{"id":53,"date":"2013-09-02T10:59:28","date_gmt":"2013-09-02T08:59:28","guid":{"rendered":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=53"},"modified":"2019-04-21T14:59:33","modified_gmt":"2019-04-21T12:59:33","slug":"2010-franche-comte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menzendorff.de\/?p=53","title":{"rendered":"2010 Franche-Comte"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-size: xx-large;\">Templer in der Franche-Comt\u00e9<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Die R\u00e9gion Franche-Comt\u00e9\u00a0 (sogenannte Freigrafschaft Burgund), unterhalb Lothringens, eingezw\u00e4ngt zwischen Burgund, Elsass und Schweiz, n\u00f6rdlich begrenzt durch die Porte d&#8217;Alsace, (der einzige Durchgang zwischen den Alpen und den Vogesen), st\u00f6\u00dft im S\u00fcden an das Department Ain (Rh\u00f4ne-Alpes). Es gibt 4 Departements, 70 Haute-Sa\u00f4ne, 39 Jura, 25 Doubs und 90 Territoire-de-Belfort (nur die Stadt Belfort).<\/p>\n<p>Die Gegend ist erst unter Ludwig XIV nach heftigen Gefechten zu Frankreich gekommen. Der Freigraf war vorher Vasall des Kaisers des Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation.<\/p>\n<p>Man sprach aber Franz\u00f6sisch, die Sprachgrenze ist fr\u00fcher wie heute die Porte d&#8217;Alsace. Wer das Franche-Comt\u00e9 kontrolliert, kontrolliert nicht mehr und nicht weniger, als den wesentlichen Teil des Waren- und Personenaustausch zwischen Frankreich und Deutschland.<\/p>\n<p align=\"left\">Ich nutze einen Elsass-Trip im September f\u00fcr einen Abstecher in diese ehemalige Freigrafschaft, die f\u00fcr ihren ausserordentlich guten Bergk\u00e4se und f\u00fcr bestimmte Kirchsturmspitzen ber\u00fchmt ist, um mir einige Templerorte dort n\u00e4her anzusehen. Meine Ziele lagen in den Departements 25 Doubs und 70 Haute-Sa\u00f4ne. Mir war auf der Karte aufgefallen, dass sie sich ziemlich in einer Reihe befanden. Sogar scheinbar recht regelm\u00e4ssig, wie Perlen an einer Kette.<\/p>\n<p align=\"left\">Bevor ich auf das s\u00fcdliche Ende dieser Kette zuhielt, lag noch ein anderer Templerort auf dem Weg, den ich mir mal mit eigenen Augen anschauen wollte.<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">1. Station 25430 Chazot<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Frannche%20Comte%20003.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>chapelle des \u00c9taings<\/i>,\u00a0<b>25430 Chazot<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Es ist deutlich zu erkennen, dass diese Kapelle h\u00e4ufig, offenbar auch erst k\u00fcrzlich umgebaut oder restauriert wurde. Es ist aber noch genug von der urspr\u00fcnglichen Bausubstanz zu erkennen, dass man von einer echten Templerkapelle sprechen darf.<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">2. Station 25110 Dammartin-les-Templiers<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Die Gr\u00fcndung dieses Ortes geht auf die Templer zur\u00fcck. Von der Commanderie ist ersichtlich heute nichts mehr \u00fcbriggeblieben. Es gibt eine\u00a0<i>Domaine des Templiers<\/i>, heute eine Wellnessfarm. Dort kann man evtl. den Teich der ehemaligen Commanderie noch erkennen, aber das l\u00e4sst sich wohl nicht verifizieren. Die Ortskirche wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts von den Templern erbaut, aber im 15. Jahrhundert umfangreich umgebaut, vergr\u00f6ssert und dem Zeitgeschmack angepasst. Der Kirchturm ist \u00fcbrigens ein solch ein &#8222;reinrassiger&#8220;\u00a0<i>clocher comtois,\u00a0<\/i>mit dem f\u00fcr die R\u00e9gion so typischen sog. Turmhelm<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Dammartin.jpg\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"461\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>\u00c9glise Saint Martin<\/i>,\u00a0<b>25110 Dammartin-les-Templiers<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Wenige Kilometer \u00f6stlich von Dammartin soll sich nach Literaturangaben (Aubarbier, S. 64) eine Templerkapelle Notre-Dame in einem Ort namens Fay befinden. Es ist mir leider nicht gelungen, etwas derartiges vor Ort ausfindig zu machen. Auch befragte Passanten konnten mir nicht weiterhelfen. Zu Hause gelang es uns sp\u00e4ter, den Ort jedenfalls schon einmal in der Cassini Karte (1750-1815) zwischen Dammartin und Bretigney zu finden.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Franch1.jpg\" alt=\"\" width=\"498\" height=\"378\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: small;\">Reproduktion: Thorsten Stute, unterhalb des blauen Winkels sieht man ein Kreuz und den Ortsnamen Fay<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Neues%20Bild.jpg\" alt=\"\" width=\"602\" height=\"406\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Auf dem google Maps Ausschnitt ist dort kein Ort und auch keine Kapelle zu entdecken.<\/p>\n<p align=\"left\">Einigermassen ent\u00e4uscht von diesem Ort beschlossen wir, eine Mittagspause einzulegen. In Dammartin selbst gab es nichts, aber im westlichen Nachbarort Champlive wurden wir f\u00fcndig. Dort kehrten wir ein in eine wunderbaren Gasthaus, in dem wir nicht nur preiswert, sondern vor allem genussreich speisten und von einer ebenso \u00fcberaus charmanten wie hilfsbereiten jungen Dame bewirtet wurden. Auch sie bem\u00fchte sich nach Kr\u00e4ften, uns bei unserem Anliegen zu unterst\u00fctzen. Der Aufenthalt dort war derart vergn\u00fcglich, dass ich mir das Recht herausnehmen m\u00f6chte, f\u00fcr dieses ausgezeichnete Haus Werbung zu machen:<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Franch3.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"375\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\">Auberge de Ch\u00e2teau de Vaite, Champlive<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.auberge-chateau-vaite.com\/\">http:\/\/www.auberge-chateau-vaite.com<\/a><\/p>\n<p align=\"left\">Nachdem so die Kr\u00e4fte wieder aufgetankt und die Laune wiederhergestellt war, fuhren wir \u00fcber Besan\u00e7on zu unser n\u00e4chsten Templerstation, der n\u00e4chsten &#8222;Perle auf der Kette&#8220;:<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">3. Station 70190 Villers-le-Temple<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Frannche%20Comte%20011.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">Diese Kapelle ist modern, das Geb\u00e4ude steht aber an der Stelle der fr\u00fcheren Templerkapelle. In der Kapelle wird eine wertvolle h\u00f6lzerne Madonna mit sitzendem Kind aufbewahrt, die seit den Zeiten der Templer dort ist. Leider war es diesmal nicht m\u00f6glich, den Schl\u00fcssel f\u00fcr die Kapelle zu organisieren, das wird aber nachgeholt.<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">4. Station 70130 Fresne-Saint Mam\u00e8s<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Ziemlich genau 30 Kilometer Luftlinie, also genau ein Tagesfussmarsch in nordwestliche Richtung entfernt von diesem Ort stiessen wir auf die n\u00e4chste Etappen-Station<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Frannche%20Comte%20015.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><i>auberge des Templiers,\u00a0<\/i><b>70130 Fresne-Saint Mam\u00e8s<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Nach der Inschrift \u00fcber dem T\u00fcrsturz links im Bild stammt das Haus aus 1301 und ist von der Gr\u00f6\u00dfe her eine typische Templerherberge. Das Geb\u00e4ude erinnert mich an die Templer-Herberge in Bad Breisig. Es ist ebenso in der Johanniterzeit umgebaut worden. Die oberen Fenster sind 15. -16. Jh.<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\">5. Station 70600 Pierrecourt (Aumoni\u00e8res)<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Fast genau weitere 30 Km nordwestlich kam &#8211; nach einer \u00dcberquerung der Sa\u00f4ne &#8211; die letzte Stations-Etappe in Sichtweite. Die Templerkirche ist heute zu einer Scheune umgebaut und in einen landwirtschaftlichen Betrieb integriert. Der Kirchturm ist teilweise eingest\u00fcrzt und dicht mit Efeu bewachsen. Man k\u00f6nnte ihn betreten, aber ein Warnschild &#8222;danger de mort&#8220; r\u00e4t einem eindringlich davon ab. Dichte Brennessel- und Brombeerw\u00e4lle w\u00e4ren auch ein rein praktisches Ann\u00e4herungshindernis f\u00fcr den Sonntagsspazierg\u00e4nger.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Frannche%20Comte%20049.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"397\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><b>70600 Aumoni\u00e8res<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Die nachstehende \u00dcbersichtskarte zeigt wundersch\u00f6n, dass sich die haupts\u00e4chlich hier behandelten Templerorte auf einer recht geraden, von\u00a0 Nordwest nach S\u00fcdost-Linie befinden und alle den gleichen Abstand von etwa 30 Kilometer haben. Ein Zufall ist wohl auszuschliessen.\u00a0 Einem Verkehrsschild am Sa\u00f4ne-\u00dcbergang von Seveux kann entnommen werden, dass es sich bei dieser &#8222;Templerstrasse&#8220; um ein Teilst\u00fcck der sogenannten\u00a0<i>VIA FRANCIGENA\u00a0<\/i>handelt, einer uralten Pilgerstrecke von Canterbury (England) nach Rom, die ab 994 beschrieben wurde.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/menzendorff.de\/images\/Franch2.jpg\" alt=\"\" width=\"603\" height=\"564\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: small;\">google maps, Reproduktion Thorsten Stute und Markus Menzendorff<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">\u00dcber Vercel-Villedieu-le-Camp gehts zu den Templern in der Schweiz. Die n\u00e4chste Etappe ist La Chaux (CH), wo die Templer ebenfalls eine sehr wichtige Commanderie unterhielten.\u00a0 Thorsten Stute arbeitet derzeit intensiv an einem in Vorbereitung begriffenen zweiten Band einer geplanten Buchserie \u00fcber die Templer, darum wird jetzt nix mehr verraten.<\/p>\n<p align=\"left\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Templer in der Franche-Comt\u00e9 Die R\u00e9gion Franche-Comt\u00e9\u00a0 (sogenannte Freigrafschaft Burgund), unterhalb Lothringens, eingezw\u00e4ngt zwischen Burgund, Elsass und Schweiz, n\u00f6rdlich begrenzt durch die Porte d&#8217;Alsace, (der einzige Durchgang zwischen den Alpen und den Vogesen), st\u00f6\u00dft im S\u00fcden an das Department Ain (Rh\u00f4ne-Alpes). 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