2007 Alsace, Lorraine und Bourgogne

Auf den Spuren der Templer im Elsass, Burgund und in Süddeutschland

Der Winter war kaum vorbei, da wurde die dicken Schwarten zur Seite gelegt und das Templerstudium am Schreibtisch wieder gegen „Feldversuche“ vor Ort ausgetauscht. Sie sind unersetzlich. Die Literatur ist lückenhaft, auch weil kaum Autor je an allen Templerstätten, über die er berichtet, selbst zugegen gewesen sein kann. Es sei denn, er berichtet nur über eine überschaubare Region. Es gibt kein einziges Werk, in dem etwa nur sämtliche Templerstätten eines Landes (oder was davon übriggeblieben ist) zusammen gefaßt beschrieben werden. Auch die – immer wieder vom einen Autor dem anderen abgeschriebenen – Listen solcher Stätten enthalten viele Fragezeichen. Etwa, weil ein Templerort nur urkundlich erwähnt ist und heute vielleicht eine andere Schreibweise hat. Oder weil der Orden an dem Ort nur Grundstücke, aber keine Gebäude unterhalten hat. Oder weil die Lage wegen fehlender Hinweise im Gelände heute nicht mehr sicher bestätigt werden kann.

Anfang März führte die erste Recherchefahrt des Jahres 2007 ins benachbarte Elsass und in die Lorraine. Im Elsass soll es nach Beschreibungen mehrerer Autoren zwischen 5 und 10 commanderies gegeben haben. Es stehe aber kein Stein mehr auf dem anderen. Gehandelt werden Orte wie u.a. Andlau, Bergheim oder Ottrott.  Letzeres liegt am Fuß des weltberühmten Mt. Ste  Odile, heute wie im Mittelalter ein Wallfahrermagnet. Auf dem Odilienberg wird es eine keltische oder vorkeltische Kultstätte gegeben haben, die mit einer riesigen Mauer, der sog. Heidenmauer umzogen ist. Diese Mauer ist 11 km lang (300.000 Steine verbaut) und gibt den Wissenschaftlern immer noch Rätsel auf. Militärischen Zwecken – darin ist man sich einig – kann diese Mauer nicht gedient haben, denn es gäbe auf dem Areal nicht genug Quellwasser, um die Menschen zu versorgen, die hinter solch einer enormen Mauer Schutz gesucht hätten.

Ergo: ein Kultplatz, wohl aus einer unbekannten Megalith-Kultur.

  

   Die typische Schwalbenschwanztechnik.  Keile aus Bronze oder Holz sorgten für eine unglaubliche Stabilität dieser Mauer

Es ist das größte vorgeschichtliche Bauwerk in ganz Europa.

Nun ereignete es nicht eben selten, dass  christliche Kultstätten auf  frühere Heiligtümer älterer Kulturen errichtet wurden. Für die einen sind das „Kraftplätze“, Orte mit hoher Energie, die  angeblich besonders von den Kelten aufspüren werden konnten und zu denen sich natürlich später auch Christen hingezogen fühlten.

Andere bemerken zynisch, dass die christliche Kirche sich solche heidnischen Kultplätze einfach zueigen gemacht hat, etwa wenn man merkte, dass man dem heimlichen Hingezogensein der Bevölkerung zu alten Kultplätzen anders nicht Herr werden konnte.

Man fühlt sich gewiss besonders an diesem Ort. Solange man mir aber kein zuverlässiges Messverfahren zeigt, aus dem sich so ein „Kraftfeld“ anzeigen läßt, ists für mich einfach ein beeindruckender Ort mit einem tollen Ausblick ins Rheintal und zum Schwarzwald rüber.

Die Templer wollen wir nicht aus dem Auge verlieren. Sie hatten sich dem Schutz der Pilger verschworen und ihre „Dienststellen“ befinden sich sehr häufig tatsächlich an den wichtigen Knotenpunkten des weitverzweigten und gut erforschten Systems an sog. Jakobswegen.  Auch hier läßt sich ein wichtiger Jakobsweg feststellen: Er kommt aus Prag und führte über Nürnberg, Speyer, an der Ostflanke der Vogesen und eben dem Odilienberg vorbei, an Straßburg und Dijon nach Vezelay.

In  Ottrott zeugt von der einstigen Templerpräsenz der Name einer Strasse und es gibt auf dem Stadtplan ein quartier des templiers. Ausser einiger mittalalterlicher Steinhaufen kann man aber sonst nichts mehr ausmachen

Ottrott, 67 Bas-Rhin, Alsace

Der Legende entsprechend waren die Rittersleut‘ an der Entwicklung eines kräftigen Rotweines beteiligt, dem der Ort seinen Namen verdankt.

Wenden wir uns etwas weiter westlich über die Vogesen hinweg nach Lothringen. Auch dort stehen heute nur wenig Templergebäude. Spärliche Literatur, noch spärlichere Wegbeschreibungen machen es schwer, seine Ziele – wie dieses hier – zu finden:

Commanderie de Xugney, Commune de Rugney, 88 Vosges, Lorraine

Ausserhalb der Gemeine Rugney hat sich diese Komturei als landwirtschaftlicher Betrieb erhalten. Aus der Zeit der Templer ist – wie fast immer – nur noch die Kapelle erhalten. Diese ist zwar baufällig, aber sehr ergreifend.

Da ändert auch ein Bagger nichts dran:

Ende März ein neuer Vorstoß, noch weiter westlich. Das nördliche Burgund, besonders die benachbarten Departements 89 Yonne und 21 Cote-d’Or versprechen lohnende Ausbeute an sichtbaren Resten der Templermacht. Die Häufigkeit, mit der der Ritterorden – durch Schenkungen und Zukäufe – versuchte, seine Macht dort überdurchschnittlich zu repräsentieren, beruht meines Erachtens auf zwei von einander unabhängigen Gründen.

1. Pilgerschutz im Dept. 89 Yonne

Wir müssen uns die Compostella-Pilgerei als gigantische Wirtschaftsmaschinerie des Mittelalters vorstellen. Da hat nicht gelegentlich mal irgend ein vereinzelter, armer Tropf sein Bündel geschnappt und erklärt, er sei dann mal weg. Laufend sind Tausende Pilger aus allen Gegenden Europas aufgebrochen.  Sammelstellen, zumeist selbst Wallfahrtsziele, auf den wichtigen Hauptwegen fungierten als Treffpunkte für Pilger der verschiedenen Nationen, die sich zu Gruppen zusammenschließen konnten, um die Pilgerei sicherer und bequemer zu machen.

Einer der wichtigsten Sammelplätze in Frankreich war neben Paris für den Norden, Puy-en-Velay in der Auvergne und Arles im tiefen Süden, die Stadt Vezelay im Burgund, Departement 89 Yonne,  In Vezelay startet die via lemovicensis über Nevers, Limoges und Perigueux zu dem sog. Somport-Pass über die Pyrenäen. Die Kirche Ste. Madeleine in Vezelay war schon im Jahre ihrer Fertigstellung zu klein, um die Pilgermassen aufzunehmen , dass man ihr noch eine Vorhalle hinzufügen mußte.

In der Krypta dieser Kirche befindet sich angeblich die Grablege der hl. Maria Magdalena, der „reuigen Sünderin“. Sie wird herkömmlich mit langen Haaren und einem Salbgefäß abgebildet. Für die einen ist Maria Magdalene die gestrauchelte Dirne, die durch die Kraft des Glaubens und die Güte des Herrn zum rechten Weg zurückfinden konnte. Andere meinen, diese Annahme beruhe auf einer ungenauen Übersetzung aus dem Zusammenhang gerissener Bibelstellen und passe nur in die „Frauenfeindlichkeit“ der frühen Christenkirche. Wiederum andere sehen in Maria Magdalena die Geliebte oder die Ehefrau von Jesus, ja gar die Mutter eines geheimnisvollen Kindes.

Reliquienschrein in der Krypta von Vezelay

Man sieht sich gestützt durch frühchristliche Dokumente, die keinen Eingang in die Bibel fanden. Es gibt zudem nicht wenige Werke alter Meister, die die Frau mit dem Salbgefäß in herrschaftlicher Kleidung mit recht eindeutigen Schwangerschaftsmerkmalen zeigen. Auch ist da Vincis Abendmahlbild durchaus nicht das einzige, das die Person neben Jesus mit sehr weiblichen Zügen zeigt.

Ein Großteil der Christenheit in Frankreich nahm an, dass Maria Magdalena mit Gefolge in Südfrankreich gelandet sei (etwa in Maguelonne oder in Les  Stes-Maries-de-la-Mer) und dass sie in einer Grotte lebte und starb, von der aus ihre Gebeine wegen anhaltender Sarazeneneinfälle nach Vezelay gebracht werden mußten. Andere bleiben skeptisch. Es ist mit den „echten“ Reliquien immer so eine Sache.

Bei einem derartig hochrangigen Pilgerzentrum durften die Templer nicht weit sein. Zwischen Vezelay und der Nachbarstadt mit dem klangvollen Namen Avallon findet man – auf halben Wege, noch  ca. einen Stundenfußmarsch vom Etappenziel entfernt in einem landwirtscahftlichen Ambiente dieses Templergebäude:

Le Saulce d‘ Island, 89 Yonne, Bourgogne

Es ist meines Erachtens das größte Sakralgebäude der Templer in Frankreich. Die Größe entsprach wohl den Pilgerströmen in das nahe Vezelay. Die Templer werden jedenfalls den betuchteren Pilgern sicher auch andere, kostenpflichtige Dienste erwiesen haben, wie Beherbergung und „Bankgeschäfte“.

Rund um diese commanderie befinden sich sehr zahlreiche andere Einrichtungen der Templer.

  

Chassignelles, 89 Yonne

Commanderie de Marchesoif, Commune de Marsoif, 89 Yonne

Escolives-Ste-Camille, 89 Yonne

Ein Templerbezug dieses Gebäudes könnte noch fraglich sein. Das agnus dei über der Pforte spricht aber sehr dafür.

Fontenay-pres-Chablis, 89 Yonne, hier sollen sich die Templer im Weinanbau verdient gemacht haben.

Und schließlich noch eine kleine Sensation in dem Örtchen St. Bris-le-Vineux, ein intaktes Templergebäude gibts dort nicht mehr. Aber am Postamt prangt ein Bas-Relief von der früheren Templerkomturei.

Das Bild zeigt einen bärtigen Teufelskopf und ein Lamm, was von Engeln einem Taufritual unterzogen wird, der Engel darüber trägt ein Stein oder ein Buch. Von den Anklägern der Templer wurde vor allem dieses Bild als Beweis für eine unzulässigen Götzenanbetung angeführt.

Aber ist es wirklich etwas besonderes, dieses Bild? Von irgendwoher kam mir das nicht unbekannt vor. Ich durchsuchte wieder und wieder die Fotos meiner Recherchereisen und wurde endlich fündig:

Zwei Details – das Tier links und die beiden Hörner der Fratze – sind sich so ähnlich, dass man meint, sie stammen aus der gleichen Hand.

Jedenfalls hat der Erzeuger des einen Bildes das andere gekannt oder es gab eine gemeinsame Vorlage, wie die Haltung des Schwanzes des Tiers zeigt. Was merkwürdig ist, denn die Orte sind 650 km voneinander entfernt. Bei dem anderen Ort handelt es sich um die Kirche von Wölchingen, Gemeinde Boxberg in der Region Hohenlohe (Ba/Wü). Man nennt die Kirche den „Frankendom“, sie erscheint viel zu groß für die kleine Gemeinde und soll nach der offiziellen Geschichtsschreibung von den Johannitern der „Konkurrenzorganisation“ der Templer erbaut worden sein.

Betrieben etwa die Johanniter auch heimlich Anbetung irgendwelcher Idole und hatten nur Glück, nicht „erwischt“ worden zu sein? Für mich  ist die Verwendung solcher gehörnten Wesen nichts besonderes. Dämone und „unchristliche“ Darstellungen finden sich überall, oft sogar sind extreme Motive erstaunlich weit verbreitet:

Hier haben wir einen Menschkopf, aus dem eine Pflanze oder Schlange herausquillt. Es ist eher ein esoterisches Motiv einer nichtchristlichen Religion, und zwar starten wir in Wölchingen, dem Frankendom

(Ferdinand Wilcke, Die Geschichte des Ordens der Tempelherren, Halle 1860, 2 Aufl., Bd. 2, S. 29 schreibt  diese „schöne Kreuzkirche zu Wölfingen“ den Templern zu, es gibt dafür aber wohl keine Beweise)

finden das gleiche Motiv zwei Tagesritte auf der Siegfriedstrasse nach Westen wieder, in Worms:

und 1200 km weiter westlich in St. Génis-des-Fontaines, 66 Pyrénées-Orientales, Languedoc-Roussillon

Es steht also fest, dass die Verwendung solcher esoterischer Symbole nicht spezifisches der Templer wäre. Meines Erachtens hatten die Baumeister  in ihren nach aussen abgeschotteten Gilden ihre recht eigenen Regeln und haben nicht immer nur das getan, was der Auftraggeber gerne gehabt hätte. Man spürt einen tabulosen Umgang mit heidnischen Motiven. Der Bischof, der zu laut meckerte, hatte gute Chancen, sein Konterfei verzerrt in einem wasserspuckenden Affen am oberen Rand der Kirche wieder zu finden.

Zurück zu den Templern ins Burgund:

2. “ Transportgeschäft“ im Dept. 21 Cote d’Or

Nur auf den allerersten Blick scheinen die Templereinrichtungen rein zufällig in der Gegend verstreut zu liegen. Wenn man die Lagen mit anderen bekannten Faktoren oder der Geografie in Beziehung setzt, kommt zumeist ein durchdachtes Konzept heraus, manchmal strategisch brilliant und andersmal religiös motiviert, letzteres vielleicht auch nur vordergründig.

Denn: So wie die Pilger den Schutz der Templer auf ihrer Reise durchs ungewisse Land schätzten und sogar benötigten, waren die Kaufleute gewiß auch froh, regelmässig auf eine Templereinrichtung treffen zu können. Häufig liegen Templereinrichtungen in Tagesmarschdistanz an wichtigen Strassen, z.B. zwischen Narbonne, Carcassonne und Quillan (vgl. Emile Bonnet, Les Maisons de l‘ Ordre du Temple dans le Languedoc Méditerranéen, Nimes 1934) .

 Man kann sich gut vorstellen, dass ein Kaufmann mit wertvoller Ware sich auf diese Weise eine Eskortenstaffel zugelegt , oder einfach nur die Beherbergungseinrichtungen und Pferdedienste der Templer gern in Anspruch genommen haben wird. Womöglich gab es damals schon so etwas wie einecorporate identity, gleiche Preise, verläßlicher Service im ganzen Land = kalkulierbares Risiko für vielreisende Geschäftsleute. Man weiß zudem, dass die Templer regelrecht Bankdienstleistungen gewähren konnten. Das Geld, was sie in Mainz bei den Templern in bar eingezahlt hatten, konnten sie mittels Kreditbrief etwa nach Avignon mitführen und dort in in bar und in jeweiliger Landeswährung wieder zurückverlangen.

In dem Bereich zwischen Dijon und Chatillon-sur-Seine gibt es ebenfalls eine bemerkenswerte Dichte bekannter Templerniederlassungen.

Commanderie Avalleur, Bar-sur-Seine, 10 Aube, Champagne-Ardennes

Commanderie La Courroirie, Leuglay, Voulaines-les-Templiers, 21 Cote d’Or

Bure-les-Templiers, 21 Cote d’Or

abbaye de Mormant, 52 Haut Marne, Champagne-Ardenne

Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass vom barmherzigen Verköstigen armer, zerlumpter Pilger alleine die Templer nicht einen so machtvollen „Handels- und Dienstleistungskonzern“ mit vielen Tausend „Filialen“ überall in der damals bekannten Welt errichten konnten. Die Strategie hier ist leicht gefunden. Das Chatillonais liegt nicht nur extrem verkehrsgünstig, es ist ein Fernwegekreuz allerersten Ranges!

Hier treffen die Pilgerwege (und damit Fernstrassen) nach Nancy, Metz, Köln, Münster, Hamburg usw. sowie nach Straßburg, Speyer, Nürnberg, Prag, Krakau usw. auf die noch u.U. wichtigere Strassenverbindung von Dijon nach Marseille.  (nach Ulrich Wegner, Der Jakobsweg, Freiburg i.Br. 2000)

Ausserdem liegt Chatillon-sur-Seine auf der französischen Hauptwasserscheide, der Trennlinie von den zu den Nordmeeren und den zu dem Mittelmeer abfließenden Gewässern. Seit der Antike konnte man in Marseille angelandete Waren mit Lastkähnen zunächst den Fluß Rhone, ab Lyon dann die Saone heraufziehen.

Bei Chatillon beträgt der Abstand zu dem damals schon schiffbaren Teil  Seine in Richtung Paris und Nordsee nur ca. 70 bis 100 km. Schon die Kelten haben diesen erheblichen Lagevorteil ausgenutzt und sind am Umschlag von Waren regelrecht reich geworden (Vix am Mont-Lassois, Schatzfunde usw.). Denn die Kaufleute waren auf Einrichtungen angewiesen, mit denen man die vom Süden heraufgekommenen Waren für die Landstrecke umlädt und zum nördlichen Flußsystem bringt, wo sie erneut umgeladen werden mußten.

Die Hypothese und ihr Beweis

Ich wage die Theorie, ja bin sogar davon überzeugt, dass die Templer das Transportgeschäft dort wiederbelebt und neu organisiert haben. Ich habe davon zwar noch nichts gelesen, fühle mich aber dadurch bestätigt, dass es im südlichen Deutschland, zwischen Hohenlohe und Ingolstadt ein ähnliches Phänomen zu beobachten gibt. Davon später mehr….

Und wie könnte sie ausgesehen haben, diese Landverbindung zwischen den beiden Flußsystemen? Die Aufgabe bestand jetzt darin, aus den zahlreichen – in Internetlisten oder Büchern – erwähnten Templerorten des Departements solche auszusuchen, die – möglichst in einer „Kette“ – auf dem Landrücken (= der Wasserscheide) zwischen dem Oberlauf  beider Flüsse Saone und Seine liegen.

Auf Karten mit zu kleinem Massstab konnte man mit Mühe die Templerorte ausmachen, hatte aber keine Übersicht über die grobe Richtung. Große Karten zeigen den Flußverlauf und die Templerorte nicht deutlich.  Ich nahm Chatillon-sur-Seine als Ausgangspunkt. Voulaines-les-Templiers (mit der Kapelle La Courroirie) hatten wir besucht. Es liegt im Tal der Ource und ist etwa 19 Km von Chatillon in ostsüdöstlicher Richtung entfernt. Die Richtung zur Saone stimmte schon mal.

Von dort folgt man der heutigen Straße 928 in Richtung Süd-Südost noch einmal so weit. Dort trifft man auf Bure-les-Templiers  (15 Km). Von einer bekannten Internetseite, die im Departement 21, Cote-d’Or knapp zwanzig Templerplätze listet (leider nicht ganz zuverlässig) entnahm ich einen angeblichen Templer-Ort Busserotte-et-Montaille, (bestätigt u.a. durch Wikipedia) . Diese nächste Templerstation liegt danach ebenfalls in Richtung Südsüdost auf der D 959 13 Km von Bure entfernt.

Bekannt war mir noch eine große Templerstation weiter östlich, eine sehr aufwändige Anlage mit beachtlichen Verteidigungsanlagen, die commanderie La Romagne bei St. Maurice-sur-Vingeanne. Die lag zwar in der richtigen Richtung, aber es tat sich eine Lücke von mehr als 40 Kilometern auf, die später noch geschlossen werden mußten. Von dort konnte man eine Strasse in entsprechender Richtung auf die Saone ausmachen, der Ort Gray mußte dann wohl die Umladestation sein. Richtig, Autrey-les-Gray erwies sich ebenfall als Templerort und befindet sich 14 Km von der letzten Station entfernt.

Die berühmte Templerkomturei Fontenotte, deren Kapelle 1960 abgebrochen und etwas südwestlich von Dijon (Corcelles-les-Monts) wieder Stein-für-Stein aufgebaut wurde, lag tatsächlich ursprünglich auf dem Gebiet der Gemeinde Til-Chatel!

(Literatur: Frizot, Julien, Sur les pas des Templiers, 2005, Rennes, Edition Ouest-France)

Diese Spur erwies sich als Volltreffer, denn Til-Chatel lag auf dem Weg und damit konnte die Lücke geschlossen werden. Von hier waren es sowohl herauf nach Busserotte als auch herab nach La Romagne jeweils ca. 24 Km. Später erfuhr ich noch, dass sich  etwas nördlich von Fontenotte, nämlich in Selongey übrigens auch eine Templereinrichtung befindet, ein maison, das kürzt die Wege zwischen Busserotte und St. Maurice jeweils auf nur 20 km ab.

Die Verbindung Dijon, Til-Chatel und Selongey dürfte der Beginn der alte Fernstrasse nach Deutschland gewesen sein, denn diese trifft hier auf dem Landrücken der Wasserscheide ebenfalls ein.

Der Vollbeweis einer „Templerstrecke“ zwischen den beiden Fluss-Systemen war damit erbracht und die These, dass die Templer das einst von den Kelten betriebene, äußerst lukrative Transportgeschäft wieder aktiviert haben, scheint dadurch bestärkt.

Wie gesagt, eine solch erstaunliche Entdeckung wird sich noch wiederholen…..

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