2014 Bretagne, Teil II

Ende August startete die Familie in den Sommerurlaub. Zwei Wochen im Ferienhaus, ziemlich direkt am Meer (ca. 5 min.). Ziel der Reise war das Departement 29 Finistère, genauer ein kleiner Ort in der Nähe der Stadt Quimper. Das Departement besteht aus dem äußersten westlichen Zipfel Kontinentaleuropas und markiert den am weitesten in den Atlantik hineinreichenden Punkt Frankreichs. Für die Franzosen ist das deshalb das „Ende der Welt“ (finis terrae). Die Bretonen sehen das genau anders herum.  Sie nennen ihr Land Penn ar Bed, das heisst Anfang der Welt. Es wäre verlockend, an dieser Stelle einen kleinen Abstecher in das weite Feld sonstiger Unterschiede zwischen den Bretonen und den Franzosen zu unternehmen, aber das würde den Rahmen sprengen.

Der Ort, in dem wir wohnten, war ganz bezaubernd. Er heißt Saint-Jean-Trolimon und zwischen ihm und dem Meer gibt es nur noch die freistehende und weithin sichtbare Pilgerkapelle Notre-Dame de Tronoën, eine kleine gotische Kapelle mit dem ältesten Kalvarienberg der Bretagne.

SONY DSCNotre-Dame de Tronoën, 29120 Saint-Jean-Trolimon

Der Ort war durchaus nicht nach strategischen (Templer-) Gesichtspunkten ausgewählt. Die Wahl beruhte vielmehr auf der Nähe zum Strand und der Größe des Ferienhauses, das im übrigen auch für unseren Wuffi zugelassen sein musste. Ich habe anderen Orts schon erwähnt, dass man in der Bretagne die Templerorte ohnehin nicht allzulange suchen muss. Sie sind dort so dicht verteilt, dass man fast überall ganz in der Nähe ein paar Templerorte um sich herum haben dürfte. Aber dennoch: Saint-Jean und Notre Dame, das hört sich ganz nach den Templern an. Eben, beim Bearbeiten dieser Seite (ich hatte gerade die Postleitzahl im Netz gesucht), fällt mir bei Wikipedia das Wappen dieses kleinen Ortes auf:

Wappen von Saint-Jean-Trolimon

Templerkreuz und Lamm Gottes! Honi soit qui mal y pense.

Soviel Zufall kann es nicht geben. Wir haben also in einem Templerort gewohnt und ich habe nichts davon gewusst! Ich sehe aber auch jetzt in der Literatur nichts, absolut nichts. Keine Bestätigung, keine Stütze. Mein Hobby ist manchmal schon irgendwie arg spannend. Vielleicht findet ja einer meiner Leser dazu etwas heraus.

Gänsehaut weggerubbelt und weiter im Text: Die hohe Dichte von Templern in dieser Ecke Frankreichs beruht zum einen auf den ausgezeichneten Beziehungen der Templer  mit den bretonischen Fürsten und zum anderen auf der Bedeutung der Bretagne für die Pilgerströme des Mittelalters. Vermutlich war auch der Handel über die Bretagne wichtig. Noch im ausgehenden Mittelalter bis in die beginnende Neuzeit war die Bretagne ein wichtiger Partner für den Seehandel mit Spanien und England. Es ist dennoch sehr schwierig, Reste von Gebäuden der Templer auszumachen. Denn besonders in der Bretagne entwickelte sich im 14. bis 15. Jahrhundert der sogenannte Flamboyant Stil der Spätgotik. Diesen kann man auch in Belgien, anderen Teilen Nordfrankreichs, Spanien und England sehen, aber nirgendwo hat sich dieser typische Baustil m.E. so deutlich verbreitet wie in der Bretagne. Auch die Rechtsnachfolger der Templer, die Johanniter, gehorchten den Modetrends und bauten alle ihre Kirchen und Kapellen rasch in diesem Stil um.  Auch relativ neue bretonische Kirchen, etwa neugotische aus dem 19. Jahrhundert weisen solche Stilelemente auf, sodass es nicht sehr leicht ist, das Alter einer bretonischen Kirche zu bestimmen.

Aubarbier, dessen Standardwerk mich auf allen Templerreisen begleitet (und so sieht es jetzt auch aus!! ) ist immer gut für den ersten Zugriff auf eine Gegend. Seine Beschreibungen zeigten sich aber diesmal leider mitunter als wenig hilfreich. Es hat sich wieder einmal als unerlässlich erwiesen, sämtliche Literaturstellen selbst vor Ort auf ihre Relevanz zu untersuchen. Es wird auch in dieser Wissenschaft zu oft einfach nur abgeschrieben. Wer sich allein auf Bücher verlässt, muss mit Fehlern rechnen, die sich leider durch unkritische Zitate auch noch verbreiten.

Nachdem wir uns in unserem sehr schönen, hellen und komfortablen Häuschen eingerichtet , die Vorratskammer und den Kühlschrank aufgefüllt und den nahen Strand inspiziert hatten, wurde die Nahbereichskarte herangeholt und die nächsten Templerorte markiert. Wir befanden uns am südlichen Teil der Baie d’Audierne, auf der Halbinsel von Penmarch. Die nächsten Templer-Orte im Umkreis von 10 Km waren Penmarc’h (frz. Penmarch) selbst, sowie Kerity und Loctudy.

 

1. Kérity

Kerity ist ein Ortsteil der Gemeinde 29760 Penmarc’h. Nach Abbé de Corson, S. 76, sollen sich dort die Überreste der Templerkirche Saint Jean de Kérity befinden: cet édifice, aujourd’hui ruiné, présente encore sa tour massive accolée d’une tourelle. Die Kirche sei also eine Ruine. Nur ein massiver Turm sei übriggeblieben, mit seinem angefügten Türmchen. Schaun wir uns das mal an. Das Navi bringt mich sicher in den Ortskern von Kérity und hält exakt vor dieser Kirche:

SONY DSCEglise Sainte-Thumette de Kérity, Penmarc’h

Mmmh, merkwürdig! Nach Ruine sieht das ja eher nicht aus. Diese Kirche heißt auch nicht Saint- Jean. Andererseits stimmt ein anderes Detail der Beschreibung auffallend:

SONY DSC La tour massive et la tourelle accolée

 Die Kirche war äusserlich intakt. Dach, Wände Fenster, alles perfekt. Die Kirche war auch geöffnet. Drinnen fand ich Hinweise darauf, dass in den Nachkriegsjahren nach 1946 umfangreiche Renovierungsmassnahmen stattfanden. Bei der Nachbearbeitung im Internet ermittelte ich folgende Fakten:

Das Dach war tatsächlich bereits im Jahre 1808 eingestürzt. Die Renovierung wurde erst 1949 abgeschlossen. Die Kirche wurde dabei wohl auch umgewidmet und steht jetzt unter dem Patrozinium der (bretonischen) heiligen Thumette, vgl.

http://www.fondation-patrimoine.org/fr/bretagne-6/tous-les-projets-335/detail-eglise-sainte-thumette-a-kerity-penmarc-h-15686

Abbé de Corson konnte von alledem noch garnichts wissen. Sein Buch, das hatte ich vergessen, stammt ja aus 1902. Mein Nachdruck ist so neu, dass ich das bei der Vor-Ort-Recherche ausser Acht gelassen hatte.

2. Penmarc’h

Nach Dumontier (S. 67)  und Aubarbier (S. 128) soll es in dem Hauptort der Gemeinde, in Penmarc’h selbst, auch Templerbesitzungen geben. De Corson warnt auf S. 77, dass die meisten Länderein im 16. Jahrhundert dem Johanniterorden verloren gegangen seien. Die Kirche von Penmarc’h ist mE aus dem 15. Jahrhundert. Es gibt in der Nähe der Kirche ein Profan-Gebäude, was als presbytére (Pfarrhaus) durchgehen würde mit Ornamenten, die oft auf Gebäuden der Johanniter aus dem 15. oder 16. Jahrhundert zu sehen sind.

Die einzige wirklich aus der Templerzeit stammende Kapelle auf dem Gemeinedegebiet von Penmarc’h habe ich in dem Ortsteil Sainte Madeleine – mehr oder weniger zufällig – entdeckt:

SONY DSCchapelle de Sainte Madeleine, Penmarc’h, Westfassade

Auffallend viele Quellen sind hier zu finden. Einen in Steinen eingefassten Austritt der Quelle sieht man im Bildvordergrund.

SONY DSCSüdeingang, romanisch

 Die Kapelle ist von sehr alten Mauerresten und Gebäuden (alte Stallungen?)  umstanden, was durchaus den Verdacht bekräftigen würde, dass es sich hierbei mal um ein Ordensgehöft gehandelt haben mag. Der Beweis steht aber noch aus. Das ist bisher nur eine Vermutung

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Die Gebäude wurden kürzlich offenbar gründlich restauriert und werden heute wohl als Ferienwohnungen benutzt.

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3. Loctudy

Nach Aubarbier (S. 128) sei die wohl im XI Jahrhundert erbaute Kirche von Loctudy den Templern von Conan III, Herzog der Bretagne von 1112 bis 1148, geschenkt worden.  Nach Wikipedia France ist der Eigentumsübertrag an die Templer erst nach dem Tode von Conan III im Jahre 1187 erfolgt http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89glise_Saint-Tudy_de_Loctudy

SONY DSCÉglise Saint-Tudy, 29750 Loctudy

Sehr auffällig sind die drei Apsidiolen. Die Kirche enthält Stilelemente aus fast allen späteren Epochen und sieht arg „zusammmengeschraubt“ aus. Ich finde sie nur von dieser Seite aus wirklich schön.

 

SONY DSCDiese Kapelle steht direkt neben der Kirche. Sie soll aber nicht aus der Templerzeit stammen. Sie trägt aber stolz ein Templerkreuz auf dem Glockentürmchen und sieht Templerkapellen sehr ähnlich. Vielleicht erfahre ich ja noch mehr über das Gebäude.

Einige Tage später nahmen wir uns bei Gelegenheit eines Ausfluges nach Concarneau einige beschriebene Templerziele im Radius von ca. 30 km um unsere Unterkunft vor.

4. Mousterlin, Commune de Fouesnant

Nach Aubarbier, S. 128., sollen sich küstennahe Templerbesitzungen in Mousterlin befunden haben. Mousterlin befindet sich im Gebiet der Gemeinde Fouesnant. In seiner Umgebung gibt es Moore, Wasserläufe, Seen und Polderlandschaften. Ich gehe davon aus, dass es da im Mittelalter noch recht anders aussah. Templer haben sich schon häufig darin bewährt, sumpfige Ländereien urbar zu machen. Hinweise auf Templergebäude gab es nicht. Wir fanden am Strassenrand ein verfallenes Gebäude mit einer Art halbrunder Apsis, welches ohne weiteres aus dem Mittelalter stammen könnte:

SONY DSCEine Kapelle ist das wohl nicht, dagegen spräche der Giebel mit Schornstein. Die Konstruktion erinnert eher an einen alten großen Backofen. Näheres fand ich dazu leider bisher nicht.

Desweiteren kamen wir an einer Kapelle vorbei, die dem heiligen Sebastian gewidmet war:

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Das schlitzförmige Fenster in der Bildmitte sieht deutlich nach Mittelalter aus. Im übrigen soll die Kirche aus dem 15. Jahrhundert stammen, eventuell unter Verwendung älterer Gebäudeteile.

http://www.fondation-patrimoine.org/fr/bretagne-6/tous-les-projets-335/detail-chapelle-saint-sebastien-a-fouesnant-11585

Konkrete Hinweise auf die Templer fanden sich nicht. Mit Sicherheit aber wird sich der eine ode andere von ihnen seinerzeit in dieser Kapelle aufgehalten haben.

SONY DSCchapelle Saint Sebastien, 29170 Fouesnant

5. Saint Evarzec

 Saint Evarzec ist etwas nördlich von Mousterlin. Aubarbier meint, hier fände man die Templerkirche St. Maurice, in der sich ein Nagel des „wahren Kreuzes“ befände. Dumontier wiest darauf hin, dass eine der hl. Veronika zugeschriebene Reliquie hier verwahrt werden würde.

SONY DSCéglise de Saint Primel, 29170 Saint Evarzec

 Die Tatsache, dass die Templer in Saint Evarzec begütert waren, ist in der Literatur völlig unstreitig. Die Spurensuche ist allerdings nicht sehr einfach und auch noch nicht abgeschlossen. Diese Kirche stammt jedenfalls nicht aus der Templerzeit, sie ist erst im 15. bis 16. Jahrhundert errichtet und dem hl St. Primel geweiht worden (http://www.infobretagne.com/saint-evarzec.htm). Während der Revolution wurde die Kirche nach Wikipedia schwer beraubt. Auch wenn ich hier leider keine Templerkirche zeigen kann, zeige ich wenigstens ein exzellentes Exemplar des bretonischen style flamboyant. Die Giebel sind mit diesen Flammenzünglein geschmückt, wo immer Platz dafür ist.

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Alles ist irgendwie breiter und ausladender als bei der reinen Gotik. Das zeigt dieses überproportioniert wirkende Portal im bretonischen Flamboyant Stil sehr eindrucksvoll. Dass die Templer hier ansässig waren, beweist dieses Grab eines Tempelritters vor der Kirche von Saint Evarzec:

SONY DSCNäher ran: SONY DSC

6. Loc Amand, La Forêt-Fouesnant

Unsere letzte Templerstation vor Concarneau sollte die ehemalige Templerei von Loc Amand sein. Die Gegend spielte zu prähistorischer Zeit eine grosse Rolle, aber auch die Römer hinterliessen hier mehrere Strassen und andere Spuren. Da die Templereien sich regelmässig an alten Fernwegen ausrichteten und die für die mittelalterlichen Fernwege natürlich vorzugsweise auf ältere Strassentrassen zurückgegriffen wurde, ist es kein Wunder, hier überall auf Templereien zu treffen. La Forêt-Fouesnant beherbergte eine wichtigte Commanderie der Templer. Das ergibt sich aber nur noch aus alten Akten. Im 17. Jahrhundert wurde das Commanderiegelände komplett umgebaut, wobei umfangreiche Kelleranlagen der Templer freigelegt wurden, Dumontier S. 67. Erhalten sei noch eine presbytére (Pfarrhaus). Loc Amand ist ein vornehmer und recht abgeschiedener Ortsteil von La Forêt-Fouesnant und liegt auf einem Hügel, erreichbar nur über eine absurd steile Rampe.

Oben angelangt, fanden wir das:

SONY DSCEisenzeitliche Stele

SONY DSCHauptportal der Klosteranlage.

Die Anlage wechselte auch vor der Revolution mehrfach den Besitzer und verfiel schliesslich vollständig.

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In unmittelbarer Nähe fanden wir ein Häuschen, dass wie eine presbytére aussieht:

SONY DSCpresbytére Loc Amand, 29940 La Forêt-Fouesnant

Im Tür- und Fenstersturz sieht man deutlich das geschwungene Ornament aus dem 17. Jahrhundert. Bürgerhäuser hatten so etwas eher nicht, aber viele Komtur-Gebäude der Johanniter (z.B. Avalleur, Champagne). Im Giebel fundet sich auch ein sakral anmutendes Fenster.

Das eigentliche Ziel unseres Ausfluges hat nichts mit den Templern zu tun, aber es ist auch sehenswert. Ausserdem muß der Mensch auch mal was essen. In diesem Fall gegrillte Garnelen mit Reis und eiskaltem Weiswein.

SONY DSC29900 Concarneau

 7. 2900 Quimper

Der nächste Ausflug ging nach Quimper, der Präfektur des Departements Finistère. Die Templer sollen dort und im näheren Umkreis einige Niederlassungen unterhalten haben. Ich habe mir drei Hinweise ausgesucht, denen ich näher nachgehen wollte.

7.1 chapelle Saint-Jean-Baptiste, Quimper

Diese soll sich nach de Corson, S. 75,  im Winkel zwischen der Rue Vis und dem Quai der Odet befinden und sich zur Rue Vis öffnen.

RueVis

Sie sei 20 m lang und 8 m breit gewesen und in den Religionskriegen komplett zerstört worden sein. Sie sei jedoch zu Beginn des 17. Jahrhundert von dem Kommandeur Reneé de Saint-Offange  wieder komplett aufgebaut worden. Sie erhielt zur Ehrung eine höchstrangigen Reliquienbehälter in Form eines menschlichen Kopfes aus vergoldetem Holz. Dieser Behälter enthielt nach den Besuchsakten von 1617 Körperteile des hl. Johannes des Täufers. Man bedenke, dass die Templer unter anderem  wegen des Besitzes verschiedener solche Kopfreliquare, wegen Götzendienstes angeklagt wurden. Sie würden einen angeblich magischen menschlichen Kopf als „Baphomet“ verehren, was auch immer das sei. Mich wundert das nicht, dass die Anbetung solcher Köpfe bei vielen Verhören gestanden wurde. Die Templer haben nunmal dem hl. Johannes dem Täufer, ebenso wie die Johanniter, dies sogar offiziell ihren Namen von ihm ableiteten, eine besondere Verehrung entgegengebracht.

Viele Kapellen heissen bei beiden Orden Saint Jean, bis heute. Bei Templerkirchen finden sich sehr oft abgeschlagene Köpfe, die man als solche erkennt, weil sie mit heraushängender Zunge dargestellt werden (z.B. Malleyrand, Montsaunès). Jean-Baptiste wird regelmässig mit einem Lamm abgebildet, was die Templer ebenfalls besonders häufig zeigen (Temple, London). Was der Unfug mit dem Götzendienst dabei soll, ist mir ein Rätsel. Kopfreliquien sind für die katholische Kirche in keiner Weise eine Besonderheit.

Ich erwartete also viel. als ich mich dahin aufmachte. Ich fand jedoch leider nichts, rein garnichts. Keine Kapelle. Nichts.

Screenshot 2014-10-05 17.08.53Rue Vis, Quimper, Quelle Google Streetview

 Abbé de Corson hat sein Buch – wie gesagt – 1902 geschrieben. Da kann sich vieles verändert haben. In den Städten war der Grundstückspreis schon immer hoch, und so hat die Abbruchbirne mitunter auch an Gotteshäusern nicht halt gemacht. Hier ist jedenfalls nichts mehr. Mein Kollege Jack Bocar von Templiers.net sollte seinen Beitrag

http://www.templiers.net/departements/index.php?page=29

aktualisieren. Dort finden Sie den Originaltext von de Corson.

7.2 Commanderie des Faux Dieux, Penhars

Penhars ist seit 1960 eingemeindet worden und seitdem ein Vorort von Quimper. Nach Dumontier befänden sich Überreste einer commanderie, genannt temple des faux dieux in einem Prat en Rouze gennannten Gebiet. Das Navi brachte uns nach Penhars, fand aber die Bezeichung Prat en Rouze nicht. Das Buch Dumontiers ist aber auch schon fast 35 Jahre alt und trägt vermutlich der weiter vorangetriebenen  Bretonisierung von Ortsnamen nicht Rechnung, Die Kirche von Penhars war neugotisch und etwa 120 Jahre alt. Sie hatte am Ostchor allerdings die für Templerkirchen üblichen drei Fenster und steht an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 12. Jahrhundert. Ob hier früher eine Templerkirche stand, weiss ich nicht. Meine Frau fand des Rätsels Lösung. Sie schaute auf den Plan der Bushaltestelle. Dort stand zu lesen:

SONY DSCPrat Ar Rouz hiess die Örtlichkeit inzwischen. Das Navi zog uns zu einer Allée de Prat ar Rouz in einem Ortsteil von Penhars, der ebenfalls diesen Namen trug. Die Allee war recht lang und es gab keine Hinweisschilder, es war auch nichts an altem Gemäuer zu entdecken. Wir waren hin und hergefahren und wollten schon aufgeben. Da entdeckte meine Tochter, dass die Allée de Prat ar Rouz nicht an einem Kreisel endete, sondern sich über den Kreisel zur Avenue Jacques le Viol hinaus noch als Sackgasse fortsetzte. Und hier: Volltreffer!!

SONY DSCDie Templercommanderie von Penhars.

Es ist nicht viel übrig geblieben, nur ein paar mittelalterliche Mauern. Ein „Zutritt verboten“ Schild zeigt, was der Privateigentümer dieses Anwesens von Besuchern hält. Es blieb uns nichts übrig, als aus sicherer Distanz zu fotografieren und die Privatsphäre des Besitzers unangetastet zu lassen. Es gibt aber auch nicht mehr zu sehen, als diese Mauer.

7.3. Locmaria, Quimper

Eine viel reichhaltigere Bildausbeute erzielten wir in einem südwestlichen Ortsteil von Quimper, in Locmaria. Dort unterhielten die Templer nach Aubarbier ein maison. Das erste was man von Locmaria warnimmt, verschlägt einem den Atem:

SONY DSCNotre Dame de Locmaria, Quimper

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Der Umkreis unserer Ausflüge vergrößerte sich schliesslich auf über 50 Kilometer. Die Stadt Quimperle war das Ziel und die liegt schon fast an der Grenze zum nächsten Departement, Morbihan.

 

8. Coadry 

Die Kapelle von Coadry (Gemeinde 29390 Scaër) stammt aus dem 11.  Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert stark modifiziert. Sie soll an der Stelle eines als Druidenheiligtums errichtet worden sein. http://www.letelegramme.fr/local/finistere-sud/quimperle-concarneau/qleregion/scaer/pardon-de-coadry-la-chapelle-des-templiers-17-06-2011-1339837.php

Es ranken sich um den Ort einige Rätsel, insbesondere um dort gefundene Steine, die mit einem Kreuz versehen sind. Ich will das hier nicht vertiefen. Hier mag man sich in das Mysterium von Coadry einlesen: http://ourslithos.pagesperso-orange.fr/savoir/Coadry/coadry.html

 

Coadry1La Chapelle Saint-Sauveur de Coadry, 29390 Scaër

Coadry2solche Steinkreuze findet man sehr häufig in der Nähe von Templerkirchen

9. Kernével

Etwas südlich von Coadry, auf dem Gebiet der Gemeinde 29140 Rosporden errichteten die Templer in Kernével eine massive  Kirche, die allerdings auch im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde, sodaß nur noch recht wenig an den Originalzustand errinert.

SONY DSCL’église de Saint-Colomban, Kernével,  29140 Rosporden

10. le Moustoir

11. Moëlan-sur-Mer

 

 

** Dieser Beitrag befindet sich noch in Bearbeitung*****

 

Als literarische Hilfsmittel für diesen Beitrag dienen mir folgende Bücher:

Aubarbier,  Jean-Luc, La France des Templiers, Editions Sud Ouest, 2007

Dumontier, Michel, et al., Sur le Pas des Templiers en Bretagne, Normandie, Pays de Loire,  Copernic, 1980

de Corson, Guillotin, Les Templiers en Bretagne, Nantes, 1902. Neuauflage Yoran Embanner, 2006

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