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2019, Montfrin, Dept. Gard

Zum Jahreswechsel fahren wir seit einigen Jahren regelmäßig nach Katalonien und diesmal haben wir überlegt, uns die Hinfahrt etwas komfortabler zu gestalten und eine Übernachtungspause einzulegen. Ich wollte schon länger die Commanderie von Montfrin im Departement Gard besuchen, also suchten wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe der Autobahn und der Pont-du-Gard. Nach einigen Schwierigkeiten fanden wir auch noch ein ganz passables Restaurant und die Strapazen der bisherigen Reise waren rasch vergessen. Am nächsten Morgen, nach einem gemütlichen Frühstück am Kamin in unserem B & B brauchten wir nur wenige Minuten, um unsere Zwischenstation zu finden. Montfrin ist ein Ort mit Ca. 3.000 Einwohnern und recht schmalen Gassen, durch die wir uns lieber zu Fuß bewegten. Nach wenigen Minuten fanden wir die ehemalige Templer-Kirche und anschließend das einen ganzen Häuserblock umfassende Areal der ehemaligen Templer-Komturei.

Église Notre-Dame de Malpas, Foto M.Menzendorff

Die Kirche wurde zusammen mit einem Krankenhaus im Jahre 1178 von den Templern als Partner-Kommende zu St. Gilles errichtet (Aubarbier, Les sites templiers en Provence, Languedoc,..) und durch die Rechtsnachfolger der Templer, die Johanniter, anschließend kaum verändert. Wie der Name der Kirche „Malpas“ anzeigt, befindet sie sich an der von den Römern bereits benutzen Fernstraße „via domitia“ – Teilstrecke von Avignon nach Nîmes – etwa auf der halben Wegstrecke (Distanz 2 x 21 Km, sehr bequeme Tagesetappen) am rechten Rhône-Ufer.

Turm an der nordwestlichen Ecke des Templerviertels.
Blick durch das Haupttor in den Innenhof der ehem. Komturei

Mit diesem Bild vom Haupttor verabschiedeten wir uns von Montfrin und brachen auf zu unserem nächsten Zwischenstop im Departement Aude:

Ein Wiedersehen nach einem Jahrzehnt mit dem alten Freund, dem Westgoten-Forscher Udo Vits im sagenumwobenen und legendären Ort Rennes-le-Château.

In Katalonien entdeckte ich per Zufall noch ein anderes Bauwerk, was auch nichts mit den Templern zu tun hat, aber mich sehr faszinierte. Eine der ältesten Kirchen in Katalonien:

St. Julia de Boada, mozzarabischer Baustil, 9. Jahrhundert

Dieser winzige Ort ging aus einer Einsiedelei hervor, die entlang der alten Fernstraße von Pals nach La Bisbal errichtet wurde. Abends wurde dann Sylvester gefeiert und damit schließe ich diesen Bericht.