%20178.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Ch\u00e2teau des rois de Majorque,\u00a0<b>66000 Perpignan<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">gr\u00fcndeten die spanischen Templer 1137 die Hauptcommanderie des Roussillon und nannten sie Mansus Dei (= Haus Gottes) oder\u00a0<i>Mas Deu\u00a0<\/i>auf katalanisch, so wie sie noch heute genannt wird. Sie befindet sich an der D 612 zwischen den Orten Trouillas und Villemolaque.<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">1. Mas D\u00e9u<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Im Jahre 1138 wurde die Kapelle der Commanderie erbaut. Man stellte sie unter den Schutz der Maria (Arnaudi\u00e8s, Les Templiers en Roussillon, Nice, 1986, S. 36). Das Gel\u00e4nde befindet sich neben einer bekannten und empfehlenswerten, seit sechs Generationen im Familienbesitz befindlichen Bio-Weinkellerei\u00a0<a href=\"http:\/\/www.chateaumasdeu.com\/\">http:\/\/www.chateaumasdeu.com<\/a>\u00a0und in Privatbesitz. Es ist eingez\u00e4unt und nur nach Voranmeldung zu besichtigen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Kapelle.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle Ste. Marie,<\/i>\u00a0Mas Deu,\u00a0<b>66300 Trouillas<\/b>, Pyren\u00e9es-Orientales<\/p>\n<p align=\"left\">Diese Kapelle ist, anders als dieses Bild vermuten l\u00e4sst, noch recht intakt und leider das einzige heute noch sichtbare Geb\u00e4ude aus der Templerzeit. Zwar hatten die Templer auch ein Schlo\u00df errichtet. Davon sind aber nur noch Spuren von Grundmauern erhalten. Das Schloss wurde besonders in der Renaissance-Zeit vergr\u00f6\u00dfert und umgebaut. Der Sohn der Eigent\u00fcmer war so reizend, uns \u00fcber das ganze Gel\u00e4nde zu f\u00fchren. Er zeigte uns auch Mauerreste von den Templern, die sich aber nicht recht fotografieren liessen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC%20133.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Die Basis dieses Turms stammt z.B. von den Templern. Das Schloss ist leider 1944 einer gewaltigen\u00a0 Explosion zum Opfer gefallen. Es steht nur fest, dass die deutsche Armee dort ein Munitionsdepot errichtet hatte. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Explosion werden unterschiedlich dargestellt.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Chateau.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Unser freundlicher Gastgeber<i>\u00a0<\/i>Monsieur Jean-Fran<span style=\"font-size: medium;\">\u00e7<\/span>ois erkl\u00e4rte uns, dass einer der letzten Besitzer, ein wohlhabender Adliger, sich auf dem Anwesen einen Park errichten liess, mit einem Weiher, in dessen Mitte sich eine Insel befand. Mit Ruderbooten sei man zu dem Pavillon auf der Insel hin\u00fcbergelangt.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Templer von Roussillon hatten ein wesentlich g\u00fcnstigeres Schicksal als ihre franz\u00f6sischen Kollegen. Sie wurden zwar auch verhaftet, aber erst viel sp\u00e4ter und erst nach hohem Druck des Papstes auf Spanien. Teilweise leisteten die Templer sogar erhebliche Gegenwehr, in dem sie sich in einer katalonischen Burg verschanzten. Die Prozesse \u00fcberzeugten aber letzlich die Ankl\u00e4ger, dass an der massgeblich vom franz\u00f6sischen K\u00f6nig und seinen Ratgebern zusammengestrickten Anklage nicht allzuviel &#8222;dran war&#8220;. Die Templer wurden freigelassen und hatten die Wahl, entweder in neu errichtete spanische Ritterorden einzutreten, oder auf den ehemaligen Templerg\u00fctern weiterzuleben und sich von dort bis zu ihrem Lebensende selbst zu versorgen. Der letzte\u00a0 Pr\u00e4zeptor von Mas Deu, Raymond Sa Guardia, wurde freigesprochen und lebte bis zu seinem Tod im Jahre 1319 (Arnaudi\u00e8s, S. 33) mietfrei auf Mas Deu, ausgestattet mit einer Pension von 350 Pfund (Demurger, Die Templer, S. 265), eine stattliche Summe .<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">2. St. Hippolyte<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Einen weiteren wichtigen St\u00fctzpunkt errichteten die Templer in St. Hippolyte. Hier wurde das Gesch\u00e4ft mit Salz betrieben. Die Templer erhielten 1180 z.B. den Etang de Bag\u00e8s (Arnaudi\u00e8s, S. 6), und andere k\u00fcstennahe flache Gew\u00e4sser, die von den Templern zur Salzgewinnung teilweise trockengelegt wurden.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC%20143.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Reste des\u00a0<i>Ch\u00e2teaus des Templiers<\/i>,\u00a0<b>66176 St.\u00a0 Hippolyte,\u00a0<\/b>Pyren\u00e9es-Orientales<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC%20166.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Die Kirche von St. Hippolyte, aus der Templerzeit, aber kein Bezug zu dem Templerorden erwiesen<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC%20165.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Wie man sieht, isst man in St. Hippolyte lecker\u00a0<i>catalan.\u00a0<\/i>Wie der geneigte Leser sich vorstellen mag, wurde dieser Tag ein recht vergn\u00fcgliches Erlebnis.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/RlC%20169.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Abschied von St. Hippolyte<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Templer im Roussillon Es ist uns inzwischen eine liebe Gewohnheit geworden, jedes Jahr im Mai nach Rennes-le-Ch\u00e2teau und Umgebung zu fahren. 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